Slalom-Training mit dem Clicker


Ein Experiment von Mike Theiss (vielen Dank, Mike!), im Orginal unter http://go.to/agility

Die Vorgeschichte

Wir haben bisher mit 5 Hunden Agility betrieben. Alle, bis auf einen, haben den Slalom mit herkömmlichem, positivem Training gelernt und recht gute Leistungen erbracht. Die kleine Blueberry Hill schaffte das nicht: Sie konzentrierte sich immer nur voll auf den Führer, ohne die Slalom-Stäbe überhaupt anzusehen. Nach über einem Jahr geduldigem Üben kollidierte sie immer noch mit den Stäben oder ging durch die gleiche Pforte rein und zurück.

Ich habe in Vereinen über lange Zeit Anfänger in Agility ausgebildet und weiter betreut. Ich kenne die meisten Kniffe, die man in diesem Sport anwenden kann. Aber bei Blueberry Hill war ich mit meiner Weisheit am Ende. Ich wollte jedoch nicht aufgeben, besonders deshalb nicht, weil sie der schnellste und eifrigste Hund ist, den wir je besessen haben.

Hier steht Banner w200-left

Meine Frau und ich haben alle unsere Hunde auf den Clicker konditioniert, weil wir clickern in Einzelfällen für das Verfeinern einiger Übungen (mit guten Resultaten) anwenden. Das Einlernen des Slaloms erschien uns jedoch so komplex, dass wir dafür das Clickern nicht für besonders geeignet hielten. Aber mit Blueberry Hill wusste ich keinen anderen Ausweg. Wie ich vorgegangen bin, und welche Erfahrungen ich dabei machte, will ich nun ausführlich und reichlich illustriert beschreiben. Inspiriert wurde ich durch einen Artikel von Helix Fairweather, der in der Zeitschrift "The Clicker Journal" veröffentlicht wurde.

 

 

Der erste Schritt

Für uns ist der (Blick-)Kontakt mit dem Hund zu einer Selbstverständlichkeit geworden, bevor wir mit einer Übung beginnen. So auch beim Clickern. Blueberry Hill weiss, dass ich einen Clicker in meiner Hand habe. Ihr kleiner Körper ist voller Spannung, ihr Pelz sträubt sich in ungeduldiger Erwartung, ihre Augen sind weit geöffnet, und sie bellt auffordernd. Ihr Blick sucht nach dem meinigen.

"Click" und Belohnung aus der linken Hosentasche !

 

Blueberry entdeckt den Slalom

Nach dieser Belohnung versucht Blueberry mehrmals aufgeregt durch erneuten Blickkontakt einen Click zu erhaschen, der jedoch ausbleibt. Sie beginnt sich, nun etwas zögernder, im Kreise zu drehen und sieht sich dabei um.
Der Click kommt in dem Augenblick, wo sie den Slalom ansieht.

Sie begreift sofort, dass sie den Slalom ansehen soll. Darauf lege ich grossen Wert, eben weil sie den Slalom früher "nie gesehen hatte". Das Ganze geht blitzschnell: Blick auf den Slalom – Click – Leckerchen holen, Blick auf den Slalom – Click – Leckerchen, und so weiter ca 10 mal. Sofort clicken, damit sie keine Zeit hat, auf den Slalom los zu gehen. Das will ich nämlich in dieser Phase noch nicht. Wir machen eine Pause.

Was macht man in der Pause?

Clicker Training wird als besonders anstrengend für den Hund angesehen, weil es so intensiv ist. Deshalb brauchen wir Pausen. Diese sollen wir beginnen, bevor der Hund Müdigkeit zeigt oder unkonzentriert wird. Wenn er gern weitermachen möchte, kann er eine Pause als Strafe auffassen und vielleicht Stress entwickeln.

Deshalb ist Massage ein gutes Mittel, Pausen optimal auszunutzen. Vorausgesetzt, unser Hund ist Massage gewohnt. Während man den Hund vor und nach körperlichen Anstrengungen massiert, um Muskelschäden vorzubeugen, ist beim Clickern die enorm beruhigende Wirkung der Massage das Wichtigste.
Wenn Du etwas wirklich Gutes für Deinen Hund tun möchtest, solltet Ihr beide das Massieren erlernen!
Foto: Blueberry Hill lässt sich genussvoll von Else massieren

Weiter auf der nächsten Seite

Hier steht der Banner W336