Leinenführigkeit – Seite 2

Betrachte den heutigen Tag als den ersten Tag vom Rest des Lebens deines Hundes. Von jetzt an wird eine straffe Leine ihn nicht, niemals und gar nie dahin bringen, wo er gerne hin will. Dieser einfache Satz ist wirklich der Schlüssel zur Leinenführigkeit. Deswegen: Geh rechtzeitig zur Hundestunde los. Beende deinen Spaziergang, wenn er zieht. Und sei bereit, Zeit – viel Zeit – dafür zu investieren.

Wenn du dringend irgendwohin musst und wirklich keine Zeit für die lose Leine hast, gibt es mehrere Möglichkeiten:
a) Gib die Vorstellung der Leinenführigkeit komplett auf,
b) leg dem Hund ein Halti oder ein Anti-Zug-Geschirr an,
c) nimm ein normales Geschirr und lass den Hund daran – und nur daran! – ziehen,
d) trage ihn,
e) halte ihm Würstchen vor die Nase und lass ihn den ganzen Weg daran zutzeln,
g) spiel den ganzen Weg ein Zerrspiel mit ihm,
h) – ach, jetzt bist du dran mit Ideen.
Bereite dich darauf vor, dass die Zeit knapp werden kann. Gut, ich werde selber den Hund ziehen oder mich zum Auto ziehen lassen, wenn mein Kind ein gebrochenes Bein hat, der Hund gerade ein Messer geschluckt hat oder das Haus niederbrennt. Aber ansonsten gehe ich an einer straffen Leine nirgendwohin.

Es ist wirklich so, dass deine Einstellung der wichtigste Faktor bei der Ausbildung der Leinenführigkeit ist. Nachdem wir das geklärt haben, lass uns weitermachen.

Hier steht Banner w200-leftDu brauchst einen Platz ohne Ablenkung, wie ein leeres Wohnzimmer, einen Kellerraum oder einen Hinterhof. Nimm eine etwa 2 m lange Leine; für einen 20 kg schweren Hund etwa 1,5 cm breit, für einen 35 kg schweren Hund etwa 2 cm und für alles darüber, 2,5 cm. Schieb deinen Daumen durch die Schlaufe, wickle die Leine einmal von Daumen zur Handfläche, um den Handrücken und wieder auf die Handfläche, leg die andere Hand auf die Leinenhand und umfasse mit beiden Händen deine Gürtelschnalle. Außer wenn du Leckerli fallen lässt, bleiben deine Hände beim Üben der Leinenführigkeit unverändert an deinem Gürtel.

Eine lose Leine ist eine Leine, deren Karabiner gerade vom Halsband herunterhängt. Wenn die Leine den Karabiner irgendwie hochhebt, ist sie nicht mehr lose.

Clicke deinen Hund fünfzigmal dafür, dass er in deiner Nähe ist, auch wenn du mehrere Tage dafür brauchst. Das ist schon in Ordnung. Wenn der Hund in deiner Nähe ist, an einer 2 m langen Leine, und du nur einen Wicklung um die Hand gelegt hast, muss die Leine lose sein. Simmt’s? Natürlich stimmt’s!

Dann gehe langsam im Raum umher. Clicke sehr oft, wenn dein Hund in deiner Nähe bleibt. Du clickst nicht dafür, dass er dich ansieht, sich hinsetzt, wenn du stehenbleibst, oder an deiner linken Seite geht, sondern nur dafür, dass er in deiner Nähe ist. Und wenn er in deiner Nähe ist, ist die Leine lose. Simmt’s? Natürlich stimmt’s! Clicke etwa fünfzigmal dafür, dass er an einer losen Leine in deiner Nähe läuft.

Jetzt wird es schwieriger. Gib deinem Hund ein Zielobjekt, etwas, wo er wirklich gerne hin möchte: ein Spielzeug, einen wunderbaren Leckerbissen, eine andere Person, eine Tür oder was auch immer. Stell’ das Zielobjekt ans Ende der längsten Strecke, die du zur Verfügung hast. Fang an dem anderen Ende an – die Leine richtig aufgenommen, so wie ich es beschrieben habe. Geh langsam in Richtung des Zielobjektes und clicke sehr oft und rasch für eine lose Leine.
Wenn dein Hund den ganzen Weg bis zu seinem Zielobjekt mit einer losen Leine gegangen ist, dann darf er es haben, damit spielen, es fressen oder durchrennen. Und dann das Ganze noch mal von vorn.

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