Niedersachsen verschärft das Hundegesetz

Rechtsfragen rund um's Tier

Niedersachsen verschärft das Hundegesetz

Beitragvon Foxi » Mi 2. Feb 2011, 19:38

Stand heute auf der Titelseite der Neuen Presse:

Ein Gesetzentwurf der jetzt im Landtag beschlossen werden und dann nach einer Übergangszeit von 2 Jahren, also 2013, in Kraft treten soll, besagt folgendes:

- Alle künftigen Hundehalter müssen mit einer Prüfung nachweisen das er/sie den Hund führen kann. Dies gilt nicht wenn man bereits einen Hund mindestens 2 Jahre lang ohne Verhaltensauffälligkeiten geführt hat.

- Es muss für den Hund eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden

- Der Hund muss ab dem sechsten Lebensmonat gechipt werden und dessen Kennnummer in einem Zentralregister gespeichert werden.

Diese Regeln gelten für alle Rassen und deren Mischlinge. Egal ob groß oder klein, dick oder dünn, gefährlich oder nicht.
Das ist wenigstens mal gerecht.

Was haltet ihr davon?

In meinem Fall ist alles in trockenen Tüchern. Bin ja kein Neu-Hunde-Besitzer. Aber selbst wenn: ich habe eine Hundehaftpflicht und gechipt ist Foxi auch. Und den Hundeführerschein würde ich auch bestehen. Der wäre nur mit zusätzlichen Kosten verbunden die ich lieber in Leckerli, Leinen und Halsbänder anlegen würde.

Ich befürchte nur dass jetzt die Kosten der Hundehaftpflichtversicherungen in die Höhe steigen. Weil es ist ja nun Pflicht ist und nicht mehr freiwillig und schon schlagen die Versicherungen zu. Würde mich jedenfalls nicht wundern…

Und überhaupt: wie wollen die das denn kontrollieren?
Foxi
 
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Beitragvon summsebrumm83 » Mi 2. Feb 2011, 20:21

Also ich finde es soweit gut wie es sein soll. Bei der Hundehaftpflicht gibt es ja auch viele Anbieter und ich denke da wird man schon was günstigeres finden, falls die jetzige die Preise anzieht.

Das mit der Sachkunde wirft bei mir eine Frage auf. Finn läuft jetzt steuertechnisch auf den Namen meines Freundes obwohl ich ihn erziehe und auch vorher bei Sammy waren wir beide in der Hundeschule. Wenn Finn mal nicht mehr sein sollte und ich würde mir wieder einen Hund zulegen, nur diesmal auf meinen Namen, würde es ja bedeuten dass ich den Test machen muss obwohl wir beide über Jahre Sachkunde erworben haben??!!

Ich hoffe mal, dass Paare da zusammen betrachtet werden. Sonst wäre das in meinen Augen unfair. Woran macht man das fest? Der die Hundesteuer zahlt oder wer im Impfpass drinsteht?
Das ist es was mir dabei durch den Kopf geht.

Gruß
Rebecca
summsebrumm83
 
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Beitragvon Foxi » Mi 2. Feb 2011, 20:33

@summsebrumm

in der Zeitung stand: wer schon mal "nachweislich" mindestens 2 Jahre lang einen Hund geführt hat ohne das dieser verhaltensauffällig wurde, braucht keinen Hundeführerschein abzulegen.

Da wir ja in einer Schein-Welt leben (ohne entsprechende Scheine bzw. Bescheinigungen geht ja gar nichts in Deutschland) denke ich mal das man das halt entsprechend nachweisen muß. Nur wer soll einem das ausstellen? Vor allem wie in deinem Fall. Du bist ja bei den Behörden gar nicht namentlich vertreten, in der Hinsicht. Ob da zu Ende gedacht wurde?

Und wie ist das z. b. bei meinem Freund? Der geht ja auch mit dem Hund raus. Auf ihn hört Foxi zugegebenermaßen sogar besser als auf mich. Aber alles behördliche (Steuer, Versicherung, Impfpass) läuft auf meinem Namen. Und was nun? Das sind dann so die Details die wirklich keiner überwachen kann.

Es ist zwar schon ein guter Ansatz aber alle Details wird man wohl nie erschlagen können.
Foxi
 
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Beitragvon EverMoore » Mi 2. Feb 2011, 23:33

Der Grundgedanke ist eigentlich wirklich gut. Endlich werden mal alle gleichbehandelt und nicht nur einige Rassen und deren Halter diskriminiert. Wie sie das kontrollieren wollen? Der Hundeführerschein muss dann halt mitgeführt werden und stärkere Kontrollen vom Ordnungamt inner wie außerorts um zu zeigen das es nicht nur Schall und Rauch ist. Das dürfte aber bei dem Personalnotstand der behörden unwahrscheinlich sein.

