Bei Fuß

BEI FUSS

Dein Hund geht eine Rechtskehrtwendung und danach eine gerade Strecke von 3 m mit Kontakt “Bei Fuß”. Es ist nur ein Zeichen erlaubt.

DARUM GEHT’S:
Wir erweitern die Wendung mit Körperkontakt um eine gerade Strecke. Allmählich sieht es wie eine Freifolge, ein “Bei Fuß”, aus. Wir verlangen noch nicht die enge Fuß-Position. Bist du dir nicht sicher, ob das “Bei Fuß” nach meinem System funktioniert, trainiere zuerst intensiv das Finish in Level 4 und Level 5. Danach kannst du das “Bei Fuß” auf Level 4 ziemlich schnell abhaken, um dann in Level 5 mit einem freudigen und motivierten, Kontakt anbietenden Hund die korrekte Fuß-Position zu erarbeiten. Wenn du mir einfach vertraust, machen wir hier weiter.

Wieso bringe ich einem Hund erst mal bei, mit seiner Hinterpartie herumzutreten, wenn wir doch eine Freifolge üben wollen? Weil Blickkontakt – oder Kontakt ganz allgemein – so ungeheuer wichtig ist. Das Anbieten von Kontakt ist der wichtigste Baustein für jedes Verhalten in jedem Hundesport auf jedem Niveau. Wenn ich das Anbieten von Kontakt als Grundverhalten einübe, kann ich auch in ganz bestimmten Situationen – bei der Gangartenprüfung, beim Flyball, beim Überwinden von Hindernissen im Agility – ohne Blick- und Körperkontakt arbeiten, weil ich weiß, dass mein Hund auf mich achtet, auch wenn er mich nicht ansieht. Gib mir einen Hund, der nichts anderes gelernt hat, als Kontakt mit mir zu halten und wir bilden ein Team.

Also üben wir zuallererst das Anbieten und Halten von Kontakt. Um genauer zu sein, Blickkontakt. Blickkontakt wird naturgemäß deinen Hund dazu veranlassen, sein Hinterteil etwas von dir weg zu drehen, aber das ist sehr leicht zu korrigieren, sobald wir ein gerades und solides Finish eingeübt haben. Zurückbleiben in der Freifolge, Unaufmerksamkeit oder Langeweile im Allgemeinen sind viel schwieriger zu beheben.

ALLER ANFANG IST LEICHT:
Dieses Level ist eine ganz simple Erweiterung des “Bei Fuß” aus Level 3, einer Kehrtwendung mit Blickkontakt. Du beginnst wie Level 3. Dein Hund steht vor dir. Clicke fünfmal für Blickkontakt. Beim sechsten Mal drehst du dich nach rechts und clickst, wenn der Hund den Blickkontakt hält und die Drehung mitmacht. Wiederhole die Rechtskehrtwendung auf der Stelle mit Blickkontakt fünfmal. So, jetzt kann es weitergehen.

Wieder steht dein Hund vor dir. Du clickst einmal den Blickkontakt. Beim zweiten Mal drehst du dich 180 Grad nach rechts und machst einen Schritt vorwärts. Clicke wieder den Blickkontakt, aber acht darauf, nur zu clicken, während ihr beide noch in Bewegung seid. Warte nicht zu lange, so dass dein Hund schon steht oder sich wieder vor dich drehen will. Hast du bemerkt, dass seine Augen, sein Kopf und seine Schultern mit dir mitgegangen sind, während sich sein Hinterteil beinahe in die korrekte Fuß-Position bewegte?

Übe einige Male die Kehrtwendung auf der Stelle mit einem Schritt danach. Dann drehst du dich, machst einen Schritt, und statt während des Schrittes zu clicken, drehst du dich noch einmal nach rechts und clickst wenn der Hund den Blickkontakt hält und herumkommt. Super! Zwei Kehrtwendungen und eine gerade Strecke. In Ordnung, nur eine sehr kurze Strecke, aber immerhin! Du musst jetzt nur noch ein paar Schritte mehr einbauen und schon hast du 3 m gerade Strecke zwischen zwei Kehrtwendungen.

WAS IST WENN…
… ER SICH NICHT HINSETZT, WENN ICH STEHENBLEIBE?

Atme tief durch. Freifolge oder “Bei Fuß” ist wahrscheinlich das Schwierigste, was du deinem Hund jemals beibringen wirst, also lasst euch Zeit und arbeitet an einer ganz soliden Grundlage. Wir verlangen noch kein automatisches Sitz beim Stehen bleiben, weil wir eigentlich noch nicht stehen geblieben sind. All diese Clicks hat dein Hund für Blickkontakt bekommen, während er sich bewegt hat. Nachdem der Click das Verhalten beendet, gibt es kein Stehen bleiben, und daher auch kein automatisches Sitz. Mehrere aufeinander folgende Verhalten bilden eine Verhaltenskette. “Bei Fuß” ist eine Verhaltenskette – “Sitz”, “Blickkontakt”, “Geh mit mir mit und halte Blickkontakt”, “Sitz, wenn ich stehen bleibe”. Eine Verhaltenskette musst du nach und nach aufbauen. Du trainierst jedes einzelne Verhalten in der Kette für sich, und wenn dein Hund jedes einzelne Verhalten für sich beherrscht, dann erst fügst du sie zusammen.
“Sitz” habt ihr schon in Level 1 geübt, den Teil der Kette kann er schon. Wenn er alle anderen Teile auch beherrscht, dann kannst du sie zu einer Verhaltenskette zusammenfügen.

WIE SAG ICH’S MEINEM HUNDE:
Du sagst es ihm noch nicht.

SO GEHT’S WEITER:
Konzentriere dich auf deine Körpersprache. Stehe aufrecht, halte die Schultern quer zur Laufrichtung. Beobachte den Hund aus den Augenwinkeln und beuge dich nicht über ihn. Und, wie immer, übe – übe an verschiedenen Orten, lauf in verschiedene Richtungen und variiere die Ablenkungen.

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