Steh-Bleib – Seite 2

Es kann aber auch sein, dass dein Hund fremde Leute, die ihn auch noch anfassen wollen, ganz furchtbar findet. Wenn er möchte, dass ihn jemand anfasst, würde er hingehen, fertig. Er wird auch etwas Menschen-Zen lernen, aber diesmal machen wir es umgekehrt. Er will, dass dieser Mensch weggeht, also werden wir ihm diesen Wunsch erfüllen. Verlange ein Sitz-Bleib und belohne ihn zehnmal mit C&B. Dein Helfer kommt euch dann so nahe, dass dein Hund ihn bemerkt, aber noch nicht aufsteht. Clicke, dein Helfer dreht sich um, entfernt sich und du gibst deinem Hund eine Belohnung. Auch dieser Hund wird doppelt dafür belohnt, dass er das Sitz-Bleib durchhält – einmal mit einem Leckerchen, und dann kriegt er auch noch das, was er am meisten möchte: dass dieser lästige Mensch weggeht. Er lernt, dass er nur sein Sitz-Bleib durchhalten muss, damit dein Helfer weggeht. Oh weh, da kommt er schon wieder, und sogar einen Schritt näher. Dein Hund bleibt sitzen? C&B, und dein Helfer geht wieder weg. So lernt dein Hund, dass er eine Möglichkeit hat, diese unangenehme Situation zu beeinflussen, und wenn jemand, egal ob Mensch oder Hund, einer Situation nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern sie kontrollieren kann, verliert die Situation an Schrecken. Dein Hund wird sich allmählich entspannen und Zutrauen gewinnen. Wenn dein Hund gelernt hat, dass er mit einem Sitz-Bleib deinen Helfer wegschicken kann, wird er immer länger durchhalten und auch eine geringere Entfernung akzeptieren, bis er sogar eine Berührung zulässt, sicher in dem Wissen, dass er nur lange genug sitzenbleiben muss, damit dein Helfer wieder weg geht.

WAS IST, WENN…

… ICH NICHT WEISS, WELCHE METHODE ICH NEHMEN SOLL?
Mach einen kleinen Test. Stell dich mit deinem Hund an der Leine still hin und lass deinen Helfer auf ihn zugehen und so tun, als ob er ihn streicheln möchte. Wenn dein Hund ziemlich unbeeindruckt davon ist, arbeitet nach der ersten Methode. Wenn sich dein Hund aufgeregt in die Leine wirft, um zu deinem Helfer zu gelangen und ihn abzuschlabbern, wende die zweite Methode an. Verschwindet dein Hund jedoch hinter deinen Beinen, in der Hoffnung, dadurch unsichtbar zu werden, verwende die dritte Methode.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Wieder hast du eine Situation, die er gelernt hat, verändert und etwas Neues hinzugefügt (deinen Helfer und die Berührung), daher hast du selbstverständlich dein Sitz-Bleib-Zeichen nicht mehr verwendet, bis du ganz sicher warst, dass dein Hund trotz der Veränderungen ein Sitz-Bleib, nur ein Sitz-Bleib und nichts anderes als Sitz-Bleib ausführt.

SO GEHT’S WEITER:
Übe mit anderen Leuten – mit Männern, Frauen und Kindern. (Aber nur, wenn es für deine Hilfswilligen ungefährlich ist!) Mit Männern in schweren Arbeitsstiefeln. Mit Leuten, die komische Hüte auf dem Kopf tragen – Hunde achten sehr auf die Körperkonturen, so dass Menschen mit Hüten für ihn möglicherweise Aliens sind. Mit Frauen in langen Röcken.
Wenn dein Hund entspannt und zufrieden im Sitz-Bleib verharrt, könntest du auch jemanden, den dein Hund gut akzeptiert und der behutsam vorgeht, bitten, deinen Hund sanft am Rücken oder am Kopf zu berühren. Außerdem könnt ihr trainieren, dass du dich allmählich etwas weiter von deinem Hund entfernst, während er von jemand anderem berührt wird.

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