Der richtige Weg?

Anfängerfragen und -antworten zum Thema

Beitragvon Zauberhaft » Mo 30. Jun 2008, 19:06

;)

gut verstanden

Ja, dann geb ich Dir wieder Recht, ;)
viel informieren und viele Meinungen hören dann erkennt man den eigenen besten Weg am schnellsten :)
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Beitragvon Hermine » Mo 30. Jun 2008, 21:02

[QUOTE]Wir warten zwei, drei Sekunden und rufen ihn dann freundlich zu uns, lassen ihn sitzen und loben ihn (streicheln o.ä.)[/QUOTE]

Mit einem Bordercollie würde ich das nicht ausprobieren. Mit meinem Hund auch nicht. Ich könnte ihn so freundlich rufen wie ich wollte - der Ofen wäre aus.

Falls es nun heißt - der Hund soll nicht merken, dass das Geschoß von mir kommt - das wäre mir zu riskant.




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RE:

Beitragvon klaus » Mo 30. Jun 2008, 21:41

[QUOTE]Mit einem Bordercollie würde ich das nicht ausprobieren. Mit meinem Hund auch nicht. Ich könnte ihn so freundlich rufen wie ich wollte - der Ofen wäre aus. [/QUOTE]Kann ich nicht nachvollziehen, nicht einmal bei einem Border Collie. Wie holst du denn deinen Hund aus seiner tiefen Krise, wenn ihm zufällig etwas unangenehmes widerfährt? Denn nichts anderes passiert bei der Konditionierung des Abbruchsignals. Gerade Border Collies sind (so wie ich sie kenne) für klare Ansagen sehr dankbar. Aber einmal ist immer das erste Mal. Wenn da jedesmal die Sinnkrise ausbrechen würde, wär die Rasse längst überflüssig geworden.
Auch der Border, der sich mal in einem Mauseloch den Fuss verknackst oder von einem frechen Schafbock eins auf die Nase kriegt, wird von seinem Schäfer sicher nicht in's nächste Animal Learn Zentrum zur Therapie gebracht.

[QUOTE]Falls es nun heißt - der Hund soll nicht merken, dass das Geschoß von mir kommt - das wäre mir zu riskant.[/QUOTE]Natürlich soll der Hund das merken. Er soll ja auch merken, wer diese Grenze setzt und dass er durch ein einfaches "Bleibenlassen" dem ganzen Schlamassel ausweichen kann.
Das wird auch der hypersensibelste Border Collie verstehen, wenn man nur mit offenen Karten spielt.
Da reicht nun vielleicht nur ein "Räuspern", aber das Prinzip ist exakt das selbe.

lg Klaus


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Beitragvon Hermine » Di 1. Jul 2008, 08:36

Hallo Klaus,

[QUOTE]Auch der Border, der sich mal in einem Mauseloch den Fuss verknackst oder von einem frechen Schafbock eins auf die Nase kriegt, wird von seinem Schäfer sicher nicht in's nächste Animal Learn Zentrum zur Therapie gebracht.[/QUOTE]

Ein Hund beim Hüten, auf der Jagd etc etc. befindet sich in einem Zustand erhöhter Erregung - der Zustand ist selbst belohnend. Durch körpereigene Endorphine ist die Empfindlichkeit gegenüber unangenehmen Reizen erniedrigt. Was ja biologisch äußerst sinnvoll ist - sonst müsste der Hund ja im Ernstfall verhungern.

[QUOTE]Wie holst du denn deinen Hund aus seiner tiefen Krise, wenn ihm zufällig etwas unangenehmes widerfährt?[/QUOTE]

Gar nicht. ;) Er wird nur dann nachhaltig beeindruckt sein, wenn ich ihm zeige, dass ich schlimm finde, was passiert ist bzw. wenn ich der Auslöser bin und ich entsprechend auf ihn zugehe.

Ein Beispiel hierzu:

Wenn ich nachts versehentlich im Halbschlaf voll auf meinen Hund trete, motzt er verdattert vor sich hin, merkt, dass ich es bin und verbucht das unter: Shit happens.

