überdrehter Hund

Alles rund um die Erziehung deines Hundes

überdrehter Hund

Beitragvon Dana » Mi 26. Dez 2012, 17:00

Hallo,
ich habe seit ca.2 Wochen ein kleines Problemchen mit Mia. Auf Spaziergängen überdreht sie völlig. Sobald sie leinenlos (momentan mit Schleppleine) ist, muss sie alles in den Mund nehmen, rennen, schnuppern, Gras rupfen, buddeln, Vögel jagen usw.. Am besten alles gleichzeitig. Im Grunde sind das ja alles Verhaltensweisen, die für einen jungen Hund relativ normal sind. Sorgen macht mir die Intensität mit der sie das tut und dass sie dabei fast schon manisch und besessen wirkt und gar nicht runterkommt. Das Beißen (Gras rupfen, Stöcke zerkauen, teilweise auch sich selbst) ist gleichzeitig auch ihr Umgang mit Frust/Stress. Da steigert sie sich dann total rein. Unterbreche ich das Verhalten z.B. indem ich sie festhalte, reagiert sie aggressiv, schnappt teilweise sogar nach mir.
Ich bin momentan etwas ratlos, wie ich sie etwas mehr zur Ruhe bringen kann und wie sie lernen kann, sich besser zu konrollieren und mit Frust umzugehen. Für jede Idee bin ich dankbar. =)
Achja, sie war längere Zeit krank, weshalb das Problem vermutlich erst jetzt so massiv auftritt.

Lg Dana

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Beitragvon Morenas » Do 27. Dez 2012, 09:21

Hi,

ein gutes Buch in dem Übungen für die Impulskontrolle und zum Aufbau der Frustrationstoleranz beschrieben sind, ist von Ariane Ulrich (Impulskontrolle).
Hier kannst du Dir viele Anregungen holen.

Übers fressen kann man auch etwas machen.
Kohlenhydrate und Proteine trennen, und im Abstand von 2-3 Stunden füttern.
(James O`Hare : Die Neuropsychologie des Hundes ).
Dies macht, soweit ich mich erinnern kann, auch Miriam Cordt mit Ihren Herdenschutzhunden so.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die nicht am Anfang komplett auf Protein verzichtet ??

Ist es Dir zu umständlich, kannst Du auch kurzfristig den Fettanteil der Ernährung erhöhen.
Also Butter (kann bis zu 10 gr./kg Körpergewicht sein ) oder Öl (z.B. Sonnenblumenöl) dazugeben.

Ein Gang zum Tierarzt schadet auch nicht, hier mal die Schildrüsenwerte untersuchen lassen (großes Blutbild).
Achtung, es sind mehrer Werte.
Manchmal schlampen die, und die wichtigen sind nicht dabei.

Um mal den Fuß in die Tür zu bekommen und den Hund ansprechbar zu halten, gibt es z.B. Zylkene.
Dies nimmt etwas den Stress. Würde ich aber mit dem Tierarzt abstimmen.

VG
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Beitragvon Crime » Do 27. Dez 2012, 12:14

Kann mich Bernds Vorschlägen nur anschließen.

Achte aber auch mal bitte auf den Proteinanteil im Futter. Eventuell hilft schon ein etwas weniger "gutes" Futter.
Crime
 
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RE: überdrehter Hund

Beitragvon klaus » Do 27. Dez 2012, 13:40

[quote]Da steigert sie sich dann total rein. Unterbreche ich das Verhalten z.B. indem ich sie festhalte, reagiert sie aggressiv, schnappt teilweise sogar nach mir. [/quote]

Nicht gut! Was machst du dann?

Frage: Soll's Hundi rein positiv, lieb und nett behandelt werden?

Oder lässt du auch mal den [URL=https://www.youtube.com/watch?v=P5guU1FP4Qc]Andreas[/URL] raus in dir?

lg Klaus
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Beitragvon Miro & Cookie » Do 27. Dez 2012, 18:53

Du schreibst, dass sie alles möglich macht- wie lastest du sie denn aus? Hat sie nen Job? Vielleicht möchte sie einfach arbeiten und ausgelastet werden? Ob mit Suchspielen oder Apportieren, longieren wäre vielleicht auch was. Etwas tragen oder ziehen? Wie alt ist sie denn jetzt? Ansonsten schließ ich mich den anderen an, würde aber Gänseschmalz nehmen (kriegst du im Kühlregal bei anderen Backfetten) und falls du ein pflanzliches Öl nimmst rat ich zu Lein-, Hanf- oder Rapsöl, ist für den Hund wertvoller.
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Beitragvon Dana » Do 27. Dez 2012, 19:35

[quote][i]Original geschrieben von Morenas[/i]

Hi,

ein gutes Buch in dem Übungen für die Impulskontrolle und zum Aufbau der Frustrationstoleranz beschrieben sind, ist von Ariane Ulrich (Impulskontrolle).
Hier kannst du Dir viele Anregungen holen.
[/quote]
Witzigerweise habe ich das Buch sogar und habe es auch schon gelesen, obwohl das damals noch kein Thema war. Eher aus Interesse. Ich erinner mich auf jeden Fall, dass ich es gut fand. Manche Übungen daraus finde ich für uns etwas unpraktisch, weil man Hilfspersonen braucht, andere habe ich ohnehin vorher schon gemacht und manche auch nachdem ich das Buch gelesen habe. Werde nochmal reinschauen, ob ich noch was finde, was uns weiterhelfen könnte. Jetzt, wo ich so ein Probelm habe, lese ich das Buch sicher auch mit anderen Augen. ;)
Was ich schwierig finde ist, dass es sich eben nicht (nur) um eine konkrete Situation handelt, die den Hund hochfahren lässt, sondern sie mehr oder weniger den ganzen Spaziergang lang so ist.

