hund argwöhnt

Alles rund um die Erziehung deines Hundes

hund argwöhnt

Beitragvon zilli » Do 10. Apr 2008, 22:07

die letzten 3 tage war chili tagsüber bei meiner mama, weil ich eine fortbildung hatte. sie hat mir mitgeteilt, was ich ohnehin schon weiß: dass mein hund tricks nicht leiden kann und sich nicht überlisten lässt, wenn es um fortgehen, anleinen, etc. geht. konkret konnte sie chili nicht aus dem haus motivieren und dann beim spaziergang nicht mehr anleinen, weil hundi gewusst hat, was kommt und darin keinen vorteil sah. auch leckerlis halfen natürlich nichts. hund argwöhnt schlimmes (was???? niemand hat ihr je etwas getan) und ist eine wolke.

sie muss überzeugt sein davon, dass das was sie jetzt zu tun hat, mehr vorteile bringt als wenn sie es nicht tut, gelingt die überzeugung nicht, macht sie es nicht (betrifft ausschließlich die beiden situationen, sonst folgt sie mittlerweile sehr gut, auch abruf aus spielsituationen, etc.aber das prinzip ist das gleiche, sie folgt nur dem eigenen vorteil gehorchend) und reagiert äußerst argwöhnisch. sie realisiert auch den "falschen" tonfall in der stimme ......

ich weiß das mittlerweile und kann damit umgehen, zu mir kommt sie, weil es lustig, spannend, kuschelig, etc. ist, vor allem aber, weil es da ganz ganz oft click macht, aber nicht, weil sie "brav" ist. zu mama kommt sie grundsätzlich nicht. für meine mama ist mein hund ganz einfach unfolsam, was vermutlich auch stimmt.

sie wollte ihr sogar die leine nachwerfen, weil sie davon genervt war, dass die kleine nur auf einen halben meter herkommt und sich nicht anleinen lässt.

gsd hat sie es nicht gemacht, als hundeoma sollte man doch etwas mehr geduld haben. oder?

kann es sein, dass hunde, die nur durch positive verstärkung zu bestimmten verhalten motiviert werden, von anderen personen nicht führbar sind? mittlerweile sollte sie doch die kommandos und die dazugehörige belohnung soweit abstrahiert haben, dass sie es allein aus der hoffnung heraus macht und es in der praxis keinen unterschied macht, ob man z.b. einen clicker mithat oder nicht.
und es auch egal sein sollte, von wem das signal kommt.

danke für fachdienliche hinweise!

PS das herkommen belohne ich schon immer variabel, weil ich ja nicht IMMER, wenn der hund freudig zu mir kommt, etwas anzubieten habe, manchmal entgeht mr das sogar. dann suche iund rufe ch sie, dabei steht sie schon längst aufmerksam very close neben mir *käsewill"


lg brigitte
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Beitragvon Chiyo » Do 10. Apr 2008, 23:07

In der Hundeschule hatte eine Frau das Problem, daß ihre Bordercolliehündin immer genau 1 m Abstand hielt und nicht wirklich zu ihr kam. Nach 2 Minuten war das Problem nachhaltig gelöst - ich habe nur vergessen, was die Trainerin empfohlen hat. (Ist ja schon 3 Jahre her.)

Ich glaube, sie mußte sich wegdrehen, wenn die Hündin kam und sich von ihr wegbewegen. Die Hündin ist dann hinterher, Frauchen hat sich wieder weggedreht, Hündin hinterher, Frauchen weggedreht.
Frauchen hatte den tollen Ball. :)

Das war neu und hat die Hündin mächtig genervt. Bislang wollten die Menschen immer, daß sie kommt und jetzt haben sie sie nicht zu sich gelassen. Sie wurde ziemlich aufdringlich und klebte am Frauchen.

So oder so ähnlich war das... 8-| :rotangelaufen:



Was auf alle Fälle gut klappt ist, sich etwas seitlich zum Hund hinzustellen und nicht frontal. Auch zur Abwechslung mal wegrennen, wenn sie fast bei Dir ist, ist eine prima Idee. :-)
- oder kleine Übungen, wenn sie da ist: sitz, platz, fuß.

