Betreutes Streunen

Hier könnt ihr alles mögliche schreiben, was euch grad auf dem Herzen liegt.

RE:

Beitragvon Chiyo » Sa 17. Apr 2010, 21:03

[quote][i]Original geschrieben von rastelli[/i]
Für einen Biker mit Hund dabei stellt sich das anders dar.[/quote]
Hund oder nicht-Hund spielt für mich keine große Rolle. Ich würde die Hügel gerne plätten. 8-|

[quote]Und seine Strecken sind deutlich länger als normale Spaziergänge.
[/quote]
Das habe ich völlig vergessen.
Für 22 km bräuchten wir 5 1/2 Stunden. :-o
Mit Fahrrad 3 1/2.
Wir sind langsam unterwegs. :rotangelaufen:
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Beitragvon Hermine » So 18. Apr 2010, 09:03

Hallo Martin,
einige Fragen habe ich nun nach Anschauen deines Videos (tolle Kamera"führung" - die Idee ist wirklich toll!)

- Wie genau hat dir dein Hund in eurem Rastplatz-Haus zuerst mitgeteilt, dass ER in das noch unbekannte Tal laufen möchte? Das konnte ich nicht sehen...

Die erste Nachfrage vorher ist wirklich nett - in die gewünschte Richtung schauen bzw. sich dahin ausrichten - stehenbleiben - Blick zurück. Kenne ich auch so - und freu mich jedes Mal daran.

- Wenn du dich mehr am Hund orientierst beim Streunen - woher weißt du, dass sich der Hund denn nicht an deinem Tempo orientiert? Denn das Tempo ist ja entscheidend dafür, wie viel hund von der Umgebung mitkriegen kann - was die Nase in Bodennähe angeht.

Wie hast du dem Hund erklärt, dass er nur auf dem Weg laufen soll?

Hallo Chiyo,

[QUOTE]Wir sind langsam unterwegs[/QUOTE]

Ich hab geraume Zeit damit verbracht, mir das wieder beizubringen! Warum sind viele Omi-Hunde (zumindest hier bei uns) wesentlich besser drauf als die Hunde sportlicher Läufer.... Gemütliches Rumgedussel ist ja nicht immer schlechter. ;)

LG Hermine












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Beitragvon Pipilinho » So 18. Apr 2010, 12:04

Faszinierend!

So einen Radtrip ganz ohne Kommando könnte ich mit meinem Exemplar nicht machen.

Wenn man ihn einfach machen lässt, was er möchte, dann gallopiert er durchgängig und geht auf Riesendistanzen. So ein richtiges Ziel hat er dabei nicht... In Gebieten mit Wild sowieso unmöglich.

Hast du ihm bewusst beigebracht, nur zu Traben?

Viele Grüße, Anna
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RE:

Beitragvon rastelli » So 18. Apr 2010, 15:36

Hallo Hermine und Anna,

bei solch einemVideo ist natürlich einiges zu bemerken. Man bekommt nicht alles ins Bild, was man gern haben möchte. Rad, Hund, Strecke, Situation und Technik simultan im Griff zu haben, ist mit nur zwei Hirnhälften manchmal etwas schwierig.
So sind die Tonaufnahmen oft durch Klappern, Störungen, Wind oder falsche Einstellungen oft wertlos. Und nachsprechen ist nicht so meine Sache.

@ Anna,

[QUOTE]So einen Radtrip ganz ohne Kommando könnte ich mit meinem Exemplar nicht machen. [/QUOTE]Da sind schon Kommandos dabei. Bei der langen Strecke bergab bekommt er zweimal das Kommando „lauf voran!“ denn ich wollte ihn vor mir haben. Er muss „langsam“, „rechts“ und „links“, „halt“ sauber befolgen. Mit der Zeit hat er natürlich gelernt, was in welcher Situation angebracht ist und nimmt entsprechend Blickkontakt auf. Katzen irgendwo im Ort sind absolut tabu. Auf einer Apfelbaumwiese kann er sie schon mal auf den Baum jagen.
Und ich muss natürlich wie ein Luchs aufpassen, ob und wie er Wahrnehmung von Wild anzeigt. Hier muss man blitzschnell eingreifen. Ab Mai muss er dann in den entsprechenden Gegenden wieder an die Leine.

[QUOTE]Hast du ihm bewusst beigebracht, nur zu Traben?[/QUOTE]Ja, der Galopp soll die Ausnahme bleiben. Ich hatte zuvor einen sehr schnellen Dobermann und dabei habe ich die Tücken eines zu schnellen Galopps, vor allem an der Leine, kennen lernen dürfen.

