hallo zusammen
off topic: ich sah das video damals auch, weder hund noch mensch trugen einen schaden davon, auch wenn damals viele esoterischen clickerer ganz anderer meinung waren. aber egal.
bei 50kg hund, der zu fixieren und heftigkeit neigt, würde ich unter umständen (wenn ich die sache live sehen würde) zu einem halti raten. einfach um mal für mensch und hund einen fuss in die tür zu kriegen.
was natürlich nicht bedeutet, dass nix anderes gemacht werden soll. aber es kann helfen, dass ein gelerntest ersatzverhalten konsequenter, ruhiger und sicherer durchgesetzt werden kann.
und ob der nun kein anderes (welpen)verhalten verhalten gelernt hat oder nicht: für den besitzer droht irgendwann die gefahr, dass er angezeigt wird und dann geht die mühle mit leinenzwang blabla erst richtig los. daher würde ich nun einerseits mit der sitz-übung weitermachen, parallel dazu clickforblick in steigenden anforderungen machen (da hats supertolle ideen im englischen büchlein "control unleashed" von leslie mcdevitt) und ein abbruchsignal etablieren, damit der hund die chance bekommt, der einwirkung am halti zu entgehen.
Ich brauch keinen Hund, der sich dauernd vor die Leute setzt und erklärt, das wär jetzt sein Hauptgewinn - wo bleibt mein Würstchen...?
Wie immer darf man die individuellen Eigenarten des Hundes nicht ganz ignorieren.
Dann ist wohl ein anderes Vorgehen besser.
Ich habe einen solchen aufdringlichen Hund, der alle Fremden nach Futter anging in zweimal zehn Minuten mit einer Wassersprühflasche und einem Klicker von seinem Verhalten dauerhaft geheilt. Danach war er mustergültig in seinem Verhalten.
Das habe ich als Video auf einem Symposion gezeigt. Fortan muss ich im Zustand der Sünde gegen das Dogma der universell allein wirksamen rosa Wolke leben. Man hat mir das deutlich zu verstehen gegeben.
dass ich etwas erst bestätige durch die Hintertür und dann bestrafe - ich wär überhaupt nicht glücklich damit. Das ist mir zu kompliziert - und unfair finde ich es auch.
Ich hab wegen dieses Threads spaßhalber für uns selber etwas ausprobiert.
Mein Mann findet es ja klasse, wenn er angehopst wird und er mag es auch, wenn der Hund seinen Arm kurz festhält - (ein kraftstrotzender Amstaff wär vielleicht besser für ihn - mit dem könnte er sein Mütchen besser kühlen) - im Frühjahr gibt es immer kurz Probleme mit der Feinabstimmung - *gg* aber eben nur ganz kurz - und dann haben Hund und Mann wieder ihre Gaudi - und ich misch mich auch nur noch ein, wenn ich meinen absolut schlechten Tag hab...
ich werd ja schließlich nicht direkt im Eilflug angesteuert und angehopst - weil ich es eben nicht mag - und auch niemals bestätigen würde.
Okay - dieses Verhalten ist jetzt quasi schon kein Feldweg mehr, sondern eine viel befahrene Autobahn.
Ähnlich wie hier bei dem Hovawart.
Ich hab unseren Hund gestern, absichtlich als er fast schon am Hochhopsen war, mit einfachem Schnalzen und etwa 3 Leckerchen dazu gebracht, dass er heute wieder auf uns zusteuert- und sich von sich aus für das Frolic bei mir entschieden hat - war schöner als hopsen.
Wenn ich nun bei einem Hund, der damit quasi sein mitgebrachtes Verhaltensmuster (hüten) auslebt, so schnell und leicht einen Fuß in die Tür bringen kann - ich seh keinen Grund, warum ich ihm als Welpe beibringen sollte, dass er sitzenderweise Leckerchen bekommt, dann auch einfordert - und dann dafür bestraft wird.
Wenn man stürmisches Verhalten und Frontal"attacken" erst gar nicht bestätigt und der Hund keinen Aufregungspegel hat, als ginge es dauernd um den Lotto-Hauptgewinn - ich würde das für mich vorziehen.
Viele Grüße
Hermine
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Hermine am 09.02.2010 - 13:31.
ich weiß nicht, warum das alles immer so schwierig ist.
Zitat Original geschrieben von Hermine
dass ich etwas erst bestätige durch die Hintertür und dann bestrafe - ich wär überhaupt nicht glücklich damit. Das ist mir zu kompliziert - und unfair finde ich es auch.
