Niedersachsen verschärft das Hundegesetz

Rechtsfragen rund um's Tier

Beitragvon Suse » Fr 4. Feb 2011, 23:00

Hallöchen,

@ Maggie
Genau das habe ich auch im Fernsehen gesehen...
Das ist echt eine schreckliche Sache. Ich mag es mir gar nicht ausmalen wie ich mich gefühlt hätte, wenn nur noch das Halsband vom geliebten Hund übrig bliebe... ;(

Ich wohne zwar in NRW, aber ich denke a) wird es nicht lange dauern, das es hier auch Pflicht ist und b) wäre es ohnehin nicht verkehrt einen solchen Führerschein zu machen, bevor ich mir einen Hund anschaffe :D

LG Suse
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RE: Niedersachsen verschärft das Hundegesetz

Beitragvon klaus » Fr 4. Feb 2011, 23:32

Stehen in Niedersachsen Wahlen vor der Tür?

[QUOTE]Was haltet ihr davon?[/QUOTE]
Nichts.

[QUOTE]Ich befürchte nur dass jetzt die Kosten der Hundehaftpflichtversicherungen in die Höhe steigen. Weil es ist ja nun Pflicht ist und nicht mehr freiwillig und schon schlagen die Versicherungen zu. Würde mich jedenfalls nicht wundern…[/QUOTE]Das wird nur einer der Effekte sein, die "Sachverständigen Lobby" wird auch gut mit kassieren an Wesenstests und Begutachtungen.

Für Hunde oder deren Haltungsbedingungen wird sich gar nichts verbessern. Das ist ein reines Geld-Mach-Gesetz und wir-setzen-uns-ein-gegen-gefährliche-Hunde, bitte wählt meine Partei!"

Populistische Seifenblasen, was mich am meinsten erschreckt, dass es die, die es eigentlich trifft, gar nicht so berührt.

Noch mehr Staat, noch mehr Verbote, Gängelungen und Auflagen für uns Hundehalter? Ja, bitte, ich find's gut!

Weil ja dann auch der Hundehalter, der seinen Hund nicht artgerecht hält, zum Ordnungsamt marschiert und dort um einer Erlaubnis für Kellerhaltung, Prügelstrafe und Hundekämpfe anfragt.
Das ist ein vollkommenere Schmarrn, man kann sowas nicht über Verbote und Verordnungen regeln. Das schafft nur neue Grauzonen und neues Tierelend.

Nur die deutsche Micheline findet's super. "Endlich wird mal was gemacht!" jajaja und blablabla

lg Klaus







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Beitragvon Silkea » Sa 5. Feb 2011, 01:36

Das Problem an der Sache sind ohnehin diejenigen, die Hunde haben ohne sie anzumelden, ohne Ahnung etc. An die Leute kommt man nur schwer ran und wird ihnen der Hund abgenommen, bekommen sie eben woanders Nachschub her. Außerdem gibt es Leute, die deutlich länger als 2 Jahre Hunde haben und immer noch keine Ahnung von Verhalten und Erziehung haben. Wie will man das in den Griff kriegen? Viele Leute haben einfach nur Glück, dass ihre Hunde so gutmütig sind, das kann aber beim nächsten schon ganz anders aussehen.

Wesenstests sind auch so eine Sache. Mein Hund ist z.B. angstaggressiv und würde im Leben keinen Wesenstest bestehen. Dennoch ist er jetzt über 7 Jahre bei mir ohne dass wir "auffällig" wurden. Das hätte aber auch anders aussehen können, denn er hat einmal das Nachbarkind gebissen, als es frontal mit dem Hund zusammenstieß (um die Ecke rum, ich hab's nicht kommen sehen). Die Mutter hätte das auch weniger gelassen sehen können mit dem blauen Fleck. Und was dann? Hätte ich ihn einschläfern lassen müssen? Nur noch mit Maulkorb und Leine rumlaufen? Das ist doch auch kein Leben für einen Hund. Mal ganz davon abgesehen, dass es schon zwei Mal einen Zusammenstoß ohne Beißen gab. Wieso passen die Leute eigentlich nicht auf, wo sie hintreten?

