Tausche Stachelhalsband gegen Training

Alles rund um die Erziehung deines Hundes

Tausche Stachelhalsband gegen Training

Beitragvon klaus » Do 22. Sep 2011, 21:58

Hallo,

Mich würde interessieren, ob einer von uns Usern hier das Angebot schon angenommen hat!

[URL=https://www.tausche-stachelhalsband-gegen-training.de/liste.php]Hier[/URL] ist ja die Liste der teilnehmenden Hundeschulen zu sehen.

Ich find das im Grunde keine schlechte Sache, denn ein Stachelhalsband ist wirklich kein angebrachtes Hilfsmittel. Bin ich genauso dagegen, wie die Initiatoren der Aktion!

Allerdings sollten die beteiligten Hundeschulen dann auch offen und ehrlich über Verhalten aufklären, welches nicht "rein positiv" weg belohnt werden kann. Denn das ist ja mit ein Hauptgrund zu solchen Hilfsmitteln, wie dem Stachler zu greiffen.

Haben die Leute wirklich Ahnung von Hunden, auch von Problemverhalten und können KOMPETENT helfen oder bekommt ihr da eine nette Clickerstunde im abgeschirmten Raum und einen Vertrag zum Unterschreiben vor gelegt?

Gibt es Erfahrungsberichte mit dieser Aktion?

lg Klaus
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RE: Tausche Stachelhalsband gegen Training

Beitragvon rastelli » So 25. Sep 2011, 08:49

Grüß Dich Klaus,

[quote][i]Original geschrieben von klaus[/i]

Mich würde interessieren, ob einer von uns Usern hier das Angebot schon angenommen hat![/quote]Ich kann das leider nicht annehmen, da ich das Stachelhalsband nicht mehr finde. Mist!
Mich hätte durchaus die Antwort auf deine folgende Frage interessiert.

[quote]Allerdings sollten die beteiligten Hundeschulen dann auch offen und ehrlich über Verhalten aufklären, welches nicht "rein positiv" weg belohnt werden kann. Denn das ist ja mit ein Hauptgrund zu solchen Hilfsmitteln, wie dem Stachler zu greiffen. [/quote]Du weißt ja, das meine vorsichtigen Versuche, das mal zu diskutieren, kläglich gescheitert sind. Der Teil "nicht positiv" existiert nicht.

Auf der anderen Seite, das konnten wir hier im Forum lesen, wird schon das nicht Clicken als Strafe bezeichnet (und auch von Referentinnen so vermittelt.)

[QUOTE][I]Anbieter[/I]
...vermitteln Sie Ihrem treuen Begleiter dann [B]auf positive Weise[/B], welche Verhaltensweisen erwünscht sind und [B]welche nicht[/B].[/QUOTE]Da sind wir dann sicher bei der Frustration. Die hat nun auch ihre Grenzen.

Was mich dann noch interessiert, ist der Zustand, der als zufrieden stellend bzw. "Ziel erreicht" bezeichnet wird.

Ich glaube, ich kaufe mir jetzt ein Stachelhalsband und gehe tauschen. Ich will es einfach wissen.

ciao Martin



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RE: RE: Tausche Stachelhalsband gegen Training

Beitragvon klaus » Mo 26. Sep 2011, 23:08

Hallo Martin,

[QUOTE]Du weißt ja, das meine vorsichtigen Versuche, das mal zu diskutieren, kläglich gescheitert sind. Der Teil "nicht positiv" existiert nicht.[/QUOTE]Drum fällt es mir schwer, die Aktion sachlich zu beurteilen. Auch die Petition selbst ist nun argumentativ gar nicht auf das STachelhalsband bezogen.
So würde ich die Petition nicht unterschreiben.

[QUOTE]Da sind wir dann sicher bei der Frustration. Die hat nun auch ihre Grenzen.[/QUOTE]Meine Frustration bezüglich solcher Geschichten hat längst die Schmerzgrenze überschritten.

[QUOTE]Was mich dann noch interessiert, ist der Zustand, der als zufrieden stellend bzw. "Ziel erreicht" bezeichnet wird.[/QUOTE]

Wie kannst du es wagen, als Hundehalter ein "Ziel" erreichen zu wollen? Der Hund ist das Ziel und alle Macken hast du gefälligst ein Hundeleben lang zu erdulden! Die Lösung wird ja auch schon angeboten! Hundi will einfach nicht auf rein positivem Wege das Jagen unterlassen? Dann ist das "Ziel" nicht zu erreichen! Spricht die Clicker-Expertin! Aber er darf dann in der [URL=https://www.hundeschule-holledau.de/?page_id=178]Off-Line-Gruppe[/URL] im eingezäunten Gelände so richtig doll rumspringen! Jahreskarte günstiger!

