Distanzarbeit – Seite 1

DISTANZARBEIT

Der Hund läuft auf ein bis zwei Zeichen um einen Pfosten o.ä. aus einer Entfernung von etwa einem halben Meter herum.

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DARUM GEHT’S:
Das erste Mal, dass ich darüber nachdachte, wie ich meinen Hund auch auf Distanz führen könnte, war, als ich mit Fahrrad und Hund an der Leine unterwegs war. Mein Riesenschnauzer lief auf der einen Seite um einen Laternenpfahl. Ich fuhr auf der anderen Seite. Als ich auf dem Boden lag und darauf wartete, wieder zu Atem zu kommen, dachte ich: “Ach, es wäre doch toll, wenn ich dem Hund sagen könnte, ob er um den Laternenpfahl rumgehen soll oder nicht!” Natürlich war das lange vor Agility und Hütearbeit, und es war auch lange bevor mir klar wurde, dass Apportieren, Heranrufen mit Ablegen und das Ziehen eines Hundekarren auch Distanzverhalten sind. Deinem Hund beizubringen, auf Entfernung zuverlässig mit dir zusammenzuarbeiten, ist wichtig für das tägliche Leben und den Hundesport – ganz zu schweigen davon, dass ein gutes, sauberes Führen auf Distanz ab der Startlinie im Agility überaus beeindruckend ist und die Zuschauer umhaut. Besonders wichtig, wenn du dir als Ausbilder einen Namen machen willst.

Hier steht Banner w200-leftALLER ANFANG IST LEICHT:
Futterlocken ist der leichteste Weg hierfür.
Stell’ dich sehr dicht vor einen Pfosten (oder Pylon, oder Stuhl, oder womit auch immer du anfangen willst); der Pfosten sollte etwa vor deiner rechten Schulter sein. Locke deinen Hund, so dass er links vor dir, zum Pfosten hin orientiert und etwas vor deinem linken Bein, steht. Stopf’ ihm schnell nacheinander fünf Leckerli in seine Schnauze und dann dreh dich ein wenig, damit du ihm ein Leckerli um den Pfosten herum geben kannst. Vorher hast du ihm das Leckerchen direkt in die Schnauze geschoben, aber jetzt hältst du es ein Stückchen vor seine Schnauze, so dass er jedesmal einen ganz kleinen Schritt um den Pfosten herum machen muss, um es zu kriegen. Wenn er um den Pfosten herumgegangen ist, gibst du ihm noch ein Leckerlifeuerwerk.

Fang wieder von vorn an. Diesmal stopfst du drei Leckerchen in seine Schnauze, dann drehst du dich und lässt ihn für das nächste Leckerli einen oder zwei Schritte um den Pfosten herumgehen. Das wiederholst du, bis er ganz herumgegangen ist. Und am Ende kriegt er wieder ein Leckerlifeuerwerk. Hilf ihm so etwa zehn Mal um den Pfosten herum, dann geht ihr wieder in die Ausgangsposition, du drehst dich und wartest kurz, ob er jetzt vielleicht schon von selber um den Pfosten herumgeht. Tut er das, landen noch mal fünf Leckerli ganz schnell nacheinander in seiner Schnauze. Wenn er nicht von alleine losgeht, mach weiter wie bisher und erkläre es ihm noch ein paar Mal.

Wenn er erst mal verstanden hat, dass er um den Pfosten herumgehen soll, kannst du ganz allmählich die Entfernung zum Pfosten vergrößern. Auf diesem Level solltest du etwas mehr als einen halben Meter schaffen, das dürfte kein Problem sein.
Eine Mischung aus Shapen und Futterlocken funktioniert auch gut. Du kannst ihn shapen, damit er nahe an den Pfosten herangeht – clicke dafür, dass er in der Nähe ist, dass er ihn ansieht, dass er darauf zu geht usw. – und locke ihn dann um den Pfosten, indem du das Leckerli immer wieder ein bisschen weiter wirfst, so dass er dem Leckerchen folgend um den Pfosten herumgeht.

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