Leinenführigkeit

LEINENFÜHRIGKEIT

Der Hund läuft an lockerer Leine, während ihr in 25 Meter Entfernung an freilaufenden Hunden vorbeigeht. Der Hund bleibt auf angemessene Signale hin unter Kontrolle, kein übermäßiges Eingreifen ist erforderlich.

DARUM GEHT’S:

Das Wichtigste in diesem Level ist, dass dein Hund von sich aus darauf achtet, dass die Leine locker bleibt, weil Hund das eben so macht – und nicht, weil du ihn ständig dazu aufforderst. Zur Erinnerung: ein “angemessenes Signal” wäre beispielsweise, die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich zu lenken, bevor ihr euch in ein Getümmel stürzt. Die meisten Hunde werden nicht von allen Dingen gleichermaßen abgelenkt, daher wird das Lockerlassen der Leine deinem Hund in einigen Leveln leichter fallen, als in anderen. Aber sag’ nicht einfach: “ach, mein Hund lässt sich nicht von anderen Hunden ablenken!” – trainiere und überprüfe es.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Ihr habt bei dem Training unter Ablenkung mit Futter auch nicht damit begonnen, dass ihr den Boden mit Leckerchen gepflastert habt. Also beginne dein Training nicht damit, dass du deinen Hund ins kalte Wasser wirfst und erwartest, dass er nicht an der Leine zieht, wenn zehn Hunde um ihn herumtoben und zum Mitspielen auffordern.
Nein, ihr fangt damit an, dass ihr einem anderen, angeleinten Hund begegnet. Vergiss nicht: kommt die Leine auf Zug, gehe sofort nach hinten von der Ablenkung weg, aber belohne deinen Hund, wenn er die Leine locker lässt. Wenn du an einem Hund vorbeigehen kannst, und dein Hund dabei nicht zieht, nimm einen weiteren Hund dazu, dann noch einen usw. Steigere die Anzahl der Hunde nach und nach. Schafft dein Hund es beispielsweise an sechs Hunden vorbeizugehen, ohne an der Leine zu ziehen, übt ihr mit einem einzigen Hund weiter, aber der darf jetzt ohne Leine frei rumlaufen. Wenn die Leine locker bleibt, kommt ein zweiter, frei laufender Hund hinzu. Schon hast du zwei umherlaufende und vielleicht sogar spielende Hunde. Fange in der Entfernung an, in der dein Hund noch gelassen bleibt und nicht zieht, damit dein Hund versteht, dass die Leine locker bleiben muss, egal was um ihn herum passiert. Arbeite dich zu dem Punkt vor, bis ihr ohne Leinenzieherei durch zwei freilaufende Hunde hindurchgehen könnt.

WAS IST WENN…

… ICH MICH DABEI AUFREGE UND IHN SCHLIESSLICH AN DER STRAMMEN LEINE UMHERZERRE?
Du bist zu nah an den anderen Hunden. Lies dir die Kapitel zur Leinenführigkeit aus Level 2 und 3 noch einmal durch. Entfernt euch von dem Getümmel –eine solide Entfernung ist hier euer bester Freund. Vielleicht reicht ein Meter zwischen euch und einem anderen Hund, vielleicht ist auch ein halber Häuserblock nicht weit genug weg. Arbeite mit deinem Hund und nicht mit deinen Vorstellungen! Gehe soweit weg, bis dein Hund nicht mehr zieht und die Leine locker lässt. Dann, und nur dann, könnt ihr näher zu den anderen Hunden gehen. Geh wieder zurück – geh nicht so nah ran, dass dein Hund anfängt zu ziehen! Und belohne häufig und großzügig das Lockerlassen der Leine.

ICH HABE KEINE HUNDESCHULE MIT EINEM HAUFEN FREILAUFENDER HUNDE ZUR VERFÜGUNG!
Wenn eine Hundewiese in deiner Nähe ist, gehe dort hin. Trainiere aber außerhalb der Freilaufzone, damit du hundertprozentig kontrollieren kannst, wie nahe ihr den anderen Hunden kommt. Es gibt keine Hundewiese in deiner Nähe? Geht in einen normalen Park. Dort triffst du immer Leute mit Hunden. Du gehst auf dem Weg auf die anderen Hunde zu und vom Weg runter, wenn der Hund anfängt, Fehler zu machen und die Leine anzieht. Du kannst anderen Hundebesitzern und ihren Hunden folgen und wenn dein Hund anfängt zu ziehen, zurückbleiben. Wenn andere Hundebesitzer Interesse an deinem Hund zeigen – und das werden sie, sie können gar nicht anders – frage sie, ob sie dir ein paar Minuten helfen können.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Nein, es gibt kein besonderes Zeichen für das Lockerlassen der Leine. Niemals. Das ist das Standardverhalten. Wenn die Leine dran ist, ist sie locker.

SO GEHT`S WEITER:
Wenn es schwierig ist, wohlerzogene freilaufende Hunde zu finden, arbeitet in der Nähe eines Schulhofes – während der Pause. Das ist auch eine massive Ablenkung, die man zum Training und zur Vorbereitung eines Hundetreffens nutzen kann.

Weiter geht’s mit dem nächsten Artikel: Pflege und Umgang

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