Das andre ist für mich nicht richtig durchdacht. Wartet erstmal ab obs durch den Landtag kommt. Da sind schon viele Entwürfe gescheitert.
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Beitragvon Crime » Do 3. Feb 2011, 12:34

Wah jacka, da wären der Luke und ich ja dann grad drüber. 2 Jahre und 3 Monate ohne Auffälligkeiten. :D

Ob wir nämlich so nen Führerschein bestehen würden? Also ich hab mal so nen Trainer gesehen im Fernseh der das abgenommen hat.

So wie der den Pit oder was das war unter druck gesetzt hat. Das hätt er sich beim Luke nicht erlauben sollen. Also wären wir wohl durchgefallen.

Luke läuft aber z.B. sehr gerne durch eine belebte enge stadt und das stört ihn nicht wen ihm da Leute sehr nahe kommen. Und wenn uns jemand derartig bedrohen würde, bin ich heilfroh, dass mein Lukeli dem bescheid gibt, dass er besser abstand hält.

Ansonsten find ich das aber auch keine so schlechte sache. Und ob die Versicherungen da echt anziehen? Es ist ja bisher keine Pflicht gewesen aber ich hoffe doch die meisten haben das trotzdem gemacht.

@EverMoore ich denke mal das wird wie bei der Hundesteuer überprüft. Also mehr so per zufall bzw. wenn du deinen dann zur Hundesteuer anmeldest, dann wird das eben verlangt dieser Nachweis.

Das andere würd mich jetzt aber auch interessieren. Luke lebt ja mit der ganzen Familie. Es sind auch beinahe schon alle mit ihm Gassi gewesen. Aber 3 defnitiv nicht regelmäßig.
Und wie gilt das wenn man z.B. jahgelang im TH geholfen hat?
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Beitragvon Maggy » Fr 4. Feb 2011, 10:10

Grundsätzlich finde ich das auch richtig.

Das die Versicherung teurer wird? Eher nicht. Es würden sich ja alle versichern müssen, aber nicht bei allen passiert was. Ich glaube sogar, das es günstiger werden kann.

Unterschiede machen die Versicherungen ja jetzt schon, je nachHund günstiger oder teurer, halt wie beim Auto.

Prüfen könnte man die Versicherung z. B. bei der Hundesteuer oder beim Tierarzt. Die Werkstätten mußten seinerzeit auch die ASU machen und die Krankenkassen müssen heute die 10 € einziehen, ob se wollen oder nicht!

Den Hundeführerschein oder die BH finde ich sollte man auch haben. Den Wesenstest....eigentlich auch nicht verkehrt, wobei es da mehr um flatternde Mäntel, Regenschirme und son Zeug geht, da sollte der Hund nicht gleich ausflippen, wenn einer [B]drohend gegen den Hundehalter geht[/B] da bin ich der Meinung darf ein Hund knurren....

Ach so, wenn ein Familienmitglied geht, da gibts in den Versicherungsunterlagen so einen Passus, der muß ein gewisses Alter und Ausbildung haben sonst zahlen die nicht....
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Beitragvon Leonie » Fr 4. Feb 2011, 11:19

Ich find es gut.
Alle Leute mit Hundeerfahrung haben da keine Probleme -die haben ja einen Hund schon zwei Jahre geführt.
Und den anderen tut es vielleicht gut, wenn sie VORHER darüber nachdenken müssen, dass der Hund eine gewisse Erziehung braucht.

Haftpflicht und Chip ist für mich eigentlich selbstverständlich.

Und eine Pflicht-BH oder "Hundeführerschein"- super!
Es kommt natürlich jetzt auch darauf an, dass die Prüfung "fair" gemacht wird, dh der Hund nicht allzu sehr bedrängt wird. Gut fände ich zBsp "Alltagssituationen", dass der Hund durch eine Fussgängerzone laufen kann, dass er bei Hundebegegnungen kontrollierbar bleibt und nicht grollend alle anderen Hunde attackiert, etc.

