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01. Was ist ein Clicker?
 Der Clicker ist nichts anderes als ein Art Knackfrosch. Ein kleines Kästchen aus Kunststoff, in dem sich eine Metallzunge befindet, die clickt wenn man draufdrückt. Du kannst die Clicker hier bestellen. Für ganz Eilige: Die Deckel von bestimmten Flaschen, z.B. Babynahrung sind ebenso geeignet, denn auch diese knacken vorzüglich, wenn man draufdrückt.
Der "Click" wirkt als konditionierter Bestärker, er kündigt eine Belohnung an.
Warum muß es genau dieses Geräusch sein?
Es muß nicht, aber es eignet sich hervorragend, weil:
- Dieses Geräusch vom Hund auch auf Distanz gut wahrgenommen wird
- Dieses Geräusch in der "akkustischen Umgebung" des Hundes sonst so gut wie nie vorkommt.
- Dieses Geräusch sehr kurz ist und immer gleich klingt.
Man kann doch auch mit Worten bestärken...?
Das Geräusch des Clickers hat bestärkende Funktion. Auch ein verbales Lob kann diese Funktion besitzen, doch der Clicker hat hier eindeutige Vorteile:
Es ist möglich auf den Bruchteil einer Sekunde genau zu bestärken. Ein Beispiel: Du möchtes, daß Dein Hund beim "bei-Fuß-gehen" Dir in die Augen sieht. Dies wird er vielleicht zunächst nur für den Bruchteil einer Sekunde tun, genau diesen Bruchteil mußt Du "einfangen" um ihn zu bestärken. Das ist mit einem verbalen Lob so gut wie unmöglich, mit dem Clicker aber kein Problem.
Das Geräusch des Clickers kommt, obwohl wir unsere Hunde mit Geräuschen überschütten, sonst so gut wie nie vor. Für den Hund ist es sehr schwer aus unseren Worten und dem sonstigen Umweltlärm sich das auszusuchen, was für ihn bestimmt ist. Der Clicker ist da viel eindeutiger. Jeder Hund versteht ihn sofort.
Das Geräusch des Clickers klingt immer gleich, auch auf Distanz. Egal ob wir ärgerlich sind oder höchst erfreut, "Click" ist "Click". Das macht es dem Hund wesentlich leichter, er muß nicht mehr den Tonfall unserer Stimme interpretieren, und raten, ob er eher gut oder eher nicht gut gehandelt hat.
Der Click sagt dem Hund: "Das was du gerade tust ist eine Belohnung wert" Es ist nun möglich auch auf Distanz zeitlich präzise zu bestärken, auch wenn der Hund außer Reichweite ist. Die Zeitverzögerung zwischen dem Click (hier ist der Hund entfernt) und der Belohnung (hier ist der Hund wieder bei uns) ist nun nicht mehr verwirrend für den Hund. Ein verbales Lob ist dann gut, wenn ein Hund das Verhalten schon gut kann, und wir nur loben um die Zuverlässigkeit zu erhalten. Soll der Hund aber etwas neues Lernen ist der Clicker wesentlich besser.
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02. Ist das Clickertraining mit allen Hunden möglich?
Ja, jeder Hund läßt sich mit dem Clicker trainieren. Das Alter spielt eine untergeordnete Rolle. Auch Hunde, die die mit Zwang ausgebildet wurden, (sogenannte Crossover-Hunde) sind, nach einer Umstellungsphase sicher und zuverlässig mit dem Clicker zu trainieren. Vor allem für ängstliche oder sehr sensible Hunde ist das Clickertraining hervorragend geeignet, denn es fördert Aktion und Kreativität, anstatt sie zu unterdrücken. Für "Problemhunde", bei denen bereits sämtliche Erziehungsversuche gescheitert sind (und oftmals großen Schaden hinterlassen haben) ist Clickertraining das Mittel der Wahl. Übrigens auch Katzen, Pferde, Delphine, und alle anderen Tiere sind für die Signalverknüpfung mit Clicker empfänglich. Natürlich auch wir Menschen, ein Geldspielautomat funktioniert ähnlich wie Clickertraining.
