Der Betrug

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Der Betrug

Beitragvon Tequila 1 » Mi 4. Jun 2008, 13:16

Gedicht eines Hundes!
Man hat mich gesehen und kaufte mich prompt,den ich bin ein Hund der vom Züchter kommt.
Und wird es nicht allenthalben empfohlen,man soll gute Hunde beim Züchter holen?
Und alle Erwartungen trafen ein:Ich bin hübsch,lieb und kann auch folgsam sein.

Mich hat man am Strand draußen aufgelesen,da bin ich seit Monaten schon gewessen.
Man hat mich getreten,es gab nichts zu fressen,dann stieß man mich weg und hat mich vergessen.
Bin alt nun und krank,mein Herz tut mir weh.
Hab nur gelernt,dass ich gar nichts versteh:

Ihr seht,ich bin hübsch und mein Fell ist glatt.
Man pflegt mich gut in der grossen Stadt.
Sie haben mich sogar angezogen,operiert und die Ohren hochgebogen.
Dann wurde ich an einen Baum gebunden,
dort hat mich nach Tagen jemand gefunden.

Und du?Wer bist Du?Hast noch nicht gesprochen.
Hast bis jetzt mit der Nase am Giter gerochen.
Wenn sie kommen,um einen auszusuchen,verschmähst du all´´ihren Hundekuchen.
Siehst niemanden an willst dich nicht binden.
Möchtest Du keine neue Familie finden?

Eine Pause tritt ein.Niemand sagt ein Wort.
Der Blick des Gefragten driftet weit fort.
Sein Kopf ist erhoben,die Schultern gestrafft,der Körper ist mager und doch voller Kraft.
Dann dreht er sich um,sein Schwanz fächelt leicht den Wind ,der vom Norden herüber streicht.
Versteht ihr nicht?flüstert er in den Wind,das wir nur eine Laune der Menschen sind?
Sie wollen uns schaffen nach ihrem Gefallen und wissen doch nicht,wohin mit uns allen.
In dieser Sekunde sind wir schon verloren,denn es werden tausende Welpen geboren.

Wir sind viel zu viele,Das ist der Betrug,denn die Menschen bekommen niemals genug.
Sie wissen es alle,doch die endlose Flut immer neue Hunde gefällt ihnen gut.
Die endlosen Züge der Überschussfracht sind im Tierheim ja wunderbar untergebracht.

Sanft hebt er die Schnauze,setzt an zum Gesang.
Ein klagender Ton zieht die Gitter entlang.
Eine Tür schlägt zu,und dann schweigt er still,weil das,was er weiß,niemand wissen will.
Er legt sich nieder,bettet sanft sein Haupt.
Oh ja, es sind viele!Viel mehr ,als man glaubt.......
Tequila 1
 
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Beitragvon Crime » Do 5. Jun 2008, 09:43

Wow echt ein tolles Gedicht. Hast du das selber gemacht :-o

Falls ja respekt für dich falls nein dann eben respekt an die Person die es geschrieben hat. Sowohl für den Inhalt als auch für die Art der Darstellung. Zwei Hunde aus zwei Welten und enden beide am selben Ort.
Crime
 
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Beitragvon snakchen » Do 5. Jun 2008, 09:55

Tolles Gedicht!
snakchen
 
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Beitragvon Tequila 1 » Do 5. Jun 2008, 10:16

Hi, hab das in einem anderen Forum gelesen und es hat mich sehr berührt. Lg
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Beitragvon schnuffes » Do 5. Jun 2008, 13:36

Wirklich ein sehr berührendes Gedicht, musste ein paar mal schlucken beim Lesen... ;(
Irgendwie hab ich direkt an die Aktion von Pedigree für Tierheimhunde denken müssen, kennt ihr den Spot im Fernsehen? Den mit den traurigen Hundeaugen hinter Gitter.... ;( ;(
schnuffes
 
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Beitragvon Tequila 1 » Fr 6. Jun 2008, 12:26

Hi, ja den habe ich auch schon gesehen, da könnte man nur heulen. Ich war letztens mit meiner Freundin im Tierheim, eigentlich weil dort der Tierfriedhof ist und ich mich informieren wollte, aber wir sind dann erst mal
an den ganzen Hunden vorbei. Es tut einfach nur weh wenn manche einem erwartungsvoll entgegen kommen. :weinen: und es sind wirklich fast genauso viele Rassehunde wie Mischlinge dort. Lg
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Beitragvon Gurke » Sa 7. Jun 2008, 09:26

Das Gedicht ist ja echt schön muss ich mir gleich rauskopieren ich hab auch noch eins aber ich glaube das kenne die meißten von euch

Ich wünsche mir von Dir, nicht erworben zu werden, bevor Du Dir Zeit genommen hast, mich kennenzulernen, und Dir meine Wünsche und Bedürfnisse bewußt sind! Ich bin kein „Wegwerf-Artikel", kein Spielzeug und kein „Prestige-Objekt", sondern ein Lebewesen aus Fleisch und Blut mit Gefühlen und auch mit Fehlern, dessen Zugehörigkeit zu Dir für Dich nur einen kurzen Zeitabschnitt bedeutet, mir aber mein ganzes Leben!