Aber im Prinzip, alles, was dazu führt, dass sich die Leute mehr Gedanken machen, was mit einem Hund an Arbeit, Verantwortung und Kosten auf sie zukommt, kann den Hunden nur helfen!! Gestern war wieder so ein Gespräch in der Arbeit... eine Kollegin (arbeitet Vollzeit) hätte ja so gerne einen Hund. Kleine Wohnung, kein Garten, Freund arbeitet auch Vollzeit. Fahren gerne im Urlaub weg. Hundeerziehung null Ahnung. Momentan hat sie einen Kanari (in Einzelhaltung, was wie ich meine, auch nicht gut ist für Kanaris). Und sie lebt mitten in der Altstadt, keine Grünanlagen in der Nähe, wo der Hund frei laufen kann ... Also, die sollte ehrlich keinen Hund halten. Was ich ihr auch gesagt habe, und dann war sie natürlich wieder vergrätzt.
Das ist mein Schicksal. Meine Eltern hätten mich Kassandra nennen sollen.
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Beitragvon summsebrumm83 » Fr 4. Feb 2011, 12:18

Ich finde schon das Leute mit Hundeerfahrung ein Problem bekommen könnten.

Wie schon gesagt, wie will man das denn beweisen?

Laut Steuer und Papiere ist Finn der Hund meines Freundes...aber erziehen und führen tun wir beide ihn.

Laut Gesetz wäre er derjenige mit Hundeerfahrung. Was ist mit dem Partner? Wie soll ich nachweisen das ich auch mit dem Hund trainiere und in der Lage bin ihn zu führen?...sogar mehr als mein Partner.
Dann müsste ich den Test machen aber er nicht und das obwohl wir beide zusammen seit Jahren einen Hund in unserem Leben haben.

Das sehe ich als Problem.
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Beitragvon Leonie » Fr 4. Feb 2011, 12:29

Hallo Summsebrumm,
spontan fallen mir dazu drei Sachen ein:

1. Wessen Hund ist er? Wenn er DEIN Hund ist, würe ich schleunigst die Papiere auf mich umschreiben. Wenn - was der Himmel verhüten möge - es zu Problemen in der Beziehung kommt, kann es da ganz schnell Ärger geben. Sag' nicht, EUCH wird das nicht passieren. Wenn ich mir die Scheidungsquote ansehe, sagt das was anderes aus.

2. Glaube ich kaum, dass Du mit der Prüfung irgendwelche Probleme haben wirst.

3. Es wird immer Einzelfälle geben, die ein Gesetz - ungerechterweise- benachteiligt oder bevorzugt. In dem Augenblick, wo eine Regelung für alle gibt, wird es immer Einzelfälle geben, die Probeme damit haben. Was nicht dagegen spricht, das dieses Gesetz für den grösseren Anteil der Hunde oder der Bevölkerung sinnvoll und nützlich sein kann.

Ich könnte evtl mit Tarik auch Probleme haben. Er neigt leider sehr zum Rumknurren, in allen möglichen und unmöglichen Situationen. Eben habe ich ihn am Rücken gekratzt - was er liebt - und wurde mit einer Knurrorgie belohnt. Ich kenne und verstehe das, es war sein Wonne-Knurren, im Tonfall und Melodie ganz anders als sein Abwehr- oder Drohknurren, aber versteht das der Prüfer? Trotzdem würde ich, falls so eine Prüfung ansteht, mich darum bemühen, und eine solche Prüfung befürworten.

LG

Leonie

PS: und der Nachweis der Hundehaltung wird sich wahrscheinlich auf Prüfung der gezahlten Hundesteuer beschränken.
Und wenn jemand im Tierheim hilft - das Tierheim stellt bestimmt gerne eine Bescheinigung aus, das XYZ seit ... Jahren verantwortlich im Tierheim Hunde betreut, pflegt, ausführt und sich als pflichtbewusst, verantwortungsvoll und verlässlich erwiesen hat.
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Beitragvon Maggy » Fr 4. Feb 2011, 13:10

@Summsebrumm - bei uns auf dem HuPlatz war eine Familie, da haben ALLE Familienmitglieder die BH mit dem Hund gelaufen. War ein Elo (der einzige, den ich kenn) inzwischen 7 Jahre - der lief die letzte BH mit Herrchen dann fast im Alleingang :-)

@Leonie - hier war grad ne Sendung im Fernsehen, wo der "Freund" den Hund der "Freundin" hat einschläfern lassen...wobei die Papiere sogar in Ordnung waren.

Die Frau lag im Krankenhaus, der Mann ging zur bekannten Tierärztin und machte die Aussage der Hund wäre einem Kind gegenüber aggressiv geworden, wäre ja jetzt auch schon 13 Jahre alt.... Als die Frau nach 4 Tagen aus dem Krankenhaus kam war der Mann ausgezogen und das Halsband lag auf dem Tisch. ;(
Maggy
 
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