Wenn sich mein Hund den Fuß verknackst, rennt er den ganzen Tag auf 3 Beinen weiter, wenn ich ihn nicht stoppe.

Das ist mein persönlicher Erfahrungswert - der "sensible" Hund hat kein Problem damit.

Wenn ich ihm aber unversehens einen Gegenstand aufs Hinterteil schleudern würde, während er nichts Böses denkt und an einem Maulwurfshügel schnuppert - und ich Nein! dazu sagen würde, würde folgendes passieren:

Er würde 100 Mal am Tag zusammenzucken, wenn ich Nein sage - denn das Wort kommt ja öfter vor im Alltag.

Er würde einen Bogen laufen um Maulwurfshügel.

Er würde immer wenn ich im ähnlichen Abstand mit ähnlicher Körperhaltung eine ähnliche Bewegung machen würde, misstrauisch reagieren.

Er würde diesen Ort nicht mehr schätzen.

Er würde Kumpel Hasso, den er vielleicht beobachtet hätte aus dem Augenwinkel in diesem Moment, ebenfalls damit in Verbindung bringen.

Vielleicht würde er auch seinen Schreck abreagieren an einem anderen vorbeilaufenden Hund?

Würde er Kinderwägen doof finden fortan?

Einen Walker, der vorbei gelaufen ist?

Würde er nicht mehr schnüffeln wollen, wenn ich stehenbleibe?

Würde Armbewegungen scheuen?

Hunde verknüpfen nicht eindimensional - und leider nicht vorhersehbar so, wie wir es beabsichtigen.

Ich fände das Leben mit einem Wesen, dessen Reaktionen und Gefühle ich zuverlässig steuern kann, ziemlich langweilig.

Und umgekehrt: Beziehung heißt für mich mehr als sich "steuern" - wobei Hunden ihre Steuerungsversuche bekanntlich schnell angekreidet werden.

Doch das ist nicht das Thema. ;)

Während der EM ist uns folgendes passiert: Hund streckt den Kopf zur Tür rein und guckt...
in dem Moment passiert irgendwas Doofes - ich: Oh NEIN! - *schwupp* ist der Hund weg.

Oder: Immer, wenn mir was runtergefallen ist beim Kochen, kam mein genervtes Oh jeeee....
rate mal, was passiert, wenn ich Oh jeee sage.

Wenn mir was runterfällt mit Getöse ohne Oh jeeee! ist das lustig - da könnte es etwas zu fressen geben am Boden...

Es gibt so viele Unabwägbarkeiten im Alltag!

Da werde ich jemand, der sich orientiert an mir, nicht wie beschrieben mit einem "Bomper" bewerfen oder mit Wasser bespritzen.

LG Hermine




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Beitragvon Jenny99 » Di 1. Jul 2008, 12:14

Hallo,
ganz doofe Frage, bitte nicht schimpfen. Was ist denn der Unterschied zwischen einem Bomper, der an den Po geworfen wird, und einem Klaps mit einer Zeitung? Tut doch beides weh -sicherlich nicht zu doll. Hat beides doch die gleiche Wirkung, wenn ich es gleich anwende, oder? Nur bei der Zeitung muß ich halt daneben stehen (wobei man die auch werfen kann).

Was mir nur nicht klar ist, ist, daß jeder aufschreit, wenn erzählt wird, daß man das "nein" mit einer Zeitung einkonditioniert hat, nennt man es toll nach irgendeiner Theorie xy "Bomper", dann ist das "pädagogisch wertvoll"?

Das soll jetzt keine Wertung sein. Ich verstehe nur echt die ganze Aufregund über das Eine - und die ganze Begeisterung über das Andere nicht....

Lieben Gruß!