[QUOTE]Wenn man ihn einfach machen lässt, was er möchte, dann galoppiert er durchgängig und geht auf Riesendistanzen. So ein richtiges Ziel hat er dabei nicht.[/QUOTE]Das klingt nach einem relativ jungen Hund. Wie alt ist er denn?

@ Hermine

[QUOTE]Wenn du dich mehr am Hund orientierst beim Streunen - woher weißt du, dass sich der Hund denn nicht an deinem Tempo orientiert? Denn das Tempo ist ja entscheidend dafür, wie viel hund von der Umgebung mitkriegen kann - was die Nase in Bodennähe angeht.[/QUOTE]Tempowechsel ist eines der Kommunikationsmittel. Verlangsamt der Hund plötzlich merklich, nimmt sogar Blickkontakt auf, ist das ein Zeichen, dass er eigentlich die Richtung wechseln möchte, z.B. auf die andere Straßenseite will. Beschleunigt er, hat er etwas wahrgenommen, was ihn interessiert. Es ist ja nicht nur die Nase, sondern auch Augen und Ohren, die ihm wichtige Infos geben.
Er kann er seinen Wünschen nachgehen, wenn ich mein OK gebe. Da schauen ich auch schon mal fünf Minuten zu, wie er irgendetwas ausschnuffelt.

[QUOTE]Wie hast du dem Hund erklärt, dass er nur auf dem Weg laufen soll? [/QUOTE]Es gibt das Kommando „(auf den) Weg“. Das haben wir lange vorher schon zu Fuß geübt. Zusätzlich muss er auf Kommando entweder auf meiner linken oder rechten Seite laufen, Der Wechsel muss hinter dem Rad erfolgen. Das ist in verkehrsbelebten Gegenden absolut nötig.

[QUOTE]Wie genau hat dir dein Hund in eurem Rastplatz-Haus zuerst mitgeteilt, dass ER in das noch unbekannte Tal laufen möchte? Das konnte ich nicht sehen...[/QUOTE]Gut, da ist die künstlerische Freiheit mit mir durchgegangen. Ich wusste es vorher schon, weil er bis zu diesem Ort schnurgerade ohne irgendwelche Pausen und Abweichungen sehr flott gelaufen ist. Da wusste ich, dass er größere Pläne hatte. Was er will, deutet sich auch dadurch an, dass er eine bestimmten Ort wiederholt aufsucht. Dann hat er dort noch etwas vor. Ich blase ja manchmal vorher zum Heimweg. Zu hause präge ich mir dann die Karte vom möglichen Gebiet ein, damit ich vorbereitet bin.

[QUOTE]Warum sind viele Omi-Hunde (zumindest hier bei uns) wesentlich besser drauf als die Hunde sportlicher Läufer.... [/QUOTE]Das kann ich unterschreiben. Mit Omi- und mit Hofhunden haben wir keine Probleme. Vielleicht mach ich daraus auch einmal ein Video.

ciao Martin
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Beitragvon Hermine » So 18. Apr 2010, 17:04

Hallo Martin,
danke für deine ehrliche und offene Antwort - hättest du jetzt was völlig anderes geschrieben zum Rasthaus, hätte ich gedacht, ich hab wahrscheinlich Tomaten auf den Augen. :D
Ich finde die Kameraführung wirkt sehr professionell!
Dein Hund sieht so aus, als hätte er, wenn überhaupt jemals irgendetwas, vielleicht gerne probiert, wie groß und stark er wirklich ist - er wirkt insgesamt sehr gelassen, finde ich.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, war in deinem anderen Video das Ausatmen beim Down. Und deine Begründung zum Clicker. Wenige beachten die Aufregung, die der Click mit sich bringt. Hattet ihr zuvor Sichtkontakt zum Wild?
Viele Grüße
Hermine

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Beitragvon Crime » Mo 19. Apr 2010, 09:11

Hi

Hmm am Anfang hab ich so was ähnliches auch gemacht, nur halt zu Fuß, was bei nem Welpen damals auch ausgereicht hat. Inzwischen aber aus irgend einem Grund nicht mehr. Vielleicht nehm ich das mal fürs nächste WE in meine Pläne auf. Muss nur noch ein Gebiet suchen, wo wir das auch so richtig durchführen können.

Aber auf jeden Fall ein großes Lob an den Regisseur für dieses tolle Machwerk :D

Gruß Crime
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RE: mein Hund schafft mich!

Beitragvon rastelli » So 9. Mai 2010, 12:02

Hi...

