Target

TARGET (Wahlfach)

Der Hund läuft zu einem 3 m entfernten Bodentarget und berührt es mit seiner Nase oder mit einer Pfote. Zwei Zeichen sind erlaubt, außerdem darfst du deinen Hund vorher auf das Target aufmerksam machen.

DARUM GEHT’S:

Mit einer Targetübung lernt ein Delphin, am Beckenrand zu liegen, während sein Trainer zum Publikum spricht. Wenn dein Hund alles Mögliche mit seiner Schnauze anstupst und euch das ausreicht, bleibt dabei. Behindertenbegleithunde hingegen brauchen ein Pfotentarget, beispielsweise um Türen zu öffnen und Lichtschalter zu betätigen. Vielleicht probierst du einfach mal aus, ihm das Pfotentarget beizubringen. Ich schneide rosafarbene Scheiben aus Deckeln von Plastikbehältern aus. Der Hund sieht sie gut und sie fühlen sich anders an als der Boden oder eine Wand. Außerdem kann ich sie während der Trainings immer kleiner schneiden, bis sie schließlich nicht mehr da sind und der Hund frei “target”.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Für das Training des Schnauzentargets lass deinen Hund etwa zehnmal deine Hand berühren. Dann hältst du ein Target in der Hand, genauso, wie du ihm zuvor den Targetstick angeboten hast. Üb zuerst das Anstupsen des Targets in deiner Hand, bevor du sie allmählich nach links, nach rechts, weiter nach oben und weiter nach unten bewegst. Im nächsten Schritt hältst du deine Hand allmählich immer tiefer; ziemlich bald wird sie knapp über dem Boden sein und dein Hund wird das Target eifrig anstupsen. Dann legst du es auf den Boden und bewegst deine Hand allmählich weg. Verwende dazu die 300-Pick-Methode. Zuerst liegt das Target auf dem Boden, deine Hand teilweise darauf. Er berührt es, C&B. Er berührt das Target, wenn deine Hand direkt daneben auf dem Boden liegt, C&B. Er berührt das Target, wenn deine Hand 2 cm daneben liegt, C&B. Steigere allmählich auf 4, 6, 8 cm und so weiter. Wenn er daneben stupst, erklärst du es ihm noch einmal von Anfang an.

Einen Pfotentarget beizubringen braucht etwas mehr Einsatz, weil dein Hund das gezielte Berühren mit seiner Pfote noch nicht kennt. Fange mit einem ziemlich großen Bodentarget an. Ich würde einen stabilen, großen Tupperdosendeckel empfehlen, der mindestens 30 x 30 cm misst. Du trainierst am Anfang genauso, wie du “Geh an deinen Platz” trainiert hast. Lege dein Bodentarget in deine Nähe und clicke, wenn dein Hund es zufällig mit einer Pfote berührt. Werfe das Leckerchen neben das Target, so dass dein Hund zurückkommen und dann wieder eine Pfote draufsetzen kann. Es gibt allerdings einen wichtigen Unterschied in der Ausführung zwischen “Geh auf deinen Platz” und einem Pfotentarget: Dein Hund soll nur eine Pfote draufstellen, er braucht sich nicht hinsetzen oder hinlegen. Wir clicken also immer, wenn er mit einer Pfote das Target berührt.

Es gibt nun zwei Kriterien: Einerseits wollen wir das Bodentarget auf 5 x 5 cm verkleinern, andererseits soll dein Hund das Targetverhalten auch auf Entfernung lernen. Glücklicherweise haben die meisten Hunde richtig Spaß am Pfotentarget und sind enthusiastisch dabei. Wenn du versuchst, die Entfernung zu vergrößern, stürzen sie sich geradezu auf das Target, landen mit zwei Pfoten darauf oder klatschen es mit einer weit ausholenden Vorderpfote ab! Diese hündischen Einfälle machen das Üben des Pfotentargets zu einem Abenteuer! Baue mit der 300-Pick-Methode die Distanz nach und nach auf, und schneide jeden Tag, an dem dein Hund enthusiastisch mitarbeitet, rundherum einen halben Zentimeter ab.