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03. Wann kann man mit dem Clickertraining beginnen?
 Praktisch mit dem ersten Tag. Clickertraining verlangt nichts vom Hund, es wird keine Leistung gefordert. Der Hund erhält lediglich die Option: Wenn du etwas bestimmtes tust, hast Du die Chance auf ein Leckerchen. Welpen erkennen diesen Zusammenhang blitzschnell.
Clicke und belohne einfach alles, was Dein Hund "richtig" macht, z.B. wenn er
draußen sein Geschäft erledigt und nicht auf dem Teppich. Etwas schwieriger gestaltet sich die Umstellung sogenannter "Crossover-Hunde" (Hunde, die bisher mit Zwang behandelt wurden). Clickertraining verlangt Freiheit für den Hund, die Freiheit sich so zu verhalten, wie er möchte. Er darf sich auch "falsch" verhalten, er soll es sogar, denn er soll erfahren, daß dieses Verhalten für ihn keinen Gewinn bringt. Crossover-Hunde haben keine Erfahrung mit dieser Freiheit und brauchen oft eine ganze Weile, den neuen Spielraum zu nutzen. Ebenso der Crossover-Mensch, der manchmal noch viel größere Probleme damit hat, dem Hund diese Freiheit auch einzuräumen.  Schon manches Weltbild ist dabei in`s Wanken geraten. Gönne Deinem Hund eine Umstellungsphase und sehe während dieser gelassen über Fehlverhalten hinweg. Nimm Dir für diese Umstellungsphase ein paar Wochen Zeit, in denen Du konsequent mit dem Clickertraining beginnst. Befindest Du dich gerade in einer Vorbereitung auf eine Prüfung? Danntrainiere weiter wie gewohnt und absolviere zunächst die Prüfung. Danach kannst Du ohne Zeitdruck und mit der nötigen Sorgfalt auf den Clicker umstellen. Übrigens benötigen auch die Crossover-Trainer diese Umstellungsphase. Oft genug fällt man in alte Verhaltensmuster zurück, vor allem wenn's mal schnell gehen soll wird plötzlich wieder an der Leine gezerrt.
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04. Hört der Hund dann nicht nur, weil er Leckerchen dafür bekommt?
Eines der hartnäckigsten Vorurteile über das Clickertraining... Der Hund hört nicht, weil er Leckerchen dafür bekommt, sondern weil der das Verhalten gelernt hat. Die Leckerchen sind eine, von vielen Möglichkeiten, ein bestimmtes Verhalten zu bestärken. Letztendlich kommt aber das, was bei jedem Training im Mittelpunkt steht, die Verknüpfung mit einem Hör- oder Sichtzeichen, dem Kommando. Um diese Verknüpfung herzustellen, ist es notwendig, daß das gewünschte Verhalten oft auftritt und mit dem "Kommando" verknüpft werden kann. Der Hund muß also motiviert werden, es zu zeigen. Traditionelle Hundeausbildung setzt nicht zuletzt auf Strafandrohung, um dieses Verhalten hervor zu rufen.
Futter ist eine von vielen Motivierungen, die sich dafür wesentlich besser eignen. Generell kann man den Hund mit allem Bestärken was er gerne tut.
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05. Stimmt es, daß man beim Clickertraining nicht mit dem Hund reden darf?
Natürlich nicht, Du redest genauso mit Deinem Hund, wie vorher auch. streichelst ihn, lobst ihn und kommunizierst mit ihm in gewohnter Weise.
Das "nicht-reden-dürfen" ist lediglich eine Empfehlung für die Trainingseinheiten. Wir Menschen neigen dazu, viel zu viel auf den Hund einzureden, viel zu früh verbale Signale oder Hörzeichen zu benutzen, die in der frühen Trainingsphase sowieso noch keine Bedeutung haben und keinerlei Hilfen darstellen. Verzichtet man auf diese unnötigen Worte, fällt es den Hunden wesentlich leichter zu lernen.
Ausserhalb des Trainings kannst Du Deinen Hund streicheln, loben und mit ihm umgehen wie bisher.
