Pflege und Umgang

PFLEGE UND UMGANG

Der Hund lässt dich seine Schnauze und seine Zähne berühren und sanft manipulieren (beispielsweise abreiben). Du kannst das auf einem Tisch oder dem Fußboden machen.

DARUM GEHT’S:
Los, ran die Arbeit oder besser gesagt, ran an den Hund. Viele Hunde mögen es gar nicht, im Gesicht angefasst zu werden, aber beim Apport, bei der Pflege und dem Reinigen von Gesicht, Schnauze und Zähnen, und auch bei Tricks wie das Balancieren von Leckerchen auf der Nase müssen wir sie anfassen und pflegen können, ohne Unmutsbekundungen des Hundes befürchten zu müssen. Bei Notfällen den Hund sicher behandeln zu können, kann dir das nicht nur Kosten für Betäubungsmittel ersparen, es kann deinem Hund das Leben retten.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Zuallererst solltest du noch mal deinen Hund daran erinnern, dass er deine Berührungen am Körper und an den Beinen mag. Clicke deine Berührungen, so dass er gerne mitspielt. Dann arbeite dich langsam den Rücken hoch, über die Schultern, den Nacken, zum Kopf. Clicke, während du dich vorarbeitest. Arbeite dich langsam über den Schädel vor, spiele sanft mit seinen Ohren, krabbele ihn auf seiner Schnauze.

Geh’ nicht zu den Zähnen über, bevor du seine Schnauze problemlos umgreifen und halten kannst. Wenn du seine Schnauze umfassen kannst, streichele mit den Fingern dieser Hand seine Lippen. Übrigens, umfasse nicht seine Schnauze, wenn dein Hund gerade versucht, sein Leckerchen zu kauen und runterzuschlucken!

Und nun, eine Geheiminformation zum prüfungsgerechten “Zeigen des Gebisses”. Dein Hund sitzt neben dir in der Grundstellung. Lege den Mittelfinger deiner rechten Hand unter seine Schnauze, um den Kiefer zu unterstützen und den Kopf zu stabilisieren. Häufig üben und belohnen, bis dein Hund seinen Kopf zufrieden auf deinem Finger ruhen lässt.
Und jetzt die linke Hand. Falte den Mittelfinger, den Ringfinger und den kleinen Finger nach innen in die Handfläche, damit du nicht deinem Hund die Augen verdeckst. Der Daumen und der Zeigefinger bleiben offen. Damit greifst du von oben behutsam über die Schnauze, der Zeigefinger von links, der Daumen von rechts. Dann hebst du leicht die Lefzen an. Mit etwas Übung ist das eine schnelle, leichte und angenehme Methode, um das Gebiss beispielsweise einem Richter zu zeigen. Natürlich muss dein Hund damit vertraut sein und sich dabei wohl fühlen, was du erreichst, indem du langsam und vorsichtig vorgehst und beim Clicken insbesondere auf Entspannung achtest. (Anm. der Ü:: die Ausführung der Übung “Zeigen des Gebisses” wurde an die derzeit gültige Prüfungsordnung VDH angepasst.” )
Das Hundemaul etwas weiter zu öffnen, um die Zähne zu reinigen, erbeutete Socken vor der Zerstörung zu retten oder um ihm eine Tablette zu geben, ist genauso einfach, wenn dein Hund daran gewöhnt ist. Dafür ist es besser, wenn dein Hund vor dir sitzt. Greif mit der linken Hand über die Schnauze. Schiebe deinen Daumen und deinen Zeigefinger direkt hinter den oberen Fangzähnen ins Maul. Wenn dein Hund leicht im Kiefer nachgibt, und die Schnauze nicht mehr ganz so fest geschlossen ist, kannst du deinen rechten Zeigefinger auf die unteren Schneidezähne legen und seinen Unterkiefer sanft nach unten drücken, damit er seine Schnauze öffnet. Auch hier wieder viel üben, wenig fordern und oft belohnen. Clicke, wenn dein Hund diese Manipulationen duldet und wenn er sich entspannt.

WAS IST, WENN…
… ER MICH ÜBERHAUPT NICHT SEINE SCHNAUZE BERÜHREN LÄSST?

Das Problem kann in einer Anleitung wie dieser nicht behandelt werden, dazu brauchst du professionelle Hilfe.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Eigentlich willst du in der Lage sein, deinen Hund jederzeit und überall ohne Zeichen zu berühren. Ich persönlich wende einiges an Zeit und Mühen auf, um meinen Hunden eine Spielaufforderung beizubringen, welche bedeutet: “Jetzt ist Spielzeit, also darfst du meinen Händen ausweichen, sie spielerisch in den Fang nehmen und leicht zubeißen und mich auch noch anknurren.” Meine Spielzeichen beinhalten einen auf die Seite geneigten Kopf, aufgerissene Augen, eine Hand, zur Klaue geformt, die Hundenase oder seine Pfoten zu fassen, und dazu noch ein pseudo-bedrohender Ausruf wie “Du schlimmer Hund, jetzt krieg’ ich dich!” Wenn ich diese Spielaufforderung nicht gebe, erwarte ich von meinem Hund, dass er sich jederzeit und problemlos berühren, halten und manipulieren lässt. Das ist sozusagen eine Grundeinstellung.

SO GEHT’S WEITER:
Dass andere Personen genauso mit deinem Hund umgehen können, ist zwar kein Teil von Level 4, ist aber ein unverzichtbarer Bestandteil seiner Ausbildung. Wenn dein Hund beispielsweise schon damit vertraut ist, dass du seinen Kopf berührst und behandelst, und gelassen bleibt, nutze dieses Level, um auch mit anderen Personen zu üben.

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