Kontaktzonen

KONTAKTZONEN (Wahlfach)

Der Hund geht über ein flaches Brett mit einem Click auf oder unmittelbar nach der Abgangs-Kontaktzone.

DARUM GEHT’S:
Über ein Brett zu laufen, ist eine gute Vorbereitung auf viele Hindernisse im Agility, wie der Laufsteg, die Wippe und die A-Wand. Viele Hunde gewinnen mit dieser Übung Selbstvertrauen und Körpergefühl, denn sie lernen, wo ihre Pfoten sind und was sie gerade damit machen. Ich mag jede Übung, die einen Hund lehrt, Objekte zu verwenden oder sie zu manipulieren.
Bevor du mit dem Training beginnst, entscheide dich, welches Verhalten du von deinem Hund auf der Kontaktzone erwartest. Wenn du keine Agility-Turniere planst, clicke einfach, wenn der Hund am Ende des Brettes ist. Falls doch, solltest du entweder alle vier Pfoten auf der Kontaktzone am Ende des Brettes clicken, oder Vorderpfoten unten und Hinterpfoten drauf (“2 on, 2 off”). Wenn du ein Target verwenden möchtest, um die Nase tief oder die Pfoten sicher auf oder knapp nach Beginn der Abgangs-Kontaktzone zu halten, kannst du jetzt erst mal mit dem Training ohne Target beginnen und dann den Target beim nächsten Level einsetzen. Wenn dein Hund ein Pfoten-Target schon kennt, kannst du es aber auch jetzt schon einsetzen.
Achte darauf, dass das Brett fest und ruhig aufliegt. Wenn es uneben liegt, verwende eine zusätzliche Unterlage oder einen dicken Teppich, damit es nicht kippelt, wenn der Hund drauf tritt.
Die Kontaktzone beginnt etwa 90 cm vor dem Ende des Brettes. Im Agility ist dieser Bereich andersfarbig, meistens gelb, angestrichen. Er heißt Kontaktzone, weil der Hund mindestens eine Pfote auf diesen Bereich setzen muss, damit es keine Strafpunkte gibt.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Das ist eine ausgezeichnete Übung, um dir etwas Routine und Zuversicht im Shapen, dem Formen eines Verhaltens, zu geben. Lege das Brett auf den Boden in deiner Nähe. Ich beginne mit einem meiner Laufsteg-Bretter, aber du kannst wirklich jedes alte Brett verwenden, das 20 cm oder breiter ist. Die Länge ist erstmal nebensächlich, solange du Platz dafür hast – ja, du kannst auch in deinem Wohnzimmer trainieren! Clicke den Hund für das Ansehen des Brettes, dafür, dass er sich ihm zuwendet, darauf zugeht, es beschnüffelt, eine Pfote draufstellt, zwei Pfoten draufstellt, drei Pfoten draufstellt und schließlich alle vier Pfoten draufstellt. Wenn du dich beim Shapen nicht sicher genug fühlst, stell’ oder setz’ dich neben das Brett und wirf einfach ein Leckerli an die Stelle, wo dein Hund stehenbleiben soll und in einer guten Position zum Weitermachen ist. Zu Beginn soll dein Hund sich mit dem Brett beschäftigen, also wirfst du das Leckerli in die Nähe des Brettes oder auf die andere Seite des Brettes. Natürlich kannst du den Hund einfach mit dem Futter drüberlocken, aber warum nicht einfach mal das Shapen ausprobieren?
Steht dein Hund auf dem Brett, kannst du ihn weiterlocken, indem du dich etwas zur Seite bewegst, oder du drehst deine Schultern und den Kopf, oder du legst die Leckerli mehr ans Brettende. Wenn du die Leckerli an den Enden des Brettes auslegst, wird er bald flott und freudig über das Brett zu den Leckerli laufen.
Wenn du neben dem Brett mitgehst, versteht er sicher schnell, dass er auf dem Brett laufen soll. Aber wie immer beim Locken und Führen, solltest du baldmöglichst damit aufhören, weil er sonst immer darauf warten wird, dass du mitgehst. Betrachte das Ganze als eine Distanzübung, genau wie “um eine Stange herumgehen”.
Wenn dein Hund sauber auf dem Brett läuft, clicke ganz genau dort, wo du möchtest, dass er stoppt – auf oder kurz nach der Kontaktzone. Bald wird er über das Brett laufen und auf der Kontaktzone stehen bleiben, weil er auf den Click wartet (aber das ist schon das nächste Level).

WAS IST WENN…

… MEIN HUND ZU GROSS IST UND GAR NICHT MERKT, DASS SEINE HINTERPFOTEN NICHT AUF DEM BRETT SIND?
Meine Lamas haben das gleiche Problem. Erhöhe das Brett ein bisschen. Lege beide Enden auf etwas Stabiles wie einen Ziegelstein oder ein sehr dickes Buch. Wenn das Brett sehr lang ist, unterstütze es auch in der Mitte, damit es nicht durchfedert. Oder nimm ein anderes, breiteres Brett, damit er versteht, dass alle vier Pfoten auf dem Brett sein müssen. Wenn er das verstanden hat, nimmst du wieder das schmalere Brett. Mehrere meiner großen Hunde (Anm. d. Ü.: Riesenschnauzer) waren zu breit, um ihre Hinterpfoten beim langsamen Gehen gleichzeitig auf dem Brett zu halten, aber als sie verstanden, worum es ging, und etwas flotter liefen, klappte es – und als sie es flott konnten, konnten sie es auch langsamer.

… ICH EIN TARGET VERWENDEN WILL?
Kein Problem. Es gibt so viele unterschiedliche Kontaktzonen-Verhalten, wie es Hunde gibt, die Agility laufen. In diesem Level soll unser Hund zuversichtlich über das Brett laufen und eine Belohnung für das Berühren der Kontaktzone bekommen, egal ob mit oder ohne Target

… ICH MICH NICHT ENTSCHEIDEN KANN, WELCHES KONTAKTZONEN-VERHALTEN ER ZEIGEN SOLL? HILFE!
Keine Sorge. Selbst ausgebuffte Agilityleute können sich darüber die Köpfe heißreden und zu keinem Ergebnis kommen. Im Zweifelsfall clicke deinen Hund einfach für das Erreichen des Brettendes. Sieh es als ein feines Kunststück an, das Zuversicht bei deinem Hund und bei dir aufbaut; es gibt überhaupt keinen Grund, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Wenn er fröhlich und zuversichtlich auf das Brett läuft, kannst du ihm erklären, wie man das nennt. Ich sage “Walk On”. Bei diesem Trainingsstand würde ich vorschlagen, dass er einfach einen Click für das richtige Kontaktzonenverhalten bekommt; ich würde jetzt noch kein Zeichen einführen.

SO GEHT’S WEITER:
Du solltest so lange üben, bis dein Hund das Brett sieht, drauf läuft, mit allen vier Pfoten auf dem Brett weiter läuft und eindeutig einen Click auf der Kontaktzone am Ende des Brettes erwartet. Das wäre das Zielverhalten. Jetzt kannst du das Brett leicht anheben – lege ein Ende auf eine Stufe, oder lege beide Enden auf einen niedrigen Sprung. Dein Hund kann auch eine Rampe hoch- oder hinunterlaufen, oder über ein Brett in 15 cm Höhe laufen. Aber achte darauf, dass das Brett solide aufliegt, damit es nicht herunterfällt und dein Hund sich erschreckt.

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