BH ist auch nicht unbedingt ein Hinweis auf einen ungefährlichen Hund. Wir werden die BH dieses Jahr im Herbst machen und meine Trainerin sieht gute Chancen, dass wir bestehen. Davon ist mein Hund aber nicht weniger aggressiv, nur weil er auf dem Hundeplatz ein paar Kommandos beherrscht. Da wäre ein Test im Alltag doch viel sinnvoller.

Alles in allem finde ich das wieder nicht bis zu Ende gedacht - und bin froh, dass ich nicht in Niedersachsen wohne...
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RE:

Beitragvon Leonie » Sa 5. Feb 2011, 09:14

[quote][i]Original geschrieben von Silkea[/i]

Das Problem an der Sache sind ohnehin diejenigen, die Hunde haben ohne sie anzumelden, ohne Ahnung etc. An die Leute kommt man nur schwer ran und wird ihnen der Hund abgenommen, bekommen sie eben woanders Nachschub her. Außerdem gibt es Leute, die deutlich länger als 2 Jahre Hunde haben und immer noch keine Ahnung von Verhalten und Erziehung haben. Wie will man das in den Griff kriegen? Viele Leute haben einfach nur Glück, dass ihre Hunde so gutmütig sind, das kann aber beim nächsten schon ganz anders aussehen.
[/quote]

Leute, die ihre Hunde nicht anmelden, machen sich eh schon strafbar. Und Leute, die viele Jahre lang Hunde haben, ihne sie zu erziehen, wird es IMMER geben. Die gibt es momentan auch. Und klar, es kommt da ganz auf den Hund an. Wenn ich da an meine Mutter denke - die wusste auch nicht, WIE man Hunde "erzieht". Aber ihr Cocker und ihre Shih-Tzu haben sich in der Öffentlichkeit immer tadellos benommen, nie gebissen, waren ruhig in den Gaststätten, fuhren (natürlich ungesichert) problemlos Auto, und wenn meine Mutter rief, kamen sie angefegt. Frag mich nicht, wie sie das gemacht hat, sie hatte da einfach ein Händchen. Eine BH hätte ihr wahrscheinlich Kopfzerbrechen gemacht, aber geschafft hätte sie es wohl auch. Übrigens hatte sie auch bisweilen den absolut bissigen und fiesen Terrier meiner Grossmutter in Pflege, und sogar der wurde bei ihr zum Lämmchen. Heute wäre sie wahrscheinlich ein Hundeflüsterer. Die damaligen Hundeschulen hat sie abgelehnt, zu grob.

[quote][i]Original geschrieben von Silkea[/i]
"Wesenstests sind auch so eine Sache. Mein Hund ist z.B. angstaggressiv und würde im Leben keinen Wesenstest bestehen. Dennoch ist er jetzt über 7 Jahre bei mir ohne dass wir "auffällig" wurden. Das hätte aber auch anders aussehen können, denn er hat einmal das Nachbarkind gebissen, als es frontal mit dem Hund zusammenstieß (um die Ecke rum, ich hab's nicht kommen sehen). Die Mutter hätte das auch weniger gelassen sehen können mit dem blauen Fleck. Und was dann? Hätte ich ihn einschläfern lassen müssen?
[/quote]

So viel ich weiss, war von EINSCHLÄFERN nicht die Rede, lediglich von Auflagen, Einen Maulkorb finde ich lästig, aber nicht weiter schlimm. Und 1000mal besser, dass ein Kleinkind im Gesicht schwer verletzt wird. Silkea, wenn dein Hund in besonderem Ausmass gefährlich werden KANN (denn jeder Hund kann beissen), dann musst du entsprechend aufpassen. Zu sagen "Sollen die Leute halt aufpassen" finde ich nicht besonders sinnig.

Niemand wird behaupten, dass eine BH einen ungefährlichen Hund garantiert. Dazu müsste man wohl alle Zähne ziehen und grosse, schwere Hunde in eine Art Korsett stecken (ACHTUNG das war ein Scherz!!). Aber zumindest zeigt sie, dass der Hund eine gewisse Grunderziehung durchlaufen hat und in gewissen Umständen kontrollierbar ist. Und die Besitzer müssen sich mal einen Tritt geben und zu einer Hundeschule gehen,
Gute Besitzer bemühen sich in aller Regel eh darum, die anderen muss man halt zwingen.