Jedoch solltest Du mal versuchen, wie sich's auswirkt, wenn Du beim Training selbst eher wortkarg bist. Für Deinen Hund ist's vielleicht zunächst eine Umstellung, aber bald wird er sehr viel schneller und besser lernen.
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06. Wo gibt es eine Hundeschule (Kurs, Seminare) in meiner Nähe?
So, oder ähnlich beginnen viele Mails, die hier bei clicker.de in der Mailbox landen. Kurz gesagt, ich weiß es auch nicht! Es ist mir unmöglich, sämtliche Hundeschulen, Vereine oder Einzelpersonen, die Clickertraining anbieten, zu erfassen. Dazu sind es mittlerweile zu viele.
Es gibt viele Möglichkeiten, das Clickertraining kennen zu lernen. Ein paar will ich hier aufzählen, in der Hoffnung, daß es Dir weiterhilft.
Seminare:
Seminare gehen meist ein ganzes Wochenende lang, in der Regel wird Theorie und Praxis angeboten und einzelne Übungen mit dem eigenen Hund geübt. Gut, um mal einen Einblick zu kriegen, um sich mit der operanten Konditionierung auseinander zu setzen. Man sollte allerdings bedenken, daß ein Verhalten höchstens ansatzweise geübt werden kann. Zu mehr reicht meist die Zeit nicht. Für die Hunde ist so ein Seminar meist mit großer Aufregung verbunden, neue Umgebung, lauter fremde Artgenossen, da muß erst mal ausgiebig geschnüffelt und begrüsst werden. Dementsprechend müde sind sie dann meist hinterher. Also keinen grossen Lernerfolg beim Hund erwarten, dafür Papier und Bleistift mitnehmen um von dem Besprochenen möglichst viele Denkanstösse mit nach Hause zu nehmen. Und, ganz wichtig, Fragen stellen wenn man was nicht versteht. Die Seminarleiter werden gerne darauf eingehen.
Seminare werden z.B. von:
Martin Pietralla (eMail: mm@yorkie.ch);
Birgit Laser (eMail: info@laserdogs.de)
Sabine Winkler/Beate Pötting (Webseite: http://www.aha-hundeausbildung.de )
sowie vielen anderen Hundeschulen und Vereinen angeboten. Für genaue Termine und Veranstaltungsorte musst Du direkt anfragen.
Kurse
Ein Kurs geht in der Regel über mehrere Wochen, man trifft sich einmal in der Woche um unter Anleitung mit seinem Hund zu üben. Bei einem qualifizierten Kursleiter wird auch die Theorie nicht zu kurz kommen. Trotzdem ist's nicht verkehrt, wenn man sich weiterführende Literatur (zum Beispiel hier im Shop erhältlich) besorgt und auch durchliest. Vieles, was auf dem Übungsplatz nicht so ganz verstanden wird, klärt sich, wenn man sich die entsprechende Stelle im Buch nochmal durchliest. Auch bei noch so gutem Kurs stellt sich der Erfolg nur dann ein, wenn das, was man auf dem Platz unter Anleitung geübt hat, auch zu Hause und auf den Spaziergängen weiter übt. Einmal in der Woche Training ist ansonsten ein bißchen wenig um wirklich gute Fortschritte zu machen. Auch hier solltest Du sofort fragen, wenn Du was nicht verstanden hast. Nobody is perfect und vielleicht hat der Kursleiter einfach vergessen, es Dir zu erzählen. Also keine Hemmungen haben und Fragen stellen.
Kurse kann man bei Hundevereinen oder Hundeschulen machen. Hundevereine sind in der Regel etwas preiswerter, die Trainer arbeiten meist ehrenamtlich und sind selbst seit langem Hundehalter. Normalerweise ist eine Kursteilnahme nicht zwingend ein Grund um in den Verein einzutreten, wenn Du mit Deinem Hund eine Prüfung ablegen willst, musst Du wahrscheinlich dann Mitglied werden.
