Platz-Bleib – Seite 2

Wir haben nunmehr dem Hund erklärt, dass wir nicht seine Kreativität, sondern das Platz belohnen. Jetzt werden wir ihm Platz-Bleib beibringen. Wenn er zwei Sekunden lang liegen bleiben kann, machst du Folgendes: Verlange ein Platz, zähle bis eins, clicke und gib ihm das Leckerli während er liegt. Sollte er aufgestanden sein, versuchst du das Ganze nochmal schneller hinzukriegen. Wenn er nicht aufsteht, zählst du bis zwei, clickst und gibst ihm das Leckerli während er liegt. Wenn er nicht aufsteht, zählst du bis drei, clickst und gibst ihm das Leckerli während er liegt. Dann zählst du bis vier, dann fünf, dann sechs, und so weiter. Jedes Mal, wenn er aufsteht, bevor du clickst, bringst du ihn ins Platz zurück und fängst mit dem Zählen wieder bei einer Sekunde an.

Leider neigen viele Leute dazu, den Hund im Platz zu lassen, bis er von sich aus aufsteht, ihn dann zu berichtigen und wieder abliegen zu lassen, bis er denselben Fehler noch einmal macht. Das ist eine beispielhafte Klumpenbildung und leider außerordentlich beliebt. (Anm. d. Ü.: Auf diese Weise lernt der Hund eine unerwünschte Verhaltenskette: Zeichen für Platz – lege dich hin – stehe auf, damit du wieder ein Zeichen für Platz kriegen kannst – C&B.)
Das Großartige an der von mir beschriebenen Methode ist, dass du den Hund belohnen sollst, wenn er das Verhalten richtig ausführt und dass du dich sehr langsam seiner Grenze näherst. Wenn er zehn Sekunden lang im Platz bleiben kann, hast du ihn quasi zehn Mal in Folge dafür belohnt, dass er es richtig macht (eine Sekunde, zwei Sekunden, drei Sekunden, usw. bis zehn Sekunden). Dann seid ihr bei zehn Sekunden angelangt und er macht einen Fehler. Anstatt ihn nochmal zehn Sekunden im Platz liegen und wieder einen Fehler machen zu lassen, gehst du wieder zu einer Sekunde, zwei Sekunden, etc. zurück und belohnst ihn zehn Mal dafür, dass er es richtig macht. Vielleicht wird er das dritte oder vierte Mal, dass er die zehn Sekunden schafft, genug Belohnungen bekommen haben, dass er elf Sekunden für dich riskiert. HURRA!

Hier steht Banner w200-leftEs ist schon interessant, welche Grenzen verschiedene Hund ihren Verhaltensweisen setzen. Bei Bleib-Verhalten kann man meist richtige Sprünge beobachten. Dein Hund braucht vielleicht viel Arbeit mit 10 Sekunden, rauscht dann aber förmlich durch zu 48 Sekunden, wo er wieder ein paar mehr Trainingseinheiten braucht und kommt dann wieder super voran, bis ihr bei 2 Minuten und 15 Sekunden ankommt. Bleib einfach immer zuversichtlich. Wenn du an den Anfang zurückgehst und ihm dort, wo es noch einfach für ihn ist, erklärst, wofür du ihn belohnst, und wenn du dich so jedes Mal langsam an seine Grenze heranarbeitest, wird er sie immer weiter nach hinten verschieben.

WAS IST, WENN…
… MEIN HUND IMMER NOCH SO WAHNSINNIG SCHNELL AUFSPRINGT? ICH KANN LECKERLIFEUERWERKE GEBEN, BIS ICH SCHWARZ WERDE!

In Ordnung, in dem Fall verlangst du zwei Mal Platz von ihm, bevor du clickst. Platz (aufstehen) Platz – Click. Platz (aufstehen) Platz – Click. Ailsbys Prinzip der Faulheit besagt, dass das Aufstehen zwischen dem zweimaligen Platz immer flüchtiger werden wird, bis dein Hund irgendwann ausprobiert, ob er nicht einfach liegen bleiben kann und du trotzdem clickst. Na sowas, hm, hurra!
Wenn du dreißigmal Platz verlangt hast und dein Hund immer noch zu schnell für dich ist, gehst du dazu über, für drei Mal Platz hintereinander zu clicken. Irgendwann wird es für ihn schon uninteressant werden, zwischendurch immer aufzustehen.

… ER AUFSTEHT, WENN ICH CLICKE?
Wie Bill Gates gesagt haben soll: Das ist kein Fehler, sondern eine Funktion. Der Click beendet das Verhalten. Wenn du clickst, hat er schon getan, was du von ihm wolltest, also kann er auch aufstehen.

Den Großteil an Informationen über sein Verhalten teilst du deinem Hund über den Clicker mit. Was er gerade tut während er den Click hört, ist genau das, wofür er belohnt wird. Einen kleinen Teil an Informationen erhält er aber auch durch das Futter. Was er gerade tut während er das Futter bekommt, hat ein klein wenig damit zu tun, wofür er belohnt wird. Das kann man z.B. sehr gut beim Apportieren beobachten. Ich kann meine Hündin hundertmal dafür clicken, dass sie losrennt und ihr Apportel aufnimmt. Sie wird also immer losrennen und ihr Apportel aufnehmen. Sie wird nicht bei mir bleiben und meine Hand anstarren, obwohl von dort ihr Futter kommt. Gleichzeitig wird ihr Front mit Sicherheit langsam zu meiner Rechten driften, falls ich ihr die Belohnung immer mit der rechten Hand zukommen lasse. Ein großer Teil der Information verrät ihr, dass sie das Apportel holen soll. Ein kleiner Teil der Information bringt sie dazu, meine rechte Hand anzusteuern.

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