Das war von meiner Seite hier im Faden nie das Thema. Da musst du etwas verwechselt haben.
Zitat Ich hab unseren Hund gestern, ...
... ich seh keinen Grund, warum ich ihm als Welpe beibringen sollte, dass er sitzenderweise Leckerchen bekommt, dann auch einfordert - und dann dafür bestraft wird.
???
War davon die Rede? Ich verstehe den Bezug nicht.
Zitat Wenn man stürmisches Verhalten und Frontal"attacken" erst gar nicht bestätigt und der Hund keinen Aufregungspegel hat, als ginge es dauernd um den Lotto-Hauptgewinn - ich würde das für mich vorziehen.
Ich schrieb ja:
Bei einem Hund, der zum Anspringen neigt und sich mir nähert, beuge ich mich ganz einfach herunter, vor allem, wenn ich gerade nach Hause komme. Dann braucht er mich nicht anzuspringen.
So mache ich es bei meinen Hunden. Bei Hunden im Tierheim, die mich schon gut kannten, bin ich in den Zwinger gekommen, sie hupften ein- zweimal hoch, zogen ihre Zähne durch meinen Bart und danach richtete ich mich auf und tat nichts, außer warten, dass sie sich zum Anleinen hinsetzten.
Damit ist der hundlichen Begrüßung und der menschlichen Disziplin Genüge getan.
Zitat Mein Mann findet es ja klasse, wenn er angehopst wird und er mag es auch, wenn der Hund seinen Arm kurz festhält - (ein kraftstrotzender Amstaff wär vielleicht besser für ihn -
Glaubst du wirklich?
Ich habe mal einen betreut, der kam mit speed angschossen, sprang in die Luft gegen meinen Kopf, aber genau so dosiert, dass er einmal über meine Nase schlecken konnte.
Es war ihm ein Vergnügen, das zehnmal zu wiederholen.
Nochmal zurück zum "durch die Hintertür bestrafen":
In dem genannten Beispiel handelte es sich um einen vielleicht dreijährigen Tervueren, der von der Leine gelassen, alle Menschen anging, deren Taschen filzte und Futter verlangte.
Die arme Halterin traute sich nicht, ihn irgendwo, wo Menschen waren von der Leine zu lassen. Und im Seminar waren noch die anderen Hunde, zu denen er sofort hin lief und auf keinen Ruf mehr reagiert. Die Frau hatte Stress satt.
Der Hund ging am nächsten Tag frei und entspannt neben seiner ebenso entspannten Halterin durch die gesamt Hundegruppe. Das wurde mit Clicke und Futter bestärkt. Er hatte so eine Alternative gelernt. Entscheidend war dabei das Überraschungsmoment, dass es auch ganz anders kommen kann als erwartet.
das ist eigentlich das Video zum Thema, das wir im Herbst hatten. Zu dem, was hier Thema ist, würde die Rückkehr des Erwachsenen in den Zwinger nach einem Auslauf passen.
Ob die Dauer des Liegens typisch ist, kann ich nicht beurteilen. Die Unbekannte ist die Zwingersituation. Der junge Hund hatte keine Gelegenheit zu fliehen.
Unter Umständen ohne Zaun, kann das auch dauern, aber kaum länger als eine halbe Minute. Das sind meine Beobachtungen.
das ist eigentlich das Video zum Thema, das wir im Herbst hatten. Zu dem, was hier Thema ist, würde die Rückkehr des Erwachsenen in den Zwinger nach einem Auslauf passen.
Ob die Dauer des Liegens typisch ist, kann ich nicht beurteilen. Die Unbekannte ist die Zwingersituation. Der junge Hund hatte keine Gelegenheit zu fliehen.
Unter Umständen ohne Zaun, kann das auch dauern, aber kaum länger als eine halbe Minute. Das sind meine Beobachtungen.
ciao Martin
Mir ging es eigentlich um das WIE
Leider kann ich ja nicht
die cam ständig dabei haben... wie unsere Dorit;)
Wenn kein zwinger da ist..kein zaun...wird der hund der junghunde gestellt...
und
gnade im gott... er will wegkriechen...
oder sich anderweitig bewegen...
alles basiert auf dem verharren...
mfg
HST
PS: ich habe jetzt noch einen clip in der mache
da springt mich alles an...
aber das ist eine andere situation... kommt noch...
*puh* ein Tervueren, dem sein Mensch piepegal ist - hatte der das Terrier-Gen, oder was...
ich denk da lag schon etwas mehr schief, wenn die Frau dermaßen abgemeldet war - für einen Belgier ist das eigentlich wirklich ein ganz tolles und auch sehr selbstbewusstes Verhalten - super Hund! Ich kenn die Flitzpiepen ja so, dass ich gerade da mit der Spritzpistole äußerst vorsichtig wäre...