Welcher Hundeverein in Deiner Nähe Clickertraining anbietet, erfährst Du, wenn Du dort anrufst. Städte und Gemeinden können Dir auf Anfrage alle Hundevereine Deiner Umgebung nennen.
Viele Hundeschulen bieten mittlerweile auch Clickertraining an. Aber vorsicht, nicht überall, wo Clickertraining draufsteht ist auch Clickertraining drin. Leider sind einige Hundeschulen auf die Idee gekommen mit dem Clickertraining schnelles Geld verdienen zu wollen, d.h. die Kurse sind sehr teuer und die Qualität ist sehr schlecht. Auch hier solltest Du Dir das Training unbedingt vorher ansehen und die Trainer mit Fragen löchern. Kompetente Trainer geben gerne Auskunft.
Hundeschulen findet man z.B. im Branchentelefonbuch oder bei den Annoncen in Zeitschriften und Zeitungen. Oder frag mal die anderen Hundehalter, die Du täglich beim Spaziergang triffst. Auch Dein Tierarzt kennt sicher ein paar Adressen.
Private Gruppen
Eine weitere Möglichkeit bieten private Initiativen:
Meist ein kleines bis grösseres Grüppchen Privatleute, die sich irgendwo auf der Grünen Wiese treffen um gemeinsam mit Ihren Hunden zu üben. Man hilft sich gegenseitig, übt mehr oder weniger wichtige bis unwichtige Dinge und hat nicht zuletzt jede Menge Spaß. Die Theorie musst Du Dir eben selbst aneignen, oder ihr besprecht das bei einer Tasse Kaffee irgendwo bei einem der Teilnehmer. Kosten tut das ganze meistens gar nichts, vielleicht ein kleiner Unkostenbeitrag für die Pacht der Wiese oder Platzmiete.
Private Gruppen und Initiativen findest Du z.B. bei http://www.doggie-dating.de in der Trainingspartner-Kontaktbörse. Du kannst auch gerne selbst ein Inserat aufgeben.
Selbststudium
Bleibt noch das Selbststudium, auch eine Möglichkeit um sich der artgerechten Hundeausbildung mit dem Clicker zu nähern. Zum Einstieg gibt's ja mittlerweile gute, deutschsprachige Literatur, Videos, Foren, Mailinglisten und vieles mehr. Hat den Vorteil, daß man sich alles selbst erarbeitet und bald auch dementsprechend gut informiert ist. Die eigenen Erfolge sind bald sichtbar und man lernt seinen eigenen Hund wirklich von einer ganz neuen, faszinierenden Seite kennen. Zur späteren Ergänzung empfehle ich Dir dann aber trotzdem mal ein Seminar zu besuchen oder mit anderen in Kontakt zu treten. So werden Trainingsfehler erkannt und minimiert und man kann sich auch mal ansehen, wie's die anderen so machen.
Zum Selbststudium empfehle ich unbedingt das alte yorkie-Archiv. Dort hat Martin Pietralla das Clickertraining in aller Ausführlichkeit erklärt. Mir hat das sehr geholfen und ich lese mir's heute noch gerne durch.
Das yorkie-Archiv ist zu finden unter:
http://www.yorkie.ch/yorkie/archiv/wwwboard/board7.html
An Literatur das Buch von Martin Pietralla "Clickertraining für Hunde" und das von Birgit Laser "Clickertraining - Lehrbuch für eine moderne Hundeausbildung". Weitere empfehlenswerte Bücher sind: Sabine Winkler "So lernt mein Hund", Karen Pryor "Positiv bestärken - sanft erziehen", Jean Donaldson "Hunde sind anders".
Fragen kannst Du z.B. hier im Forum stellen, dort wird Dir sicher gern geholfen werden.
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07. Was kann man tun, wenn der Hund Angst vor dem Click hat?
