Zen – Seite 1

ZEN

Der Hund muss sich 5 Sekunden lang von einem Leckerli in deiner Hand fernhalten. Es ist ein Hörzeichen erlaubt, welches gegeben wird, bevor du deine Hand mit dem Leckerli hinhältst.

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DARUM GEHT’S:
“Zen”, so wie wir es im Hundetraining nennen, ist so wichtig, dass es quasi die Grundlage der Zivilisation ist. Es bedeutet “Selbstkontrolle”. Ein untrainierter Hund ist ein Hund ohne Selbstkontrolle. Er möchte Futter – er frisst Futter. Ob sich dieses Futter nun auf dem Boden, dem Tisch oder in der Hand eines Kleinkindes befindet. Er möchte jemanden begrüßen – er begrüßt ihn. Ob er seinen Halter nun an der straffen Leine hinter sich herzerren muss oder nicht. Ob diese Person nun begrüßt werden möchte oder eben nicht. Ob sich diese Person auf der anderen Seite einer stark befahrenen Straße befindet oder nicht. Ein unerfahrener Halter versucht, den Hund zu kontrollieren – ihn vom Tisch und dem Kleinkind fernzuhalten und ihn mit der Leine unten und zurück zu halten, damit er keine Leute anspringt oder auf die Straße rennt.

Ein trainierter Hund hingegen versteht, dass er sich selbst kontrollieren muss, um die Sachen zu bekommen, die er möchte. Und ein erfahrener Hundehalter weiß, dass echte Kontrolle eines Tieres aus dem Tier selbst kommen muss, nicht vom Halter.

Ein trainierter Hund sieht eine Person mit Essen und setzt sich hin, denn höfliche Hunde bekommen Leckerli. Er begrüßt andere Leute mit seinen vier Pfoten auf dem Boden, denn stehende Hunde werden gestreichelt. Er passt darauf auf, dass die Leine immer locker hängt, denn straffe Leinen gehen NIE dorthin, wo sie hingehen sollen. Er kommt, wenn er gerufen wird, denn was sein Halter für ihn hat, ist immer besser als das, was er selbst finden könnte.

Hier steht Banner w200-rightAber was hat das mit “Zen” zu tun? Ganz einfach, der Hund muss sich von der Hand des Halters fern halten, um an das Leckerli darin zu gelangen. Je mehr er das Futter will, umso mehr muss er so tun, als ob er es nicht will.

Das Tolle an Hunde-Zen ist, dass der Hund, sobald er genug davon gelernt hat, anfängt, die Prinzipien der Selbstkontrolle auf sein ganzes Leben anzuwenden. Er macht “Leinen-Zen”, wenn er die Leine locker lässt, “Boden-Zen”, wenn er Verlockungen im Ausstellungsring ignoriert und “Tisch-Zen”, wenn er neben dem Tisch sitzt und sich das Futter vom Tisch herunter wünscht, anstatt es sich durch einen beherzten Sprung selbst zu holen.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Am einfachsten bringst du deinem Hund Zen bei, indem du relativ wenig tust. Zeig ihm ein Leckerli in deiner Hand und falte sie dann zur Faust, so dass es rundum geschützt ist. Kein Stückchen Leckerli darf der suchenden Nase oder den neugierigen Zähnen zugänglich sein. Halte die Hand auf Schnauzenhöhe vor deinen Hund. Deine Hand, die das Leckerli schützt, ist zu einer Faust zusammengeballt. Diese Faust wird das erste Zeichen für den Hund sein. Das Faustzeichen signalisiert “Halte dich von meiner Hand fern”. Später kannst du das Zeichen abändern, wenn du magst. Sag ein Wort, dass die gleiche Bedeutung hat oder ändere die Form und Position deiner Hand. Aber vorerst wird deine Hand immer eine Faust sein, wenn du dem Hund etwas über Zen erklärst.
Übliche Fehler dabei sind, das Leckerli zu schützen, indem es über den Kopf des Hundes gehalten oder schnell weggezogen wird, wenn der Hund sich der Hand nähert. Wenn man das Leckerli hoch hält, wird der Hund nur dazu animiert, danach zu springen, und wenn man es schnell wegzieht, versucht er, danach zu schnappen, um es dir wegzunehmen. Du schützt das Leckerli schon genug, indem du es verschlossen in deiner Faust hältst. Lass Zen für dich arbeiten. Lass den Hund herausfinden, wie er das Leckerli aus deiner ruhigen Hand bekommt.

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