Ich wünsche mir, Dein Gefährte, Freund, Kumpel und ein Familienmitglied zu werden, an Deinem Leben in guten und schlechten Tagen teilzuhaben und nicht ausgesperrt und isoliert zu werden. Bitte habe Geduld mit mir und hilf mir, Dich zu verstehen. Ich möchte doch alles richtig machen und Dein alles sein, denn ich habe großes Vertrauen zu Dir. Missbrauche es nicht und laß mich nicht fühlen, Dir und Deinen Launen ausgeliefert zu sein!



Ich wünsche mir, dass Du Dich aktiv mit mir beschäftigst, mit mir spielst, schmust und mich streichelst. Wenn Du krank bist oder ganz viel Arbeit und Stress hast, laß mich dennoch

in Deiner Nähe sein. Es reicht mir, wenn Du Dich mir in solchen Stunden nur hin und wieder zuwendest, mich ansprichst oder berührst. Ich lechze nach Deiner körperlichen Nähe und Zuwendung. Dann spüre ich, dass ich Dein Gefährte bin und Du mich lieb hast.



Ich wünsche mir, dass Du mich zur Ausgehzeit, wenn Du Auto, Fahrrad, Roller und dergleichen fährst, nicht hinterher rennen läßt! Ich brauche Muße, um die Umwelt zu erkunden, „Botschaften zu lesen" und um meine „eigenen Geschäfte zu erledigen".



Ich wünsche mir, dass Du mich nicht nur in den Garten raus und der Langeweile überlässt, sondern mit mir spazieren gehst, mit mir zum Beispiel „Stöckchensuchen" spielst und mich auch mal „freilaufen" läßt, aber immer auf mich aufpaßt. Ich bin nämlich sehr neugierig und werde manchmal mißverstanden, wenn ich mich zu stürmisch oder zu intensiv für neue Bekanntschaften interessiere.



Ich wünsche mir, daß Du mich um Gottes willen nicht als „Feierabend-Unterhaltungsgegenstand" betrachtest, auch wenn Du, müde von Deiner Tagesarbeit, meinst, es wäre für mich ausreichend und befriedigend, mich allein spielen und toben zu lassen. Für Dich mag es belustigend sein, für mich nicht! Ich bin nur deshalb so ausgelassen und fröhlich, weil ich mich nach Deiner langen Abwesenheit über Deine Gegenwart freue und Dich zu gleichen Reaktionen - also zum Miteinander-Freuen und Spielen auffordern möchte.



Ich wünsche mir, daß Du trotz meiner fast menschlichen Wünsche nicht vergißt, daß ich ein HUND bin und bleibe. „Vermenschliche" und verkleide mich nicht, gib mir artgerechtes und meinem Alter

angepaßtes Futter in ausreichender, aber nicht übermäßiger Menge. Laß Dich vom Tierarzt beraten, folge seinen Anweisungen und vernachlässige weder meine Körperpflege noch Erziehung!



Ich wünsche mir, daß Du, wenn mein Leben zu Ende geht, ganz besonders stark und tapfer bist! Bleibe bei mir, laß mich Deine Nähe und Wärme spüren und mich nicht allein bei Fremden sterben! Du kannst und schaffst es bestimmt - um meinetwillen! Denn ich würde es auch für Dich tun.



Wie ich Dir nun für all das danke?

Du wirst es wissen, wenn Du Dir Zeit nimmst und darüber nachdenkst.

Wie ich Dir für all das danke?

Du wirst es wissen, wenn Du Dir Zeit nimmst.
Gurke
 
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Beitragvon schnuffes » Sa 7. Jun 2008, 19:48

Ich kannte das Gedicht noch nicht, finde es klasse! :applaus:
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Beitragvon Tequila 1 » Sa 7. Jun 2008, 20:29

Hi, ich kannte es auch noch nicht finde es auch super. Eigentlich müßte es jeder, bevor er sich einen Hund anschafft, lesen. Vielleicht würden es sich dann manche nochmal überlegen sich einen Hund zu holen und unsere Tierheime wären etwas leerer! Lg
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