[quote]
Übers fressen kann man auch etwas machen.
Kohlenhydrate und Proteine trennen, und im Abstand von 2-3 Stunden füttern.
(James O`Hare : Die Neuropsychologie des Hundes ).
Dies macht, soweit ich mich erinnern kann, auch Miriam Cordt mit Ihren Herdenschutzhunden so.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die nicht am Anfang komplett auf Protein verzichtet ??

Ist es Dir zu umständlich, kannst Du auch kurzfristig den Fettanteil der Ernährung erhöhen.
Also Butter (kann bis zu 10 gr./kg Körpergewicht sein ) oder Öl (z.B. Sonnenblumenöl) dazugeben.
[/quote]
ok, interessant. Was Ernährung angeht kenne ich mich ehrlichgesagt nur peripher aus. Werde mal noch ein bisschen rumgoogeln..
Da ihr Darm nach ca. 6 Wochen Antibiotika ziemlich mitgenommen war, bekommt sie momentan nur Pferdefleisch, Kartoffeln und Öl + "astoral Almazyme" u. "astoral MultiVital h.a."
Proteine und Kohlenhydrate trennen würde dann bedeuten erst Kartoffeln, dann Fleisch? Könnte ich mal probieren, wobei sie nur Kartoffeln warhscheinlich nicht fressen würde. ;)
Da Pferdefleisch sich in Hosentaschen nicht so gut macht, bekommt sie unterwegs noch TroFu mit Proteinanteil 38%.

[quote]
Ein Gang zum Tierarzt schadet auch nicht, hier mal die Schildrüsenwerte untersuchen lassen (großes Blutbild).
Achtung, es sind mehrer Werte.
Manchmal schlampen die, und die wichtigen sind nicht dabei.
[/quote]
Habe heute ohnehin noch Blut abnehmen lassen, weil das nochmal kontrolliert werden muss. Lasse die Schilddrüsenwerte dann gleich mitmachen.
Wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass eine körperliche Ursache vorliegt. Zu Hause ist sie ja relativ ruhig.
Zylkene habe ich am Start, eigentlich wegen Silvester. Da ist eher der Große das Problem, werde es ihr aber vorsorglich auch geben. Mal sehen, ob sich dadruch auch was am Spaziergangverhalten ändert.

Klaus, meine Hunde kriegen definitiv auch mal eine klare Ansage, wenn es nötig ist, insbesondere dann wenn ich als Person Involviert bin bzw. "angegriffen" werde.
Gab es auch in der Situation. Schnappen in meine Richtung geht gar nicht, darüber diskutiere ich auch nicht mit meinen Hunden. Trotzdem glaube ich, dass es damit in dem Fall auf Dauer nicht getan ist. Ihre Strategie mit Stress/Frust umzugehen ist bspw. das Gras rupfen. Erst als ich das unterbunden habe, hat sie sich auch gegen mich gerichtet, weil ich ihr ihre Bewältigungsmöglichkeit genommen habe. Deswegen würde ich ihr gerne einerseits andere Strategien aufzeigen und andererseits auch dafür sorgen, dass sie nicht so schnell gestresst ist bzw. sich in Stressmomenten schneller wieder beruhigen kann. Weiß nur momentan noch nicht so ganz genau, wie ich das am besten anstelle.. ;)
WIe hättest du denn in der Situation reagiert?
Dana
 
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Beitragvon Morenas » Do 27. Dez 2012, 19:52

Hi,

[quote]TroFu mit Proteinanteil 38%. [/quote]
???
Ziemlich heftig. Gibt es so was überhaupt ?
Lass doch einfach das Trofu weg ??
Das Fleisch, könnte frau auch trocknen.
(Mann, natürlich nicht. Der ist zu bequem :) ).

Du wirst es richtig machen.
Viel Erfolg.

VG
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Beitragvon Dana » Fr 28. Dez 2012, 14:13

Beschäftigung hat sie genug. Was körperliche Auslastung angeht suche ich derzeit noch das richtige Maß und die richtige Methode, womit ich einem jungen Hund gerecht werde, wodurch sie aber nicht noch mehr hoch gepusht wird.

[quote]
???
Ziemlich heftig. Gibt es so was überhaupt ?
Lass doch einfach das Trofu weg ??
Das Fleisch, könnte frau auch trocknen.
(Mann, natürlich nicht. Der ist zu bequem glücklich ).
[/quote]
Gibt es. Habe eins gesucht, dass aufgrund oben genannter Problematik schonend für Magen und Darm ist. Außerdem sollte es noch getreidefrei sein, weil ich zusätzlich noch irgendeine Unverträglichkeit vermute und im Moment nicht unbedingt rumprobieren möchte. Dieses Futter wurde mir empfohlen und sie verträgt es relativ gut, auf den Proteingehalt habe ich ehrlich gesagt nicht geachtet. Werd mal sehen, ob ich noch was anderes finde..Danke für den Tip.
Ganz weglassen finde ich blöd, weil ich zwischendurch doch ganz gerne mal ein Leckerchen reinschiebe.
Zum Fleisch trocknen bin ich zu bequem. [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Mainstreaming] :) [/url]

[quote]Du wirst es richtig machen.
Viel Erfolg.[/quote]
Schön, dass du daran glaubst und danke für die Erfolgswünsche. Auch wenn mir Rat lieber wäre. ;)
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