Zitat So mache ich es bei meinen Hunden. Bei Hunden im Tierheim, die mich schon gut kannten, bin ich in den Zwinger gekommen, sie hupften ein- zweimal hoch, zogen ihre Zähne durch meinen Bart und danach richtete ich mich auf und tat nichts, außer warten, dass sie sich zum Anleinen hinsetzten.
Damit ist der hundlichen Begrüßung und der menschlichen Disziplin Genüge getan.
Jo... das gefällt mir - ist Dein Bart eigentlich prophylaktisch geflochten wie bei Brad Pitt?
Ich dreh mich halt außerdem noch zur Seite, wenn der Hund frontal kommt und sehr schnell.
Zitat Das war von meiner Seite hier im Faden nie das Thema. Da musst du etwas verwechselt haben.
Ich klamüsere das gern genauer auseinander - aber erst übermorgen - ich darf jetzt erst mal Kammermusik hören - und morgen muss ich mich ranhalten.
Gutes Video. Es zeigt sehr schön das, was ich unter artgerechter Begrüßung des großen Hundes CANIS MAJOR . verstehe. Bei 1:10 und auch später noch sind formvollendete Milchtritte zu sehen.
Das ist den Tierheimsituationen ähnlich.
Schutzhundler schätzen und fördern das. Haben extra plastifizierte Jacken dafür.
Die hundeverrückte Leute lieben das, wenn Sommer ist ....
Zitat Wieso fällt mir dazu jetzt Tucholsky ein? Assoziatives Lernen?
du meinst - wenn ich das schon darf, kann ich danach auch arbeiten müssen.... stimmt!
Ich hab das noch mal in Ruhe durchdacht -
wenn ich das Anspringen mit einem erclickerten Sitz ersetze und du den Hund dann aus Trainerhand mit einem Leckerchen belohnst, nehme ich meiner Ansicht nach eventuell in Kauf, dass er das auch kreativ anwendet und betteln wird
mein Beispiel war der Barthund - neugierig, immer hungrig, erfinderisch und menschenfreundlich
zur von dir als Lösungvorschlag geschilderten Episode mit dem Tervueren fällt mir nur ein
ich hätte die arme Besitzerin nicht glücklicher gemacht, sondern ihr auch noch ein großes Loch in den Bauch gefragt
und mich hätte interessiert, wie sich ihr Hund im Freilauf sonst verhält - (denn es ist einfach extrem ungewöhnlich, dass ein Belgier seinen Besitzer komplett ausblendet, wenn die Beziehung in Ordnung ist)
und ob er sich schon einmal vorsichtig und zurückhaltend gezeigt hat gegenüber anderen Menschen
auf jeden Fall hätte ich das Problem in dieser Zeitspanne nicht zur Zufriedenheit der Besitzerin gelöst
wenn ich das Anspringen mit einem erclickerten Sitz ersetze und du den Hund dann aus Trainerhand mit einem Leckerchen belohnst, nehme ich meiner Ansicht nach eventuell in Kauf, dass er das auch kreativ anwendet und betteln wird
Das ist richtig. Das ist ein vorübergehender Zustand. Das weitere Vorgehen hängt davon ab, ob der Hund arg verfressen ist oder nicht.
Zitat mein Beispiel war der Barthund - neugierig, immer hungrig, erfinderisch und menschenfreundlich
Er kann ja den Menschen anzeigen und dann bei dir betteln.
Eine andere Variante ist, dass er an dem Menschen vorbei geht, stehen bleibt und auf dich wartet. Bei einem erfinderischen Hund ist ein Alternativverhalten leicht zu finden.
Mehr Probleme wird man bei den sozial neugierig gegenüber dem Menschen veranlagten Hunden haben.
Zitat und mich hätte interessiert, wie sich ihr Hund im Freilauf sonst verhält - (denn es ist einfach extrem ungewöhnlich, dass ein Belgier seinen Besitzer komplett ausblendet, wenn die Beziehung in Ordnung ist)
Mit Schilderungen ist das immer etwas umständlich. Vielleicht hättest du das Pärchen auch nur zwei Minuten beobachten müssen und hättest alles gesehen, was du zu einer Lösungsidee brauchtest.
Zitat auf jeden Fall hätte ich das Problem in dieser Zeitspanne nicht zur Zufriedenheit der Besitzerin gelöst
Das würde ich aus besagtem Grund nicht behaupten wollen.
