Einige Fragen zu Leinenführigkeitstraining

Was ein gut erzogener Hund können sollte. Gehen an der Leine, Kommen auf Zuruf, Sitz, Platz, gutes Sozialverhalten etc.

Einige Fragen zu Leinenführigkeitstraining

Beitragvon Makiko » Di 11. Dez 2012, 21:52

Hallo,

ich möchte mit meinem Hund nun die Leinenführigkeit durch den Clicker verbessern. Das Prinzip kennt mein Hund schon aus anderen Clicker-Übungen. Mein Hund zieht zwar nicht sehr stark an der Leine, aber die Leine ist meistens auf Spannung, da sie sich leicht von Gerüchen und manch anderen Sachen ablenken lässt.
Nun habe ich schon ein paar mal in anderen Foren gelesen, dass Leute zum Training z.B. ein Brustgeschirr verwenden und außerhalb des Trainings ein Halsband oder umgekehrt, so das der Hund den Unterschied erkennt. Ist das wirklich sinnvoll? Ich möchte das ganze eigentlich nur mit Halsband machen. Egal ob Übung oder nicht.

Und noch ein paar Fragen:
Muss ich das Leinenführigkeitstraining mit dem Clicker von Beginn an bis zum Ende des Spaziergangs durchziehen? Ich meine also wirklich 1 -1 1/2 Stunden wenn ich Nachmittags unsere große Runde drehe? Oder meint ihr ich könnte auch nur zwischendurch auf dem Spaziergang mit ihr üben. Muss ich das Leinenführigkeits-Clicker-Training dann auch bei jedem Spaziergang durchführen (was ja wahrscheinlich sinn macht?)
Ich frage deshalb, weil ich erst ca. 5-10 Minuten durch stark für den Hund ablenkbares Gebiet (stark befahrene Straßen, Kinderlärm andere Hunde) laufen muss um dann mit dem Training zu beginnen. In dieser Zone macht es momentan noch keinen Sinn mit dem Hund zu üben. Sie nimmt den Clicker akustisch dort einfach "noch" nicht wahr. Oder habt ihr noch eine andere Idee was ich machen könnte damit sie sich nicht so leicht ablenken lässt?
Makiko
 
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RE: Einige Fragen zu Leihnenführigkeitstraining

Beitragvon klaus » Mi 12. Dez 2012, 01:00

Hi Makiko,

erstmal herzlich willkommen, hier bei Clicker.de :)

Ein paar Worte zu Deinem Hund wären hilfreich, um die Frage zu beantworten. Also Rasse/Mischung, Alter, Geschlecht usw.

Was hat du bisher gemacht um die Leinenführigkeit zu üben?

[QUOTE]Nun habe ich schon ein paar mal in anderen Foren gelesen, dass Leute zum Training z.B. ein Brustgeschirr verwenden und außerhalb des Trainings ein Halsband oder umgekehrt, so das der Hund den Unterschied erkennt. Ist das wirklich sinnvoll? Ich möchte das ganze eigentlich nur mit Halsband machen. Egal ob Übung oder nicht.[/QUOTE]

Achja, das les ich auch oft. Ich mach es etwas anders, Ich führe meine Hunde nur am Halsband und bei uns ist [B]immer[/B] Training.

Das hat den Hintergrund, daß ich selbst bedingt durch meine Behinderung (die sogenannte Glasknochenkrankheit) ohnehin sehr wacklig auf den Beinen bin und ein Sturz für mich fatal wäre. Bei mir muss es also klappen, vom ersten Schritt an, ich hab die Leine ohnehin nur zwischen zwei Fingern. Sobald der Zug zu stark wird, lass ich los.

[QUOTE]Muss ich das Leihnenführigkeitstraining mit dem Clicker von Beginn an bis zum Ende des Spaziergangs durchziehen? Ich meine also wirklich 1 -1 1/2 Stunden wenn ich Nachmittags unsere große Runde drehe?[/QUOTE]

Führst du den Hund nur an der Leine spazieren? Dann wäre das wirklich extrem schwierig. Wie schaut's denn aus mit dem Freilauf?

