Clickertraining im Roten Bereich

Ein Beispiel zum Thema Clickertraining im “roten Bereich”… Der Hund hat bereits mehrere Besucher gebissen. Das war die Ausgangslage, eine Veränderung muß her.

Gary Wilkes macht nun folgendes:

Im ersten Schritt wird der Clicker konditioniert und erhält seine positive Bedeutung.

Im zweiten Schritt erfährt der Hund eine ganz klare und ganz und gar nicht positive Grenzerfahrung. Es fliegt der “Bomper” (ein zusammengerolltes Handtuch) und zwar schon in dem Moment, in dem der Hund das unerwünschte Verhalten im ANSATZ zeigt. Klar und unmißverständlich erfährt der Hund “Hör auf damit!” Das passiert zwar schmerzfrei, erschreckt ihn aber und geschieht genau mit der Härte, die notwendig ist, damit der Hund schon beim ersten Mal begreift.

Im dritten Schritt passieren zwei Dinge. Der Hund wird mit der Leine daran gehindert, Gary Wilkes zu meiden. Er muß sich der Situation stellen, ein Rückzug ist nicht möglich. Würde man den Hund jetzt meiden lassen, würde er sein Verhalten nicht ändern! Die negative Einwirkung wäre umsonst.

Nun kommt wieder der Clicker in’s Spiel, Gary Wilkes ändert seine Körperhaltung, kommt zum Hund auf den Boden, der Hund wird für die neutrale (bzw freundliche) Annäherung bestärkt und entspannt sich schließlich. Die Situation wird für den Hund in’s Positive verändert, die Irritation wird aufgelöst.

So kann eine Trainingssituation aussehen, die mit Clickertraining, aber auch mit klarem, aversivem Verhaltensabbruch gestaltet wurde.
Laut Beschreibung von Gary Wilkes eine Sache von 10 Minuten. Mit dem Clicker alleine kaum möglich, die wirksame Verhaltensänderung kann nur dann eintreten, wenn auch die Erfahrungen im “roten Bereich” hinzu kommen.