Trick – Seite 1

TRICK

Der Hund zeigt einen beliebigen Trick, den er über das Freie Formen gelernt hat.

DARUM GEHT’S:

Ja, wir beginnen früh mit der schwierigsten Art und Weise, deinem Hund ein Verhalten beizubringen: dem Freien Formen oder Shapen. So wird es dir in Fleisch und Blut übergehen, wenn du dich allmählich weiter durch die Levels hocharbeitest. Du kannst später deinem Hund im Freien Formen beibringen, ein Apportel zu nehmen und zu halten. Wieso ich weiß, dass ihr das schafft? Ganz einfach: weil du deinem Hund bereits in Level 3 einen Trick im Freien Formen beigebracht hast. Ich werde das Rückwärtsgehen als Beispiel für das Freie Formen in diesem Level besprechen, aber du kannst natürlich alles formen, worauf du Lust hast.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Also, das Rückwärtsgehen. Setz dich zuerst mal auf’s Sofa. Clickertrainer haben sich selber einen Spitznamen gegeben – sie sind die Sofa-Trainer. Eine Frau fragte einmal, was sie denn ihrem Hund beibringen könnte; sie war am Fuß operiert worden und war daher gezwungen, ihren Fuss zu schonen und möglichst hochzulagern. Nun, die Antwort war: “Nicht gerade “Bei Fuß”, aber sonst eigentlich alles”. Also, setz dich gemütlich auf dein Sofa, bewaffnet mit Clicker und Leckerchen, dein erwartungsvoller Hund vor dir auf dem Boden. Tu erst mal gar nichts, sieh bloß die Hundepfoten an. Schau nicht in seine Augen, das ähnelt zu sehr dem “Schau”. Wenn du schon etwas geübter bist, kannst du möglicherweise alle vier Pfoten ]auf einmal beobachten. Wenn nicht, achte auf die Vorderpfoten. Wenn dein Hund sich automatisch hinsetzt, wirf ein Leckerchen und clicke, wenn er zurück kommt, aber bevor er sich wieder hinsetzt. Diese Sequenz – Leckerchen werfen und clicken, bevor er sitzt – wiederholst du so lange, bis er nicht mehr an’s Sitz denkt und hoffnungsvoll vor dir steht.

Hier steht Banner w200-leftDer Hund wird jetzt eine ganze Menge Sachen ausprobieren, die ihm aber keinen Click einbringen. Ziemlich sicher wird er dir ein “Schau” anbieten, vielleicht eine Spielaufforderung mit einer Vorderkörpertiefstellung, er wird vielleicht den Kopf schütteln, bellen, grummeln, pfoteln – ignoriere das alles und starre auf seine Pfoten. Früher oder später wird er eine bewegen. Das kannst du clicken und belohnen! Aber er ist doch nicht rückwärts gegangen? Schon, aber er hat seine Pfote(n) bewegt. Zuerst setzen wir seine Pfoten in Bewegung, und dann bestimmen wir die Richtung. Dein Hund bewegt eine Pfote – Click und Belohnung. Warte, bis er wieder eine Pfote bewegt, egal welche. Wenn dein Hund ungefähr zwanzigmal eine Belohnung für’s Pfotenheben bekommen hat, sollten seine Pfoten schon ziemlich unternehmungslustig sein.An diesem Punkt könntest du die Idee mit dem Rückwärtsgehen verwerfen und stattdessen üben, dass er eine Pfote länger hochhält oder mit beiden Vorderpfoten auf den Boden stampft. Wir werden hier aber das Rückwärtsgehen weiter besprechen.

Wenn dein Hund verstanden hat, dass er für das Bewegen seiner Pfoten einen Click und ein Leckerchen kriegt, geht es von nun an um die Richtung. Du clickst jetzt nicht mehr, wenn die Pfote sich nach vorne bewegt. Dazu musst du sehr genau auf die Bewegungen deines Hundes achten. Beim Shapen dreht sich alles um das ganz genaue Beobachten und konsequentes Clicken. Bisher hat sich dein Hund ein Leckerli verdient, wenn er irgendeine Pfote irgendwie bewegt hat, auch wenn er sie nur hochgehalten und auf dem gleichen Fleck wieder abgesetzt hat.

Jetzt änderst du deine Strategie. Das erste Ziel hast du erreicht: dein Hund bewegt irgendwie irgendeine Pfote. Jetzt wird jede Bewegung belohnt außer vorwärts. Du clickst und belohnst eine Bewegung zur Seite, nach hinten, oder auch gerade nach oben und wieder zurück. Bis seine Pfoten verstehen, dass alles – außer einer Vorwärtsbewegung – ihm einen Click und Leckerchen verdienen, kann es vielleicht fünf Clicks dauern, oder auch 200. Das ist nicht so wichtig.

Wenn dein Hund dir mindestens 8 von 10 Pfotenbewegungen nach dem Motto “egal was, aber nicht nach vorne” anbietet, kannst du das Kriterium “Richtung” weiter eingrenzen: Einen Click gibt es nur noch für eine Bewegung nach hinten, nicht mehr für seitliche oder “Rauf und Runter”-Bewegungen. Nun wird es kompliziert, denn eine Pfote kann sich nicht rückwärts bewegen, ohne dass sich früher oder später die anderen Pfoten auch nach hinten bewegen. Jetzt kommen deine Erfahrung und dein Geschick ins Spiel. Wenn du deinen Hund nur für Bewegungen seiner Vorderpfoten clickst, bewegt er vielleicht wirklich nur noch die Vorderpfoten, und irgendwann sind sie so weit zu seinen Hinterpfoten gewandert, dass er sich automatisch hinsetzt. Also musst du auch auf seine Hinterpfoten schauen, und ihre Bewegungen verstärken. Wenn du zu Beginn nur auf seine Vorderpfoten geachtet hast, hast du zumindest ein bisschen Routine im Pfotenbeobachten gewonnen, und es wird dir jetzt leichter fallen. Was für ein Glück, dass du auf dem Sofa sitzt, so ist es nämlich viel leichter, alle vier Pfoten zu sehen!

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