Ansonsten, ja klar. Sobal die Leine am Halsband hängt - > lockere Leine

[QUOTE]Ich frage deshalb, weil ich erst ca. 5-10 Minuten durch stark für den Hund ablenkbares Gebiet (stark befahrene Straßen, Kinderlärm andere Hunde) laufen muss um dann mit dem Training zu beginnen. In dieser Zone macht es momentan noch keinen Sinn mit dem Hund zu üben.[/QUOTE]

Dann würd ich das Gebiet erstmal meiden. Zuerst muss der Hund gedanklich bei Dir sein und das auch auf Abfrage. Hast du die Möglichkeit, auf ein anderes Gebiet auszuweichen?

lg Klaus
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Beitragvon Makiko » Mi 12. Dez 2012, 09:08

Hallo Klaus,

erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort.

[QUOTE]Ein paar Worte zu Deinem Hund wären hilfreich, um die Frage zu beantworten. Also Rasse/Mischung, Alter, Geschlecht usw. [/QUOTE]

Ja, klar. Das wichtigste vergisst man natürlich wieder 8-|
Pheeby ist ein Jack Russell / Parson Russell Terrier (wie man es sehen mag, sie hat eine Widerristhöhe von 39 cm), ist weiblich und vier Jahre alt. Bei uns ist sie seit sie sieben Monate alt ist. Also hatte schon mal eine Vorbesitzerin.
Von ihrem Wesen ist sie eher ruhig und sehr lieb nicht ganz so quirlig wie man es von Jack Russell sonst kennt. Sie bellt eigentlich nie, verhält sich in der Wohnung ruhig und kennt allerhand Kommandos.
Auf das Clickern bin ich durch eine Arbeitskollegin gekommen und habe Pheeby so auch schon ein paar Tricks beigebracht.

[QUOTE]Was hat du bisher gemacht um die Leinenführigkeit zu üben?[/QUOTE]

Als wir sie mit sieben Monaten bekommen haben war sie nur die Flex-Leinen gewöhnt und da hat sie noch richtig gezerrt. Seit der Hundeschule habe ich dann auf die normale Leine umgestellt da ich es als besser empfand. Die Hundeschule besuchen wir aber nicht mehr.

Sie kann schon an der Leine laufen, nur halt nicht immer. Vielleicht zu 60-70%. Wie gesagt ist die Leine dann nur gespannt weil sie unbedingt an was interessantem riechen muss, aber sie zerrt dabei nicht. Und dann lässt sie sich auch immer viel Zeit damit und reagiert dann auch nicht auf ihr Namen oder "hier" oder "weiter". Wie in Trounce eben. Das stört mich dann halt ein bisschen, da man ja nicht an jedem Grashalm schnuppern muss und so nicht flüssig weiterkommt. Ich bleibe dann halt immer stehen und lasse die Leine auf Spannung. Wenn sie locker wird gehe ich dann meist nur weiter und sage nichts, da ich nicht weiß ob loben dann richtig wäre und ich das schnupperverhalten so nur noch unterstützen würde. Wie würde ich in dieser Situation den Clicker denn richtig einsetzen? Da bin ich mir total unsicher, nicht das ich ein falsches Verhalten bestärke.

[QUOTE]Führst du den Hund nur an der Leine spazieren? Dann wäre das wirklich extrem schwierig. Wie schaut's denn aus mit dem Freilauf?[/QUOTE]

Nur Morgens und Abends laufen wir immer hier in unserem Wohngebiet umher. Da kann ich nicht weiter weg fahren. Morgens verbinde ich es halt immer indem ich meine Tochter in die Schule bringe und dann mit dem Hund weiter laufe.

Nachmittags geht es dann meist erst aufs Feld oder Wald in Kombination mit einem Fussgängerweg wo auch einige Radfahrer fahren. Dort kommt sie dann wieder an die Leine. Auf dem Feld darf sie natürlich dann auch schnuppern und sich austoben ohne das ich was sage. Komischerweise läuft sie dort entweder neben mir her, hinter mir her oder nicht weit weg von mir vor mir. Auf Abruf ist sie sofort da. Auch wenn sie mal etwas weiter vor mir ist schaut sie alle paar Schritte zurück ob ich auch noch da bin. Im Freilauf ist die Bindung deutlich besser wie an der Leine.