Sehr sinnvoll: Jedesmal ans Halsband langen, wenn sie zu Dir gekommen ist. Leckerli gibt es erst, wenn Du das Halsband angefaßt hast. Danach darf sie wieder laufen. Soweit die Theorie, die bei Ellis und Mieke prächtig funktioniert hat. Aber Chilli scheint ein besonders cleveres Mädchen zu sein. 8-|


[QUOTE]
und es auch egal sein sollte, von wem das signal kommt.[/QUOTE]
Nun ja, Ellis und Mieke hören überhaupt nicht auf meinen Freund. Kein Wunder - er hat ihnen noch nie ein Leckerli zur Belohnung gegeben. 8-|

Wenn er aber die leeren Joghurt- oder Käsebecher in der Hand hält, damit die Hunde sie sauber ausschlecken, sieht das Ganze anders aus: Dann können die beiden plötzlich sitz und platz. :-o

Vielleicht läuft es mit Deiner Mami ähnlich. :-)
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Beitragvon zilli » Do 10. Apr 2008, 23:49

@chiyo

eigentlich hab ich das alles schon probiert. wegdrehen. weglaufen, den tollen ball haben, auch: regelmäßig dazwischen anleinen, dann jackpot, spielen, loben, ..... alles.

die kleine kröte macht auch alles fröhlich mit, kein problem. außer, wenn es ernst wird und wir jetzt WIRKLICH gehen wollen (ich wechsle die wege, parke immer wo anders und bei mama gab es gar keine routine). ich leine sie auch auf der hundewiese zwischendurch an, das ist gar kein problem, dann schlägt sie ein bissi fußgehen vor und schon folge ich :-)

ich gehe probeweise zum auto - ohne leine, sie ist bereit, einzusteigen, kein problem. gehe wieder zurück, wir spazieren noch eine runde, auch lustig. wir gehen ERNSTHAFT zum auto, weil wir heim wollen: mein hund ist nicht greifbar (immer nur 10 cm weiter, als ich bräuchte und sehr auf der hut)

die hexe WEISS es einfach und dann geht nichts mehr. oder aber sie will. bei mir will sie meistens. zum glück.

wenn sie nicht will - keine chance, und leider auch kein trick möglich, weil sie durchschaut alle.

*schulterzuck*

nochwas: wenn sie sich doch einmal hinreißen lässt und ein spielzeug z.b. attraktiver findet, als ihren dickkopf durchzusetzen: wenn ich sie daraufhin eingefangen habe, merke ich richtig, wie bei ihr ein lernprozess einsetzt: wenn du dieses spielzeug toll findest, kannst du eingefangen werden. beim nächsten mal beäugt sie schon das spielzeug argwöhnisch, so nach dem prinzip: "auf dich bin ich einmal hereingefallen, das passiert mir nicht noch mal." damit entwerte ich die tollsten quitschis, ballis, etc. weil die maus kombiniert: dieses spielzeug= nicht lustig.

naja.... was tut man da?
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Beitragvon Chiyo » Fr 11. Apr 2008, 00:11

Ein Hund mit hellseherischen Fähigkeiten? Oh je! :-o

Dabei sieht sie so harmlos, nett und freundlich aus. (**)

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Beitragvon zilli » Fr 11. Apr 2008, 00:24

issi auch (**)

aber so hellseherisch ist es wohl nicht, meine absichten zu durchschauen.....

vermutlich signalisiere ich das alles und die merkt das.

gibt es tricks, sich vor seinem hund so zu verstellen, dass er einen nicht durchschaut?

fürchte nicht. da hilft auch kein clickertraining.
oder kann man sowas wie ein "pokerface" antrainieren? unbewusste signale sendet man ja trotzdem, oder?

ps: ich achte schon extrem auf meine körpersprache, versuche, keine doppelbotschaften zu vermitteln, und für den hund sehr eindeutig zu sein.

natürlich ist das auch eine spirale - sie bekommt meine unsicherheit mit (self-fulfilling prophecy??) und arbeitet mit am (miss-)erfolg. das sind zwar verglichen zu anderen recht harmlose probleme, aber letztendlich schon scherwiegend, weil mein hund mich führt und nicht ich ihn - in letzter konsequenz zumindest.



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Beitragvon Chiyo » Fr 11. Apr 2008, 00:29

[QUOTE]naja.... was tut man da?[/QUOTE]
Keine Ahnung. Ich hatte es bislang nur mit Tieren zu tun, die jahrelang immer auf die gleichen blöden Tricks reingefallen sind. :-)

Kater einfangen ging z.B. so: Kellertür einen kleinen Spalt aufmachen, Kater kommt angerannt, weil er in den Keller will. Kellertür zu. Kater pflücken. Klappte 13 Jahre lang. :-)

So ein kluges Tier wie Chili ist schon ein Problem. 8-|

[QUOTE]vermutlich signalisiere ich das alles und die merkt das.[/QUOTE]
Vielleicht hilft es, wenn Du Deine Einstellung änderst: "Entweder Du kommst mit - oder Du läßt es bleiben. Ich kann auch ohne Dich nach Hause fahren, überhaupt kein Problem!"
:nachdenklich: Klappt bestimmt nur, wenn Du wirklich überzeugend bist.