Meine Güte, was ist das für eine verrückte Welt....

[QUOTE]Ich glaube, ich kaufe mir jetzt ein Stachelhalsband und gehe tauschen. Ich will es einfach wissen.[/QUOTE]Normale Würger werden auch genommen. Witzigerweise bewirbt eine der teilnehmenden Hundeschulen bei Facebook ihre selbst gefertigten Moxonleinen aus Tau (ohne Stopp). Kann man ja dann gleich eine Moxoleine kaufen und bei der selben Frau dann gegen eine Trainerstunde eintauschen....
Was bin ich froh, daß ich keine Hundeschule habe!

lg Klaus
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RE: RE: Tausche Stachelhalsband gegen Training

Beitragvon Saoirse » Sa 1. Okt 2011, 08:22

[quote]
Ich glaube, ich kaufe mir jetzt ein Stachelhalsband und gehe tauschen. Ich will es einfach wissen.
[/quote]

DAS hab ich mir auch schon überlegt. Aber ich möchte mit dem Kauf eines solchen "Hilfs"mittels ungern Umsätze in die Höhe treiben. ;)

[quote]
Witzigerweise bewirbt eine der teilnehmenden Hundeschulen bei Facebook ihre selbst gefertigten Moxonleinen aus Tau (ohne Stopp). Kann man ja dann gleich eine Moxoleine kaufen und bei der selben Frau dann gegen eine Trainerstunde eintauschen....
[/quote]
Nicht im Ernst??!


Ich finde gut und danke dir, dass du da kritisch nachgefragt hast. Ich hab von der Aktion gelesen und gehört und dachte mir nur "wie toll, die Welt wird besser (**) " und hab nicht so ganz bedacht, dass da von Seiten des Trainers ein bisschen mehr dazugehört, als "Danke für Ihr Stachelhalsband, hier ist Ihr Clicker und ab heute trainieren Sie positiv und sind ein besserer Hundemensch!" Ich hatte noch nie Kontakt zu Hunden mit bspw. Aggressionsverhalten, ich lebe in meiner eigenen kleinen Hundewelt und fühl mich da auch sehr wohl... :-)

Trotzdem ist diese Aktion meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung. Mir gefällt's. :)
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Beitragvon SonjaBenny » Di 4. Okt 2011, 19:43

Hallo,

nun, ich empfinde diese Aktion zwar nicht für nicht sonderlich hilfreich, bezüglich der Menschen die schnell Stachelhalsbänder anwenden wollen, jedoch wundert mich der recht einsilbige Ton hier.

Man sollte doch endlich mal den Namen dieses Forums ändern - denn scheinbar hat der Name nicht mehr viel mit dem Inhalt zu tun.

PS:
Bitte um Löschung meine Accounts.
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RE:

Beitragvon klaus » Di 4. Okt 2011, 21:25

[quote]nun, ich empfinde diese Aktion zwar nicht für nicht sonderlich hilfreich, bezüglich der Menschen die schnell Stachelhalsbänder anwenden wollen, [/quote]Somit stehst Du ja selbst dieser Aktion kritisch gegenüber und es läge an dir, dieser "einsilbigen" Diskussion ein paar weitere Silben hinzu zu fügen.

Mich würd interssieren, wie Du die Leute, die ein Stachelhalsband benutzen dann hilfreicher unterstützen würdest. Denn du scheinst ja da genau so skeptisch zu sein, wie ich, was das Ergebnis anbelangt.

Wenn dir das zu einseitig ist, liegt's vielleicht auch daran, daß bisher kaum einer geantwortet hat?

Ich hatte ja geschrieben, daß ich den Stachler genauso ablehne. Je länger ich mich aber mit dieser Aktion und der Petition beschäftige, desto mehr Fragen tauchen auf.

Eine davon ist (wie ja von dir auch angesprochen) welche Alternative bietet man den Leuten an? "Rein Positives" Training? Management? Wegsperren in Problemsituationen?
Jaja, ich weiß schon "Click for blick", Clickersalve, das alles sind auch mir vertraute Methoden und ich weiß auch, daß viel Aversives tatsächlich überflüssig ist, wenn man die positive Schiene voll aus schöpft. Aber eben bei weitem nicht alles. Und das ist dann genau der Bereich, in dem die "rein positiven" Hundeschulen passen müssen.