[quote][i]Original geschrieben von Hermine[/i]

- Wenn du dich mehr am Hund orientierst beim Streunen - woher weißt du, dass sich der Hund denn nicht an deinem Tempo orientiert? [/quote]Heute hat mich mein Hund echt geknechtet. Irgendwie wusste er schon beim Loslaufen, was er vor hatte. Das Wetter ideal, etwas 5°C, nasse Wiesen, feuchte Wege, zwischendurch Nieselregen; also optimale Kühlung für den Hund. Am Ende waren es 26,5 km ohne Erbarmen. Reitwege, Treckerfurchen, Matschwege, Rückewege, Wiesenwege*. Also alles, wo es gut rollt.
Asfalt und wenige gut befahrbare Wege zwischendurch, nur um die Moral zu retten. Und dazu 230 Höhenmeter ohne das ständige Auf und Ab zwischendurch.

Und das alles vor dem Frühstück!
Irgendwie habe ich mir Hundehaltung anders vorgestellt.
Und der Herr läuft locker zu Hause ein, als ob er eben einmal eine kurze Informationsrunde durch den Ort gedreht hätte. Ich bin viel zu kaputt, um irgendwelchen Hundesport zu machen.

Wenn ihr nichts mehr von mir hört, dann hat er es endlich geschafft....

... und du fragst mich, wer sich wem anpasst!

ciao Martin

[hr] [SUP]* @ Anke: z.Zt. an den entsprechenden Stellen vorsichtshalber an der Leine. Das bringt nur mir noch mehr Anstrengung.[/SUP]
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Beitragvon HST » So 9. Mai 2010, 13:24

martin
respekt

du hast mein ganzes mitgefühl....

Im übringen du hast dein training schon hinter dir
(sei froh)

ich hab
es ohne hund noch vor mir....

und ich bin bereits jetzt schon so kaputt...sfg*
wie du...

gruss
heinrich
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Beitragvon Anke + Franziskus » So 9. Mai 2010, 13:32

Ich hab Franz´l gestern mal "streunen lassen", wen auch angeleint, weil Großstadt. Sehr auffällig: Hundeauslaufgebiete findet er so unangenehm, dass er vor jedem möglichen Zugang zu einem solchen einen anderen Weg einschlug. Und er war schon oft genug hier, um zu wissen, dass er nur da frei laufen darf - aber eben auch, dass man genau da auf andere, z.T. sehr unhöfliche Freiläufer trifft. Mit hundlicher Begleitung aus der Gegend entscheidet er übrigens anders. Und die hätte er gerne zur Begleitung abgeholt, bloss waren die nicht daheim...

Fand ich doch sehr interessant.

ciao
Anke
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RE: RE:

Beitragvon rastelli » So 23. Jan 2011, 16:12

Grüß Dich Silke(a),

ich stelle deine Frage einmal in den Ursprungsfaden.

[QUOTE]@ Rastelli: Fand das Video sehr interessant. Der Hund (+ Halter ;-) ) ist ja echt topfit. Wie lange ist man denn für 22 km unterwegs?[/QUOTE]Typisch drei Stunden. Im Sommer länger, bei ~-2°C im März vielleicht nur zwei Stunden.

[QUOTE]Und rennt er dauernd oder macht der Hund auch Pausen?[/QUOTE]Wie du aus dem Video sehen kannst, haben wir unsere typischen Pausenorte. Im Sommer müssen wir öfter pausieren und Wasser oder auch mal nur Schatten suchen. Eine Trinkflasche reicht nicht, und der Hund muss runterkühlen können.

[QUOTE] Buddelt er auch mal?[/QUOTE]Nein, das haben wir von Anfang an nicht zugelassen.

[QUOTE]Wählt er immer andere Wege oder ab und zu Altbekanntes (zwecks Revierkontrolle)?[/QUOTE]Er läuft seine typischen Wege in relativ festem Wechsel ab. Läufige Hündinnen bringen einen neuen Rhythmus. In größeren Zeitabständen ist dann die Erweiterung des Reviers an der Reihe.

[QUOTE]Ändert er die Länge der Strecken oder dauert es immer ungefähr gleich lang?[/QUOTE]Typische Längen bei normalen Runden sind etwa 8 - 16 km. Die Erkundungsrunden liegen zwischen 20 und 30 km.

[QUOTE][I] Silke(a) fragt[/I]
Würde er jagen, wenn er was sieht? [/QUOTE]Ja. Da muss ich natürlich wie ein Luchs aufpassen, ob und wie er Wahrnehmung von Wild anzeigt. Die Anzeige habe ich per Clicker bestärkt. Das verschafft mir Zeit.

Ab Mai bis etwa Oktober muss er dann in den entsprechenden Gegenden wieder an die Leine. Wir wissen ja beide, wo das Wild steht. :D

Im Winter ist alles einfacher. Da braucht er einige Monate überhaupt keine Leine.

ciao Martin
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