Bei Katzen funktioniert es ja wunderbar, wenn man das Gegenteil von dem macht, was man eigentlich will. Soll die Katze ins Haus kommen, muß man nur die Tür schließen und so tun, als dürfe sie nicht rein. Schon steht sie maunzend vor der Tür und will rein. :-)
Funktioniert ja auch bei Kühen prima: Soll sie vorwärts gehen, zieht man am Schwanz. :-)
Vielleicht funktioniert Chili nach einem ähnlichen Prinzip. "Ne, Du kommst nicht ins Auto. Ich fahre alleine heim." :-)

PS. wird Chilli jetzt eigentlich mit einem oder zwei ell geschrieben? Chilli oder Chili?
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Beitragvon zilli » Fr 11. Apr 2008, 00:37

chili schreibt man im deutschen sprachraum mit einem "el", dort wo die chili herkommen, hab ich es schon so oft mit 2 "ell" gesehen, dass ich an die frage eher undogmatisch herangehe.

beim tippen oft nur eine frage der zeit.

lgb
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Beitragvon Chiyo » Fr 11. Apr 2008, 00:43

Mir ist halt aufgefallen, daß Du Chili in Deinen Beiträgen nur mit einem el schreibst, aber "Brigitte & Chilli" heißt.
Das irritiert mich schon ein Weilchen und ich dachte: "Jetzt fragste mal!" :D
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Beitragvon Charis » Fr 11. Apr 2008, 08:59

Hallo Brigitte,

zwei Punkte:

1.
Wie oben schon erwähnt wurde, gehorcht auch ein gut erzogener Hund nicht automatisch jedem Menschen, schon gar nicht jemandem, der eine (wenn ich Dich richtig verstehe) vollkommen andere Sprache mit ihm spricht als er gewöhnt ist. Insofern würde ich mir an Deiner Stelle entweder die Mühe machen, für zukünftige Eventualitäten Deiner Mutter zu vermitteln, wie sie bitte mit Deinem Hund umgehen sollte ... oder Du musst Dir jemand anderen für Notfälle suchen, der vielleicht kompetenter ist oder Deinen Erziehungsprinzipien näher kommt. Wäre doch schade, wenn Du jedesmal nach solchen Abwesenheiten wieder 'von vorne beginnen' müsstest (bitte nicht wörtlich zu verstehen, ist bewusst überspitzt formuliert). ;)

2.
So wie ich Deine Posts hier lese, ist Chili definitiv eine sehr clevere kleine Hündin und sie hat die Signale, die Du aussendest, perfekt zu interpretieren gelernt. Das heißt, nach meinem Verständnis rühren Eure Probleme ganz sicher aus Deiner Körpersprache her.
Wie Du schon selbst schreibst 'beim Üben klappt's perfekt, aber sobald es drauf ankommt' - [U]genau da [/U] ist m.E. der Haken!
Chiyo hat Dir da ja schon ein paar prima Tips gegeben. Nach meiner eigenen Erfahrung muss man da wirklich sehr hart an sich selbst arbeiten (und das braucht Zeit!) und muss das, was man dem Hund mit seinen Gesten vermitteln will, auch ernsthaft verinnerlichen. Sonst merkt so ein cleveres Früchtchen sofort, was es geschlagen hat. Das bedeutet in Deinem Fall z.B., dass der 'Ernstfall' in Deinem Kopf zur 'Übungseinheit' reduziert werden muss. Wenn Dir diese Umkehr in der inneren Einstellung gelingt, hast Du gewonnen. Wo nichts vorgespielt wird, kann Hund auch nichts 'entdecken'.

Ich hoffe, Dir hiermit ein wenig geholfen zu haben. :)
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Beitragvon Crime » Fr 11. Apr 2008, 11:37

Vielleicht würde es auch helfen, wenn du einfach wenn du gerade die ÜBUNG mit dem zum Auto laufen ganz kurzfristig umwandelst in ein "Wir gehen jetzt heim" bzw. wenn du planst heim zu gehen und der Hund nicht will, drehst du einfach nochmal weg und machst nochmal 10min.
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