Eine weitere Frage, wieso wird diese Petition nicht sachlich fundamentiert begründet? Nein, da wird so mal quer Beet zitiert von Halgreen (Rückenprobleme) über den erhöhten Augeninnendruck bei Hunden (was mit dem Stachel eher nichts zu tun hat) bis hin zu der (gew)vagen(ten) These, daß die Anwender die Triebstautheorie von Konrad Lorenz als Rechtfertigung für ihr tun ansehen und modernen Erkenntnissen nicht aufgeschlossen gegenüber stehen.

Das scheint mir als Begründung für eine Petition (ist ja immerhin ein wichtiges Instrument unseres Staates!) viel zu schwammig und schlampig formuliert. Wenn ich mit rechtsstaatlichen Mitteln einer Petition ein Verbot von was auch immer erreiche möchte, sollte ich dann schon soweit argumentieren, daß es bei der Argumentation dann auch darum geht, was verboten werden sollte. "Ich finde es schlimm" reicht dann einfach nicht.

Ich überlege mir die ganze Zeit, wie ich reagieren würde, wenn ich angesprochen werden würde, die Petition zu unterschreiben. Ich denke, ich würde meine Bedenken äussern und nicht unterschreiben aber doch klar machen, daß ich das Stachelhalsband ebenso ablehne. Ich fürchte nur, das will dann eh keiner mehr hören und man würde mich als "Stachelhalsband-Befürworter" einordnen.

Ebenso überleg ich mir, wie es denn einem Hundehalter ergehen würde, der diese Aktion tatsächlich wahr nimmt und sein Stachelhalsband (angeschafft wegen irgend einem "Problemverhalten") abgibt und dann gegen die Trainerstunde tauscht. Wird er sein Problem "rein positiv" lösen können? Wieviele Stunden wird er wohl benötigen in der "rein Positiven Hundeschule"? Oder wird er sich über kurz oder lang wieder ein Stachelhalsband kaufen?

Was meint ihr?

lg Klaus

PS: Jeder User kann seinen Account im Benutzer-Center selber löschen.
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RE: RE: RE: Tausche Stachelhalsband gegen Training

Beitragvon klaus » Di 4. Okt 2011, 21:43

[quote]Ich finde gut und danke dir, dass du da kritisch nachgefragt hast. Ich hab von der Aktion gelesen und gehört und dachte mir nur "wie toll, die Welt wird besser (**) " und hab nicht so ganz bedacht, dass da von Seiten des Trainers ein bisschen mehr dazugehört, als "Danke für Ihr Stachelhalsband, hier ist Ihr Clicker und ab heute trainieren Sie positiv und sind ein besserer Hundemensch!" Ich hatte noch nie Kontakt zu Hunden mit bspw. Aggressionsverhalten, ich lebe in meiner eigenen kleinen Hundewelt und fühl mich da auch sehr wohl... :-) [/quote]

Danke, ich denke das trifft es ziemlich gut. Man kann sich mit einer Unterschrift schnell ein gutes Gewissen verschaffen. Logisch, wer ist schon für das Stachelhalsband?! Da unterschreib ich doch gerne!
Aber wie du selbst schreibst, wird die Welt nicht wirklich besser dadurch.
Es müssen dann auch Alternativen her. Die sind in einer "Gratisstunde" natürlich nicht zu vermitteln und wenn dann rein positiv gearbeitet werden soll, vielleicht ein ganzes Hundeleben lang nicht.

lg Klaus

[B]PS: Ich hab nie ein Stachelhalsband besessen und würd mir auch nie eines kaufen![/B]
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Beitragvon Crime » Mi 5. Okt 2011, 06:54

Arme Welt, dass die Leute immer gleich ans löschen denken wenn mal was nicht in ihre Schablone passt. Da braucht man sich über den aktuellen Zustand nicht wundern.
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Beitragvon Saoirse » Do 6. Okt 2011, 07:27

Ich denke, man sollte bei diesem Thema nicht "Schwarz-Weiß" sehen. Stachel- und Würgehalsbänder sind in meinen Augen grausam. Wenn diese Petition bewirkt, dass nur ein paar Leute zumindest ein normales Halsband, vielleicht sogar ein Geschirr, an ihren Hund legen, ist das doch ein Erfolg! :) Das hat dann nichts mit "rein positivem" Training zu tun und wird das Verhalten eines Hundes wohl auch nicht verändern (können), aber er spürt keinen Stachel mehr am Hals.