PS Wir haben das "nein" mit dem Clicker gelernt. Einfach ein Abwenden von einem Gegenstand geclickert. Gegenstände variiert, mehr Verlockung hinzu etc. Klappt prima bei uns. Ich würde nämlich den Teufel tun ud einen Hund, der beim Abstellen einer Tasse auf dem Tischzusammenzuckt, mit einem Bomper erschrecken...ich bin ja froh, daß der Hund nicht mehr pausenlos damit rechnet, daß ihn etwas "angreift"!
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RE:

Beitragvon Chiyo » Di 1. Jul 2008, 12:37

[quote][i]Original geschrieben von Jenny99[/i]
Was mir nur nicht klar ist, ist, daß jeder aufschreit, wenn erzählt wird, daß man das "nein" mit einer Zeitung einkonditioniert hat, nennt man es toll nach irgendeiner Theorie xy "Bomper", dann ist das "pädagogisch wertvoll"?
[/quote]
Ich habe noch nie gehört, daß jemand eine Zeitung nimmt, um ein "nein!" zu konditionieren. Ich kenne nur die Version, daß ein Hund damit verprügelt wird, um ihn zu bestrafen. Der gute Mann erzählte mir, daß sein Hund jedesmal den Kopf einzieht und in Deckung geht, wenn er die Zeitung (zum Lesen) in die Hand nimmt. :-o

Was zur sauberen Konditionierung eines "Neins" benutzt wird, spielt letzten Endes keine Rolle. Manche Leute benutzen Disks oder Wurfketten.

Bei der Bestrafung spielt Wut eine große Rolle. Ich gehe mal davon aus, daß es deshalb nicht bei einem "Klaps" bleibt, der den Hund erschrickt. 8-|

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Beitragvon Clickerfriend » Di 1. Jul 2008, 12:52

Kann mich Chiyo nur anschließen!
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Beitragvon Hermine » Di 1. Jul 2008, 16:32

Ich mag weder Zeitung, noch Kette.

Ich hab es vor vielen Jahren versucht, meinen Terrier mittels einer Klapperdose zu beeindrucken. Der hat mir ganz richtig etwas gehustet - hat das Geschoss beschnuppert in aller Seelenruhe, mich sehr eingehend und nachdenklich betrachtet aus der Entfernung - und erst mal Tschüß! gesagt.
Man hätte nach dieser Methode also keinen Bomper gebraucht, sondern eine Art Granate. :-o

Was wird dann empfohlen? Härter werfen? 8-)

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RE:

Beitragvon klaus » Di 1. Jul 2008, 16:44

[quote]
Was wird dann empfohlen? Härter werfen? 8-)
[/quote]

Auch das wurde im Text bereits beantwortet:

[B]Diese Konditionierung muss höchstens 2-4 mal vorgenommen werden. Reagiert der Hund danach auf das "Nein!" nicht mit zur Seite springen, dann hat es damit keinen Zweck.[/B]

Bei meinem Ferdi (auch Terrier) hat's sehr gut funktioniert. (Der Bomper, nicht die Rappeldose. Von der halt ich auch nicht viel.)

Gruß Klaus
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Beitragvon snakchen » Di 1. Jul 2008, 16:54

Es wird empfohlen den Text zu lesen ;) :D

@Hermine: Du hast aber deinen Hund erst als Erwachsenen bekommen, oder? Ich kenne einige Hunde, auch Groenendaeles und Borders, aber so extrem reagieren die nicht. So sensible Hunde kenne ich auch, aber bei denen ist dann in der Prägung und Grunderziehung einiges "falsch" gelaufen.

Bei Columbia möchte ich so ein Signal z.B. auch nicht aufbauen, dazu ist mir die Bindung die wir haben zu unsicher. Sie vertraut mir jetzt in fast allen Dingen, das hat aber sehr lange gedauert bist dahin. Sowas möchte ich mir dann nicht kaputt machen, wenn ich auch ganz gut ohne das Abbruchsignal auskomme. Beim Benji wär das wieder was anderes, der würde das locker wegstecken. Der ist aber als Welpe, was Menschen betrifft, anscheinend super aufgewachsen.

lg, Karin
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