Das Ehepaar hat fleißig geübt: Futter gibts nur noch für SITZ. Das klappt auch schon sehr gut, diese Woche füttern ihn nun "bekannte Fremdpersonen".
Hovi durfte erst mal mit uns spazierengehen. Also raus aus dem Auto und los gehts. 4 Personen (ausgestattet mit Würstle und Clicker) waren dabei (und ein Ferkelball, der hat ihm gefallen.).
Jeder, zu dem er gesprungen kam, führte ihn ins Sitz und warf das Guzle hinter ihn. Das klappte beim einen besser, beim anderen schlechter, kam ganz aufs Handling der einzelnen an. Futter vor die Nase und langsam in die Höhe, und wenn das Hinterteil am Boden ist, klick.
Bei mir setzte er sich auf Sichtzeichen hin, Click, und Futter kam aus dem Mund gespuckt.
Das ganze machten wir dann im Kreis, erst ohne abrufen (wo er gerade hingsprang), dann mit Abrufen.
Klappte auch gut, auffallend nur, dass er dum HF gar nicht hinging. Der rief, er lief los, und dann "ach, du....ne, danke" )
Danach kriegt der HF die Aufgabe, im Ignoranzkarree mit ihm zu laufen, bzw. zu laufen, den Hund völlig zu ignorieren, und zu bestätigen, wenn er kommt, während ich mit den beiden anderen abseits andere Übungen machte.
Das klappte superprima: Der Hund lies sich ablegen, war ruhig, orientierte sich wunderbar am HF.
Aber sobald einer (in dem Fall ich) auf ihn zugeht, ist alles vergessen, und er startet durch, und man kann wieder von vorne starten. 'Dieses "Auf ihn zu gehen" - egal, ob seitlich, oder frontal, ist ein großer Knackpunkt.
Auch ist das Verhalten (im Kreis zu Beginn) stärker, wenn er an der 10m Leine ist, auch, wenn die nur am Boden nachschleift.
Soweit mein Bericht. Auf jeden Fall kommt er das nächste mal an die nachschleifende Leine. Wie ich das Aufihnzugehen in kleine Schritte unterteile, bzw. "aufrolle" , ist wohl mein nächster Punkt. Aber ich muss auch eure Beiträge nochmal durchstudieren, vielleicht liegt ja da schon des Pudels kern begraben (oder so ähnlich).
Lg
Heidi
Aber sobald einer (in dem Fall ich) auf ihn zugeht, ist alles vergessen, und er startet durch, und man kann wieder von vorne starten. 'Dieses "Auf ihn zu gehen" - egal, ob seitlich, oder frontal, ist ein großer Knackpunkt.
Wie beim Menschen. Hund läuft auf ihn zu, Mensch wähnt sich im Mittelpunkt der Hundewelt, verrenkt sich, drückt sich in die Hecke, raunzt den Halter an und ...
... der Hund geht am Boden schnuffelnd in 10 cm Abstand an ihm vorbei, ohne ihn erkennbar wahrzunehmen.
Darauf basiert mein Vorschlag. Du brauchst einen Helfer mit Selbstvertrauen und guten Nerven. Dann startest du die Übung wie von dir beschrieben. Der Helfer geht auf den Hund zu. In dem Moment, in dem der Hund zum Helfer startet, dreht der sich einfach um und redet mit einem der anderen Anwesenden, kümmert sich nicht um den Hund. Springt der ihn an, bringt er ihn ins Sitz und kümmert sich nicht weiter um ihn, bis er die Unterhaltung beendet hat. Dann geht er ein paar Schritte weiter, dreht sich um, schaut den Hund an, fordert ihn auf zu kommen, Sitz+Belohnung und fertig.
Beim Anfangsteil sollte der Helfer nach kurzem Blick zum Hund, woanders hin schauen. So lernt der Hund erst einmal, dass Blickabwenden im Moment Desinteresse bedeutet.
Du kannst auch testweise einen längeren Blickkontakt bei ruhiger Körperhaltung / Stehen mit C&B bestärken (B kann bevorzugt Aufforderung zum Kommen sein.)
Ich vermute ganz einfach, dass der Junghund Frontalbewegung und Blickkontakt einfach als Aufforderung zu einem Sozialkontakt interpretiert.
Täte das ein erwachsener sicherer Rüde, wäre sein Anspringen - gefolgt von Lefzenstößen und -Lecken wieder aus dem submissiven Vokalbular interpretierbar
Ist nur so eine Idee für den Menschenfan-Hovi.
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