Verschiebe das Bodentarget nach 10 Clicks immer mal ein wenig – etwas nach rechts, nach links, etwas weiter weg. Lass nach einem guten Training das Target einfach auf dem Boden liegen, so dass du es beim nächsten Mal gar nicht anfassen oder irgendwie beachten musst. Geh einfach mit deinem Hund in den Raum und schau, ob er schon so weit ist, dir ein Pfotentarget “kalt” anzubieten. Wenn er das gut macht, verschiebst du nach der Trainingseinheit heimlich das Target, damit es beim nächsten Üben nicht mehr am gleichen Platz ist.

Liegt das Bodentarget weit genug weg, an einer Stelle, an der dein Hund es nicht erwartet? Dann kannst du ihn jetzt auffordern, es zu suchen, zu finden und zu berühren. Zuerst geht ihr zusammen ungefähr 30 cm vom Bodentarget weg. Läuft der Hund eifrig zu dem Target zurück und pfotelt ihn, C&B, und du rufst ihn zu dir. Jetzt richtest du deinen Hund gerade zu dem Bodentarget aus. Es ist in Ordnung, wenn er steht, aber aus dem Sitzen wäre es besser. Er sollte das Target ansehen. Wenn er vorher wirklich immer eifrig zurückgelaufen ist und das Ganze ihm Spaß macht, schaut er wahrscheinlich sowieso hin. Clicke und anstelle eines Leckerlis lässt du ihn los, damit er den Bodentarget berühren kann. Das ist seine Belohnung für das Ansehen des Targets. Berührt er das Bodentarget, bekommt er C&B. Achtung: Das heißt nicht, dass er nur eine Belohnung, sprich Leckerli, für zwei Clicks bekommt! Er bekommt zwei unterschiedliche Belohnungen, für jeden Click eine andere.

Wenn er nicht nach dem Bodentarget schaut, musst du seine Aufmerksamkeit darauf lenken. Zieh das Target etwas näher heran. Klopfe darauf. Wenn ihr mit dem Nasentarget übt, kannst du auch ein Leckerchen darauf legen. Sollte dein Hund Schwierigkeiten haben, clickst du und gibst ihm eben doch ein Leckerchen, wenn er das Target schließlich sieht und lässt ihn dann hinlaufen.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Wenn du das Nasentarget trainierst, kannst du das gleiche Zeichen wie für das Handtarget und den Targetstab verwenden. Bei einem Pfotentarget hast du die Wahl (dieses Verhalten ist voller Wahlmöglichkeiten!). Du kannst ein ganz neues Zeichen verwenden, wie “Pfoti”, “Hau drauf” oder “Gib’s ihm”, oder du nimmst das gleiche Signal wie für das Schnauzentarget. Ich wollte immer zwei unterschiedliche Zeichen für Schnauzen- und Pfotentarget nehmen, aber ich konnte mich nie an beide erinnern. So kann ich zwar nicht bestimmen, wie der Hund einen Gegenstand berühren soll, aber irgendwie hatten meine Hunde damit nie Schwierigkeiten. Glücklicherweise hast du ja ein wenig Zeit, um dir ein passendes Zeichen für euch auszudenken!

SO GEHT’S WEITER:
Wie würdest du bei deinem Hund das Target als “Anker”, wie bei einem Delphin, der am Beckenrand liegen bleibt, einsetzen? Das kann eine reine Gedankenspielerei bleiben, aber auch eine sehr nützliche Anwendung sein.
Beim Pfotentarget kannst du auch das Target mit einem doppelseitigem Klebeband an einer Wand o.ä. befestigen, und dann allmählich nach oben bewegen, bis dein Hund sich aufstellen muss, um es zu berühren. Aber Achtung: Befestige das Target nicht an einer liebevoll bemalten Wand oder einem empfindlichen Möbelstück, sonst hast du bald als weitere Zierde Kratzspuren.
Auf diese Weise kann dein Hund lernen, Lichtschalter, Türöffner oder Türklingeln zu bedienen. Außerdem ist das ist eine exzellente Vorbereitung für die Targetverhalten in den Leveln 5, 6 und 7.

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