" Da wäre ein Test im Alltag doch viel sinnvoller." Es gibt einen "Canine Good Citizen" Test, den möchte ich mit meinen Hunden machen - ohne Verpflichtung!! Nur, damit ich sehe, was das ist und wie wir uns da halten. Der Test umfasst Laufen an der Leine, warten, ein-und aussteigen aus dem Auto, Hund anfassen und so was. Es gbt drei Stufen, Bronze, Silber, Gold, und die Teams, die bestehen, werden in eine zentrale Liste im UK eingetragen, Hilft mir viel, da ich ja in Spanien lebe, aber wer weiss, vielleicht ziehe ich ja mal wieder um. In das Land der Eventer (hippologisch) und des Regens.

Wie wäre es, hier mal eine Liste zu organisieren und an das Land Niedersachsen zu schreiben, mit den Befürchtungen und Hinweisen, wie man das "vernünftig" gestalten könnte?? Hier im Forum rumzunölen macht gewiss Spass und erleichtert, aber ich bezweifle, dass irgendein Abgeordneter hier mitliest.

LG

Leonie

PS: Bin ich jetzt eine "Auslands-Deutsche" Micheline?
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Beitragvon Silkea » So 6. Feb 2011, 18:39

@ Leonie: Wenn mein Hund in besonderem Maße gefährlich wäre, würde ich ihm sicher einen Maulkorb anziehen, aber ich würde für keinen Hund die Hand ins Feuer legen, wenn er über den Haufen gerannt wird und 1m weiter fliegt.
Außerdem hat er nicht ins Gesicht gebissen, sondern in den Arm - uns sich dann sofort verkrochen.

Und du kannst mir glauben, dass ich bei meinem Hund noch immer sehr gut aufpasse, damit nichts passiert, auch wenn er sich sehr gebessert hat. Wenn er wohin mit muss, wo ich nicht 100% aufmerksam sein kann, z.B. im Buchladen, dann hat er einen Maulkorb an.

Die Sache mit "die Leute sollen besser aufpassen" bezog sich auch nicht darauf (das Kind konnte den Hund nicht sehen um die Ecke und ich nicht das Kind), sondern auf andere Situationen, z.B. ich bin mit dem Hund im Laden (damals war er noch nicht so weit wie heute, deshalb mit Maulkorb). Ein Kind will hin und ich sage, dass der Hund beißt und man den nicht streicheln darf. Ich sage es auch der Mutter, dass das Kind den Hund nicht streicheln darf. Was macht die: lässt ihr Kind hinrennen und grapsch, fasst es den Hund von hinten an (da sind ja keine Zähne) und mein Hund bekommt fast einen Herzinfarkt - und hat NICHT gebissen, nicht mal den Versuch gemacht, aber der Kopf war innerhalb von Sekundebruchteilen an seinem Po, wo der Grapscher war. Dass ein kleines Kind meine Worte nicht kapiert, OK, aber die Mutter sollte es besser wissen, zumal man es ihr sagt. Und hinterher hätte es wieder geheißen der Hund hat grundlos ein Kind gebissen.

Oder heute: wir sind spazieren, Fahrradfahrer kommen, ich lasse die Hunde sitzen (und ja, ich bin NICHT in den Matsch gestanden, damit zwei Fahrradfahrer nebeneinander bequem Platz haben auf dem Weg). Sagt der eine zum anderen: "Da kann man die auch gleich quer über den Weg stellen" und fährt meinem Hund fast über den Schwanz. Solche Sachen ärgern mich echt und ich hätte es verstehen können, wenn mein Hund da sauer geworden wäre.

Lg Silke, die dafür ist, dass der Umgang mit Hunden in Schule + Kindergarten besprochen wird, da die Eltern anscheinend nicht in der Lage sind, das auf die Reihe zu bekommen.
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