Eine einzelne Trainingsstunde wird bei den allermeisten wenig bringen. Aber wer weiß! Vielleicht ist da jemand verzweifelt, weiß nicht mehr weiter, letzte Lösung Stachelhalsband, auch wenn derjenige weiß, dass das dem Tier Schmerzen zufügt. Durch Zufall gerät dieser jemand an einen Trainer, der ihm nicht durch irgendwelche "Wundermethoden" schnellen Erfolg verspricht, aber ihm dennoch einen Weg aufzeigt, wie mit dem Hund gearbeitet werden kann und was das bewirken kann. Das ist doch gut, oder?!

Egal, ob da nun "rein positiv" oder "nur mit Clicker" gearbeitet wird. Es geht um das Umdenken, überhaupt erstmal um ein NACHdenken, um ein Wissen und um Erkenntnis. Sicher, da wird mehr nötig sein, als eine Trainingsstunde...

Und auch wenn wir im Forum uns für den Weg der positiven Verstärkung entschieden haben - es geht auch anders! (Und genau das meine ich auch mit "nicht schwarz-weiß sehen". Die Methode des Clickerns ist wunderbar, ich möchte nicht darauf verzichten, aber sie als die einzig richtige, die einzig mögliche anzusehen, halte ich für falsch. [I]Es geht ja in erster Linie darum, diese Menschen vom Gebrauch dieser Hilfsmittel wegzubekommen[/I].)
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Beitragvon Anke + Franziskus » Do 6. Okt 2011, 10:16

Hi,

ich hab weniger Probleme mit dem Hilfsmittel an sich, sondern damit, wie es von manchen Leuten angewandt wird. Die sind aber oftmals gar nicht an alternativen Methoden interessiert.

Die hardcore Anwendung ist schon heute durchs TSchG untersagt und ich scheue mich auch nicht vor Anzeigen, wenn nötig. Aber iele dieser Leute sind vorsichtiger geworden, sie agieren selten in der Öffentlichkeit.

Ein gesetzliches Verbot wird wie üblich wenig bringen. Wer meint über stark aversive Methoden ausbilden zu müssen, der wird das auch weiterhin tun. Oder wollen wir alles gesetzlich notieren lassen, was geeignet ist, starke und/oder dauerhafte Schmerzen zu verursachen?

So viele hilflose, überforderte HF, die aus reiner Verzweiflung ein Stachelhalsband kaufen und nutzen sehe ich nicht. Ich sehe überhaupt wenig dieser Halsbänder im Alltag.

Das letzte Stachelhalsband, das ich sah, hing für 2 Wochen zur Sicherhheit an einem pubertierenden Junghund von knapp 100kg, weil Frauchen die Zeit überbrücken musste bis Herrchen aus dem Krankenhaus zurück war. Ein Halti hatte da keine ausreichende Wirkung gezeigt. Ich hatte auch keine schnell wirksame bessere Idee bzw. kann ich keinen Arnold Schwarzenegger für 3x Gassi herzaubern oder dem Hund verklickern, dass er sich ab heute im Garten lösen soll. Hund lief einmal in die Stacheln, nichtmals sehr feste, ab da konnte er sich MIT Stachler am Hals gesittet benehmen. Herrchen hat anschließend genau da mit positivem Training (und natürlich ohne Stachler) weiter gemacht, wo er 2 Wochen vorher aufgehört hatte. Heute nach der Pubertät benimmt der Hund sich einwandfrei. Ich glaub nicht, dass er von der Aktion Schaden genommen hat.

Aber ich bin ja auch kein Anhänger von "prinzipiell und ausschließlich nur positiv". Klar klingt das auf den ersten Blick super erstrebenswert. Aber die Realität sieht doch anders aus. "Nur positiv" ist doch wie die ostfriesische Flagge "weißer Adler auf weißem Grund" (frei nach Otto). Wie will ich da den Adler erkennen? Yin ohne Yang, nichtmals der kleine Tupfen... meine Lebensrealität ist einfach anders. Und ich denke auch, dass Lebewesen durchaus mit negativen Erlebnissen umgehen können. Kommt halt drauf an, was wie wo...

ciao
Anke
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