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STEH

Dein Hund steht auf ein bis zwei Zeichen (zwei Hörzeichen oder ein Hör- und ein Sichtzeichen etc.) aus einem Sitz oder Platz auf.

DARUM GEHT’S:
Steh wird oft als ein vorübergehendes Verhalten aufgefasst. Platz hingegen ist leichter verständlich: Der Körper soll mit dem Boden Kontakt halten. Steh scheint nur dadurch definiert zu sein, was es nicht ist: Es ist nicht Sitz, es ist nicht Laufen. Das Problem beim Steh sind seine Kriterien.
Eigentlich ist Steh aber ein sehr definiertes Verhalten. Vier Beine, die sich nicht bewegen und das Hinterteil, das nicht den Boden berührt. Das ist es. Wenn sich auch nur ein Fuß bewegt, tja, dann ist es kein Steh mehr.

Wozu brauchst du Steh? Die klassischen Antworten sind: Für die Untersuchung beim Tierarzt und für die Vermeidung vom Sitzen in Pfützen. Aber da hört’s natürlich noch nicht auf. Steh ist die Grundlage für eine gelungene Präsentation im Stand bei einer Zuchtschau. Es wird bei Obedience und Rallye verlangt. Es ist notwendig für die Fellpflege und ein grundlegendes Verhalten bei Zughunden. Außerdem kann der Hund beim Agility schneller aus dem Stand als aus dem Sitz starten.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Traditionellerweise lernt der Hund das Steh, indem er vorwärts gelockt wird, bis er steht und dann daran gehindert wird, sich hin zu setzen (indem man beispielsweise seine Hand unter seinen Bauch hält). Vergiss es. Wir sind hier beim Clickertraining! Es geht einfacher. Der einfachste Weg ist es, das Verhalten einzufangen. Trage einfach immer deinen Clicker und einen ganzen Haufen Leckerli in deiner Tasche herum und clicke, wenn du deinen Hund stehen siehst. Das sollte doch ganz einfach sein, oder? Wenn er nicht steht, dann ist er wohl… hm… eingeschlafen?

Hier steht Banner w200-leftDu kommst natürlich auch mit Locken weiter, aber locke ihn nicht nach vorn. Halte ein Leckerli genau vor seine Nase und bewege es langsam zu seinem Kinn und an seinem Unterkiefer entlang zum Hals. Wenn er sich zur Seite dreht, um heran zu kommen, bewege das Leckerli so, dass er in einer gerade Position bleibt. Er wird sein Hinterteil nach hinten und oben bewegen, so dass er etwas zurückweichen kann, um an das Leckerli zu kommen. Lass dich nicht von ihm reinlegen. Halte das Leckerli genau unter seinen Unterkiefer. Clicke, wenn sein Popo nach oben geht. Denk daran, dass du so schnell wie möglich ohne Leckerli auskommen solltest. Lass dich auch nicht dazu verführen, das Leckerchen zur Seite zu bewegen, so dass er herankommt, indem er seinen Kopf bewegt. Bewege es einfach ruhig und gerade auf seinen Hals zu.

Okay, du lockst. Warum ist diese Art des Lockens besser als das Vorwärtslocken? Wenn er vorwärts geht, liegt sein Schwerpunkt mehr auf den Vorderpfoten, so dass er sich leicht hinsetzen kann. Darum. Das Vorwärtslocken bringt seinen Körper in eine Position zum Hinsetzen. Wenn er hingegen zurückweicht, verschiebt sich sein Schwerpunkt nach hinten, so dass es einfacher ist, zu stehen. Rückwärtslocken bringt seinen Körper zum Stehenwollen.

Steh ist übrigens ein interessantes Verhalten, weil bei ihm alle drei Arten, wie man ein Verhalten erlangen kann, anwendbar sind. Um es zu shapen, fang einfach damit an, das Rückwärtsbewegen zu shapen. Wie ich schon erklärt habe, entsteht aus der Rückwärtsbewegung ganz natürlich das Stehen. Die ersten paar Trainingseinheiten clickst du jeden Vorderfuß, der sich nach hinten bewegt, wenn auch nur ein kleines Stückchen. Wenn dein Hund dir dann regelmäßig eine Rückwärtsbewegung seiner Vorderpfoten anbietet, wartest du darauf, dass sich die Hinterpfoten auch nach hinten bewegen. Später kannst du das dann trennen, in Rückwärtsbewegen und Stehen.

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