Schau – Seite 2

ER BLOSS AUF MEINE HAND STARRT?
Prima, den einen Teil des Verhaltens einen langen Blick kann er schon, jetzt musst du nur noch die Richtung ändern. Bleib ganz ruhig sitzen und lass ihn auf deine Hand starren. Und starren. Und starren. Halte deine Hand ganz ruhig. Früher oder später wird er dir die “He, du Dummkopf!”-Reaktion zeigen: “He, du Dummkopf! Bist du da oben eingeschlafen? Ich starre deine Hand an! Wo bleibt mein Leckerchen?” Dabei wird er dir zumindest einen kurzen Blick zuwerfen, anstatt gebannt deine Hand anzustarren – Click!

Es gibt auch eine andere Methode: Du versteckst deine Hände hinter deinem Rücken. Wenn dein Hund hinter dich läuft, um nachzusehen, was du in deinen Händen hast, setz dich in eine Ecke mit dem Rücken an die Wand. Sei zuversichtlich – denn wenn er erst einmal seine Aufmerksamkeit von deiner Hand auf deine Augen übertragen hat, wird er wunderbar Blickkontakt halten!

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Führe ein Hörzeichen (“Schau” oder “Watch me”) ein, wenn dein Hund dir mindestens 10 Sekunden festen Blickkontakt anbietet.

Hier steht Banner w200-leftSO GEHT’S WEITER:
Wenn er verstanden hat, dass er für Blickkontakt einen Click bekommt, kannst du die Zeit verlängern. Zähle “eins…Click”, “eins…zwei…Click”, “eins…zwei…drei…Click” und so weiter. Wenn er einen Fehler macht, fang wieder bei einer Sekunde an. Achte auf deine Kriterien. Du willst einen festen Blickkontakt. Wenn er auch nur kurz wegschaut, fang wieder von vorne an.
Erhöhe allmählich die Zeit des Blickkontaktes und baue dann Ablenkungen ein. Ich wackele zuerst mit den Fingern. Mach das aber erst, wenn du sicher bist, dass dein Hund weiß, dass es für Blickkontakt C&B gibt! Wenn er aus den Augenwinkeln deine Handbewegung bemerkt, wird er kurz hinsehen. Bewege die Finger weiter und mach sonst gar nichts. Ziemlich bald wird er sich erinnern, welches Spiel ihr gerade spielt, und dich wieder ansehen. Click! Als nächstes öffnest du deine Hand neben ihm, schließt sie wieder, wenn er nach dem Leckerchen fassen will (Hand-Zen), und wartest auf Blickkontakt. Weitere Ideen für Ablenkungen? Wenn du bisher im Sitzen geübt hast, steh auf. Arbeite in verschiedenen Räumen und mit unterschiedlichen Ablenkungen. Und vergiss nicht, die Zeit zu verkürzen, wenn du eine neue Ablenkung einführst!

In einer neuen Situation setze ich mich erst mal ruhig hin und übe Blickkontakt. Auf diese Weise erinnere ich meinen Hund an viele Dinge, die mir wichtig sind:
a) Er kann an neuen Orten arbeiten.
b) Er ist nicht alleine an einem unbekannten Ort ausgesetzt worden, denn ich bin bei ihm. Er kann sich sogar an meine Fersen heften. Wir bleiben zusammen und wir sind in Sicherheit.
c) Er muss mir etwas anbieten, was ich möchte, damit er das kriegt, was er möchte, sogar an ganz außerordentlich interessanten neuen Orten. Das ist vor allem wichtig für enthusiastische und neugierige Hunde. Er kann nicht in eine neue Umgebung hineinplatzen und erst einmal eine Stunde lang all die wundervollen neuen Dinge und Gerüche untersuchen, bevor er irgendwann mal zu mir zurückkommt. Zuerst komme ich. Ich bekomme seine Aufmerksamkeit, oder hier passiert überhaupt nichts Interessantes.

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