Es gibt viele Hunde, die zunächst etwas irritiert von dem Geräusch sind, vielleicht sogar erschrecken. Aber nach einigen Wiederholungen von Click und Belohnung legt sich diese Angst sehr schnell. Häufig ist auch der Grund weniger das Geräusch selbst, sondern die merkwürdige Körperhaltung, die der Mesch dabei einnimmt. Selbst mit dem Clicker noch wenig vertraut, macht man ein angespanntes Gesicht, beobachtet den Hund mit konzentriertem Blick und hält vielleicht den Clicker noch bedrohlich "zielend" auf den Hund. Wer will es dem Hund da verdenken, daß er zunächst mal mißtrauisch wird? Also versuch's ganz locker und entspannt, halte den Clicker ganz beiläufig in der Hand, wenn Du zum ersten mal damit arbeitest. Beweg dich ein bißchen, lauf etwas herum und clicke ganz beiläuft und gib gleich danach eine Belohnung. Wenn der Clicker sehr laut ist, versuch's zunächst im Freien, dort ist er leiser wie in geschlossenen Räumen, weil der Schall nicht von den Wänden reflektiert wird.
Eine weitere Möglichkeit, dem Clicker den Schrecken zu nehmen, ist die:
Gib Deinem Hund sehr feine Leckerchen, kleingeschnittenes Hühnchenfleisch oder ähnliches. Gib ihm drei, vier, fünf, wenn er sich so richtig freut gib ihm das sechste und WÄHREND er frisst, clickst Du mit gedämpften Clicker. Erst allmählich verschiebst Du das Geräusch des Clickers immer weiter nach vorne, bis Du schließlich clickst, kurz bevor Dein Hund das Leckerchen frisst.
Sollte auch das nichts helfen und Dein Hund nach wie vor die grosse Panik kriegt, wenn Du clickst, dann macht euch nicht länger den Stress. Es gibt andere Geräusche, die sich ebenso gut eignen, ein elektronischer Piepser oder auch ein Schnalzen mit der Zunge kannst Du ebenso gut als konditionierten Bestärker verwenden.
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08. Wie kann man mit dem Clicker dem Hund das (...FehlverhaltenXYZ...)abgewöhnen?
Die Antwort ist ganz einfach, gar nicht! Mit dem Clicker kann man einem Hund nur ein Verhalten beibringen, aber keines hemmen. Was tut man nun bei solchen Fehlverhalten, ist der Clicker dann nutzlos? Nein! Ganz im Gegenteil, aber Du wirst eine andere Strategie brauchen, um dieses Fehlverhalten angehen zu können. Anstatt Dein Hauptaugenmerk darauf zu richten, wie Du dem Hund verleiden könntest, daß er dies und jenes tut, solltest Du Dir überlegen, WAS er denn stattdessen tun soll. Dieses Verhalten bestärkst Du mit dem Clicker, das ist das sogenannte "Alternativverhalten". Also dem Hund, der gerne Jagen geht, bringst du bei, nicht nach Spuren und Wild ausschau zu halten, sondern häufig nach Dir zu sehen und Blickkontakt mit Dir aufzunehmen. Dem Hund, der alles mögliche verbellt, bringst Du bei, daß sich abwenden vom verhassten Objekt für ihn auszahlt. Dem Hund, der gerne an der Leine zieht, wird vermittelt, daß er nur weiterkommt, wenn die Leine locker ist.
Allerdings alles mit Maßen, bestimmtes Verhalten kannst Du nicht zulassen und musst es verbieten. Es gibt keinen pauschalen Ratschlag, wie Du bei unerwünschtem Verhalten vorgehen solltest. Manchmal ist Ignorieren und bestärken von Alternativverhalten das Mittel der Wahl, ein ander mal kommst Du damit keinen Schritt weiter.
Grundsätzlich ist es jedoch so, daß Hunde, die zuvor eine lange Bestrafungsgeschichte hinter sich haben, plötzlich sehr viel zugänglicher auch bei unerwünschten Verhaltensweisen werden, wenn man die ganzen Emotionen mal beiseite lässt und einfach nur das unerwünschte Verhalten verhindert und erwünschtes Alternativverhalten bestärkt.
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09. Muß man eine Übung "zu Ende" trainieren, bevor man eine neue beginnt?