Abends mache ich nur noch eine kurze Runde von 5-10 Minuten. Da klappt es meistens auch besser. Denke sie ist dann schon etwas müde und deshalb nicht mehr so interessiert an anderen Sachen zu schnuppern.

[QUOTE][QUOTE]Ich frage deshalb, weil ich erst ca. 5-10 Minuten durch stark für den Hund ablenkbares Gebiet (stark befahrene Straßen, Kinderlärm andere Hunde) laufen muss um dann mit dem Training zu beginnen. In dieser Zone macht es momentan noch keinen Sinn mit dem Hund zu üben.[/QUOTE]

Dann würd ich das Gebiet erstmal meiden. Zuerst muss der Hund gedanklich bei Dir sein und das auch auf Abfrage. Hast du die Möglichkeit, auf ein anderes Gebiet auszuweichen?[/QUOTE]

Zum Feld sind wir halt immer gelaufen, aber dann werde ich wohl in Zukunft mit dem Auto lieber fahren wenn es fürs Training besser ist.
Nur wie mache ich es Morgens und Abends hier im Wohngebiet, da kann ich ja nicht viel ausweichen?
Makiko
 
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RE:

Beitragvon klaus » Do 13. Dez 2012, 01:06

Hallo,

[QUOTE]Pheeby ist ein Jack Russell / Parson Russell Terrier....
Von ihrem Wesen ist sie eher ruhig und sehr lieb nicht ganz so quirlig wie man es von Jack Russell sonst kennt. Sie bellt eigentlich nie, verhält sich in der Wohnung ruhig und kennt allerhand Kommandos. [/QUOTE]

Okay, jetzt hab ich schon ein anderes Bild vor Augen, wie gestern :)

[QUOTE]Wie gesagt ist die Leine dann nur gespannt weil sie unbedingt an was interessantem riechen muss, aber sie zerrt dabei nicht.
...
Ich bleibe dann halt immer stehen und lasse die Leine auf Spannung. [/QUOTE]

Da kannst Du natürlich prima mit dem Clicker arbeiten. Allerdings (auch wenn's dich nervt) lass sie ruhig schnuppern, das ist ein Grundbedürfnis, wenn du das zu sehr einschränkst, tust du euch beiden keinen Gefallen.

Ich würd sie allerdings nicht an der straffen Leine stehen lassen, sondern aktiv zurück ziehen, also weg von der Schnüffelstelle. Sie soll dich um "Erlaubnis" fragen. Das könnte ein kurzer Blickkontakt sein. Kommt der, dann clickst du und lässt sie hin zur Schnüffelstelle und sie darf in Ruhe und an lockerer Leine schnuppern. Bis Du meinst, jetzt ist genug und du sagst "weiter" und ziehst sie mit.

[QUOTE]Wenn sie locker wird gehe ich dann meist nur weiter und sage nichts, da ich nicht weiß ob loben dann richtig wäre und ich das schnupperverhalten so nur noch unterstützen würde. Wie würde ich in dieser Situation den Clicker denn richtig einsetzen? Da bin ich mir total unsicher, nicht das ich ein falsches Verhalten bestärke.[/QUOTE]

Den Clicker benutzt du als Signal "Okay, Du darfst jetzt schnüffeln". Wie oben beschrieben. Wenn sie schön aufmerksam an der Leine geht, kannst Du natürlich auch clicken und sie mit Futter belohnen oder du animierst sie zum Schnüffeln in dem zu z.B. ganz zufällig ein Leckerchen verlierst und sie das suchen lässt.

[QUOTE]Auf dem Feld darf sie natürlich dann auch schnuppern und sich austoben ohne das ich was sage. Komischerweise läuft sie dort entweder neben mir her, hinter mir her oder nicht weit weg von mir vor mir. Auf Abruf ist sie sofort da. Auch wenn sie mal etwas weiter vor mir ist schaut sie alle paar Schritte zurück ob ich auch noch da bin. Im Freilauf ist die Bindung deutlich besser wie an der Leine.[/QUOTE]

Das klingt super! Ich denke so mancher Parson Russell Terrier Besitzer würd sich das wünschen.

[QUOTE]Zum Feld sind wir halt immer gelaufen, aber dann werde ich wohl in Zukunft mit dem Auto lieber fahren wenn es fürs Training besser ist.
Nur wie mache ich es Morgens und Abends hier im Wohngebiet, da kann ich ja nicht viel ausweichen?[/QUOTE]

So wie du jetzt schreibst, würd ich gar nicht viel ändern, das hört sich schon recht gut an.

