Komm

KOMM

Dein Hund kommt auf lediglich ein Zeichen aus etwa 12 m Entfernung durch umherlaufende Hunde hindurch. Er kann aus einem Bleib abgerufen oder vorher von jemandem gehalten werden.

DARUM GEHT’S:

Das ist schon eine ziemlich schwierige Sache. Wähle insbesondere zu Beginn Hunde aus, die deinen Hund ignorieren, wenn er zu ihnen läuft. In vielen Welpengruppen werden die Welpies regelmäßig aus einer herumtobenden Gruppe herausgerufen, nur um sie mit etwas ganz Feinem zu belohnen und gleich wieder weiterspielen zu lassen. Das ist natürlich ein hervorragender Ansatz.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Der Trick bei der Sache ist, deinen Hund zum Mitmachen zu bewegen. Dein Hund soll glauben, dass Kommen zu dürfen der absolute Höhepunkt des Jahres ist. Du musst wirklich ganz besonders fantastische Belohnungen dafür rausrücken, nicht bloß ein paar Bröckchen Trockenfutter und einen Zahnpflegeknochen. Dein Hund hat auf diesem Niveau bereits eine gute Grundlage für’s Kommen, sonst wäre er ja nicht auf Level 4. Wenn dein Hund kein Hundefreak ist, ist Level 4 auch nicht schwerer, als ihn durch Leute hindurch abzurufen. Wenn dein Hund aber ein Hundefreak ist, dann musst du langsamer arbeiten und das Verhalten schrittchenweise aufbauen.

Dein Trainingspartner ist anfangs ein gut kontrollierbarer oder ein angeleinter Hund. Jetzt lenkst du die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich – wenn das nicht geht, weil ihr zu nahe an dem anderem Hund seid, musst du weiter weg anfangen. Geh weiter weg. Und noch weiter weg. Und noch weiter, bis der andere Hund uninteressant geworden ist und du seine Aufmerksamkeit auf dich lenken kannst. Das ist “Hunde-Zen”, oder Leinenführigkeit. Wenn du die Aufmerksamkeit deines Hundes nicht kriegst, wenn er angeleint ist, dann leine ihn um Himmels Willen nicht ab und schreie deinem entschwindenden Hund “KOMM” hinterher! In dem Fall beginnst du in einem relativ kleinen Trainingsbereich oder in einem großen Zimmer. So, jetzt hast du seine Aufmerksamkeit. Und als Belohnung dafür, dass dein Hund auf dich achtet, leinst du ihn ab und lässt ihn mit dem anderen Hund spielen. Und noch länger. Wenn du eine Kabbelei verhindern musst oder insgesamt Tempo rausnehmen möchtest, solltest du dir das gründlich überlegen und vielleicht beim nächsten Mal einen anderen vierbeinigen Trainingspartner aussuchen. Lass sie einfach spielen. Passe einen Augenblick ab, wenn dein Hund ruhig ist. Unabhängig davon, wie heftig das Spiel vorher war, es wird immer einen Moment geben, wenn beide Hunde verschnaufen, sich ein neues Spiel ausdenken, oder wenn der andere Hund das Spielzeug erobert hat und es nicht hergeben will. Jetzt rufst du deinen Hund. Ruf ihn, um ihm zu sagen, dass du etwas ganz Tolles gefunden hast. Sei begeistert. Freue dich total darüber. Und wenn dein Hund nachsehen kommt, gib ihm diese wunderbare Belohnung und lass ihn weiterspielen.
Das ist ein klassischer Fall, wie dein Hund “Wurst und Ball” zusammen haben kann – oder hier, spielen mit einem anderen Hund und eine Belohnung von Dir kriegen. Du verlangst nicht, dass er sich zwischen dir und dem anderen Hund entscheidet, sondern du forderst ihn bloß auf, kurz herzukommen und sich eine Belohnung abzuholen. Bevor du ihn schließlich greifst und anleinst, solltest du ihn mindestens etwa zehn Mal gerufen haben, und dein Hund sollte des Spielens langsam müde werden. Wenn du das soweit im Griff hast, brauchst du zwei Hunde als Spielpartner, beide ebenso unter Kontrolle, wie der erste Hund. Natürlich kann der erste Hund auch weitermachen, dann brauchst du nur einen weiteren zu finden. Wenn er auch bei zwei Hunden herbeikommt, dann nimmst du einen dritten dazu, usw. usf.

WAS IST WENN…

… ER EINFACH NICHT KOMMEN WILL?
Das kann eigentlich kein Problem mit dem Kommen an sich sein, weil dein Hund in allen vorherigen Levels gekommen ist. Aber es kann ein Problem mit den Hunden sein. Falls nötig, kommt jeder Hund in einen von zwei aneinander angrenzenden, aber getrennten Bereichen und ihr übt wieder das Komm-Spiel aus den Leveln 1 und 2.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUND:
Wie immer, verwende auf gar keinen Fall dein “wahres” Komm-Signal, bis du nicht ganz sicher bist, dass er kommt. Es gibt viele Möglichkeiten, deinen Hund zu rufen ohne dein “Ich brauche dich hier – jetzt!” – Zeichen einzusetzen. Rufe ihn mit dem richtigen Komm-Signal, wenn er so schnell auf dich zurast, wie er überhaupt nur rennen kann.

SO GEHT’S WEITER:
Füge nach und nach mehr Hunde, mehr Leute, mehr Kinder, vielleicht auch ein Fahrrad oder ein Skateboard dazu, bis dein Hund schließlich kommt, egal, was um ihn herum passiert. Wenn ihr soweit seid, werden alle deine hundebesitzenden Bekannten entweder grün und blau vor Neid sein oder dich absolut nicht mehr ausstehen können.

Weiter geht’s mit dem nächsten Artikel: Leinenführigkeit

Nach oben zum Inhaltsverzeichnis

Hier steht der Banner W336