Nein, das wäre ja todlangweilig. Du kannst auch mehrere Übungen trainieren, allerdings solltest Du Dich während einer Übungseinheit (ca. 5-10 Minuten) auf ein Verhalten beschränken, für das Du clickst und belohnst.
Von diesen Übungseinheiten kannst Du aber bedenkenlos mehrere am Tag machen, so dass Du in einer anderen Übungseinheit auch ein anderes Verhalten trainieren kannst.
Hunde verknüpfen zunächst mal sehr stark die Trainingsumgebung mit dem Verhalten, das geübt wird. Dies kannst Du nutzen, um verschiedene Übungen voneinander zu trennen. Wenn Du z.B. vormittags "Sitz!" in der Küche übst, kannst Du nachmittags trotzdem "Platz!", "Down!", "Vorsitzen" oder was auch immer im Wohnzimmer üben, ohne Deinen Hund zu verwirren.
Trotzdem kann es passieren, dass Dein Hund dir während einer Übungseinheit ein anderes Verhalten anbietet, als das, welches Du üben möchtest. Das macht nichts, belohne ihn einfach nicht dafür. Bleib aber bei deinem Trainingsziel und wechsle während einer Übungseinheit nicht auf ein anderes Verhalten, nur weil Dein Hund es im Moment grad gerne zeigt.
Im weiteren Verlauf, wenn dann auch ein Hör- oder Sichtzeichen eingeführt wird, musst Du verschiedene Verhaltensweisen auch in wechselnder Umgebung und bei steigender Ablenkung trainieren, damit Dein Hund die Übung verallgemeinern kann. Übe dort, wo’s gut klappt mit Hör- oder Sichtzeichen. Dort wo’s noch nicht so gut klappt, lässt Du diese erst mal noch weg.
Außerhalb der Übungseinheiten kannst Du natürlich auch clicken und belohnen! Clicke einfach gelegentlich für Dinge, die Dir gut gefallen, die dein Hund "richtig" macht. So wird er ganz nebenbei situationsbezogen lernen. Verwechslungsgefahr besteht kaum, da Dein Hund auch hier die Umgebungsbedingungen mit verknüpft. Für solches "eingefangene" Verhalten in Alltagssituationen wirst Du häufig gar kein Hör- oder Sichtzeichen einführen. Die Situation alleine ist Hinweis genug für Deinen Hund.
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10. Kann man auch mit mehreren Hunden Clickertraining machen?
| ... und braucht man verschieden klingende Clicker dazu? |
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Es erfordert etwas Routine, aber –ja- man kann auch mit mehreren Hunden trainieren und –nein– man braucht keine verschieden klingende Clicker dazu. Wenn Du mehrere Hunde hast, mach’s doch zunächst mal so:
In den Übungseinheiten, wenn Du neues Verhalten formst, übst Du nur mit einem Hund. Der andere hat Pause, wird abgelegt, angeleint oder in einem anderen Raum untergebracht. Ist die Übung zu Ende, wird gewechselt.
In Alltagssituationen z.B. bei schon gut bekannten Kommandos, kannst Du trotzdem Clicken, wenn Du dich nach dem Click deutlich dem, der belohnt werden soll, zuwendest. So wird für diesen klar werden, dass er gemeint war und nicht der andere. Du kannst ihn z.B. mit dem Namen ansprechen. Der andere Hund (der nicht gemeint war) wird ignoriert. Möglicherweise wird er sich trotzdem angesprochen fühlen. Das ist nicht schlimm, nächstes Mal wird er belohnt, so werden beide aufmerksamer und werden verstärkt auf Dich achten, alleine schon um keinen Click zu verpassen.
Man kann auch mit mehreren Hunden neues Verhalten formen. Dies setzt aber schon eine gewisse Erfahrung und Routine sowohl bei den Hunden als auch beim Trainer voraus. Versuch es einfach mal mit einem relativ unbedeutenden Verhalten, einem Trick oder Kunststückchen, und laß Dich überraschen was dabei rauskommt. Vielleicht bringst Du’s zur Perfektion und das ganze endet in einer zirkusreifen "Mehr-Hunde-Nummer".
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