Ich hatte jetzt ein Bild vor Augen von einem 40 kg Kalb, das ohne Sinn und Verstand in der Leine hängt. Dem hätte man erstmal "Manieren" beibringen müssen.
Aber so ist deine ja gar nicht und mit dem Schnüffeln musst du eben einen Weg finden, der dich einerseits nicht nervt, aber andererseits sie auch an der Leine nicht nur Frust schieben lässt. Schnüffeln auf Erlaubnis also, darauf sollte es raus laufen.

Die Parson Terrier sind ja echt fix im Lernen, das wird schon.

lg Klaus
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Beitragvon Morenas » Do 13. Dez 2012, 08:23

Hi,

wenn sie zu 60-70% die Leine locker lässt und sie die Leine lediglich auf Spannung bringt, wenn ihr etwas wichtig ist, habt Ihr es doch schon.
Also ich würde dies als leinenführig bezeichnen.

Das morgendliche „Zeitungslesen“ ist doch vollkommen i.O.

Zum „weiter“

Variante 1
Beobachte den Hund.
Wenn er selbständig weitergeht (besser noch im Begriff ist selbständig weiterzugehen), gib das Signal „weiter“, dann C+B (sollte er tatsächlich mitgekommen sein).

Variante 2
Wenn Du willst, dass Sie auf „weiter“ mitläuft, einfach weitergehen, da die Leine dran ist, muß sie ja wohl mit.
Also Signal „weiter“ und den Hund dann sanft an der Leine mitnehmen.
Darauf achten, dass die Leine schon etwas spannt.
Ein paar mal, bis der Hund begriffen hat, dass es auf Signal „Weiter“ auch weitergeht.
Wenn der Hund dann auf das „Weiter“ selbständig weitergeht, C+B.

Im Grunde könnte es eine Mischung aus Variante 1 und Variante 2 und dem was Klaus geschrieben hat werden.

VG
Bernd
Morenas
 
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Beitragvon Makiko » Do 13. Dez 2012, 09:06

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten,

[QUOTE]wenn sie zu 60-70% die Leine locker lässt und sie die Leine lediglich auf Spannung bringt, wenn ihr etwas wichtig ist, habt Ihr es doch schon.
Also ich würde dies als leinenführig bezeichnen.[/QUOTE]

Das freut mich das du das so siehst, dann habe ich in meiner Erziehung ja wohl schon einiges richtig gemacht. Mir fehlt halt noch der letzte Schliff. Sie ist halt wirklich sehr Geruchsorientiert (oder Geruchsempfindlich?) und findet immer was zum schnüffeln. Das ist ja auch ok und soll so sein, aber halt nicht so oft das man ständig wegen sowas unterbrochen wird. Deswegen habe ich ja auch gedacht der Clicker könnte mich hier noch etwas unterstützen.

[QUOTE]Ich würd sie allerdings nicht an der straffen Leine stehen lassen, sondern aktiv zurück ziehen, also weg von der Schnüffelstelle. Sie soll dich um "Erlaubnis" fragen. Das könnte ein kurzer Blickkontakt sein. Kommt der, dann clickst du und lässt sie hin zur Schnüffelstelle und sie darf in Ruhe und an lockerer Leine schnuppern.[/QUOTE]

Das wird aber schwierig wenn sie spontan wieder auf die Idee zum schnüffeln kommt. Da schaut sie mich vorher ja nie an. Wie stelle ich das an?

Hast du auch noch eine Idee wie ich den Blickkontakt während des Spaziergangs noch aufbauen könnte, da sie ja dies ja auch nicht so oft an der Leine während des Laufens macht? Vielleicht Name rufen und immer C+B wenn sie mich dann anschaut?

[QUOTE]Im Grunde könnte es eine Mischung aus Variante 1 und Variante 2 und dem was Klaus geschrieben hat werden.[/QUOTE]

Ich werde mal eure Varianten ausprobieren und dann berichten wie es geklappt hat. Das wäre doch gelacht, wenn wir das nicht auch noch hinbekommen würden :)
Makiko
 
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