TWH

Themen zu den versch. Rassen oder Mischungen

Beitragvon Leonie » Mo 25. Jul 2011, 12:24

Hallo Ute,
ich finde, man kann einen Border tadellos in einer kleinen Wohnung halten. Du brauchst nur eine ausreichend grose Farm in schwierigem Gelände, viele Schafe und dann gehst du nach dem Büro auf die Farm, hüten. So gegen 6 Uhr morgens willl der Border dann mal auch fressen und schlafen, so dass Du ins Büro gehen kannst. Die Mittagspause wird etwas verlängert, damit Dein Hund sich nicht langweilt, vielleicht eine kleine Radtour, Agi, Nasenarbeit ... wenn er sich ausruht, arbeitest du ein wenig und abends geht es wieder Schafe hüten.

Wolfshybriden: wozu??? gibt es irgendetwas, was Hybriden besser können als Hunde, ausser das Leben komplizieren?

LG

Leonie
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Beitragvon Ute&Jessie » Mo 25. Jul 2011, 13:15

Huhu Leonie,

klar, früher bei der Kavallerie standen Pferde auch in Ständern und es machte ihnen nix aus, weil sie ansonsten den ganzen Tag beschäftigt waren.

Wenn man seine Tiere in der übrigen Zeit so auslasten kann, dass das bissel nicht-artgerechte Haltung dann gar nicht mehr ins Gewicht fällt, passts ja auch wieder!

Aber die Hunde, die da bei uns das Chaos ausgelöst haben, waren keine Hütehunde, sondern Hirtenhunde (= Herdenschutzhunde), richtig große unfreundliche Krawenzmänner, da musste sogar die Polizei ausrücken! Die lebten normalerweise in einem winzig kleinen Garten und machten sich halt mal selbständig und beschützten dann mal kurzfristig den Parkplatz eines Supermarktes.
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Beitragvon Leonie » Mo 25. Jul 2011, 15:41

Hallo Ute,
zur Ständerhaltung ist noch anzumerken, dass es damals keine "Boxen"-Ständer mit hochen, festen Wänden waren, sonden die Pferde waren zwar am Kopf angebunden und durch einen Langbalken getrennt, hatten aber Sichtkontakt, konnten sich berühren und bequem hinlegen. Für Unterhaltung sorgte auch die Stallwache.

Ok, wieder was gelernt, ich kannte nur den Begriff des Herdenschutzhundes. Ja, da wird es schon etwas schwieriger, Territorialinstinkt ist schwerer auszulasten...

Nur, auf meine Frage habe ich noch keine Antwort bekommen:
gibt es irgendetwas, was Wolfshybriden besser können als Hunde?? "Besser" im positiven, nutzbaren Sinne, ich meine nicht unbedingt "alleine Rehe jagen und reissen" oder "Beisskraft, Sessel zerfleddert in 5 Sekunden" oder so.

LG

Leonie

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Beitragvon summsebrumm83 » Mo 25. Jul 2011, 18:13

Soweit ich weiß, wurde diese "Rasse" damals auch gezüchtet um in der Armee zu dienen....

Viele Hunde legten allerdings die wolfstypische Scheu vor Fremden an den Tag und ließen sich nicht an den Hundeführer binden. Viele Tiere wurden damals einfach getötet und die Zucht kam beinahe zum Stillstand.

Man wollte ursprünglich einen kräftigen, ausdauernden und furchtlosen Hybriden haben. Dies sind sie zum Teil heute auch noch und die für uns positiv nutzbaren Eigenschaften wären wohl seine Ausdauer, seine extreme Leistungsfähigkeit, sein Orientierungssinn und seine Fährtensicherheit.

Wie bereits erwähnt finde ich, solch ein Tier hat in unserer Welt nix verloren...

Ein Tamaskan wäre die vernünftige Alternative, da er wirklich nur auf Wolf-Optik gezüchtet wird ohne die Eigenschaften eines Haushundes zu opfern.
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Beitragvon Anke + Franziskus » Mo 25. Jul 2011, 18:25

Hi,

Ausdauer, Leistungsfähigkeit, Orientierungssinn und Fährtensicherheit werden hervorragend von unglaublich vielen Rassen aus dem Jagdhundebereich abgedeckt...

... die, wenn sie diese Eigenschaften noch haben, allerdings genauso wenig zum nur Familienhund mit bischen sportlicher Bespassung gar im Großstadtleben taugen.

Und wenn ich an die Herdenschutzhunde im Reihen- oder gar Mehrfamilienhaus denke, dann finde ich einen Wolfshybriden nicht dramatischer - es muss für sehr viele Menschen eben das Besondere sein, egal was das dann für das Tier, die Familie oder die Umwelt bedeutet.

Und die ganze krude Geschichte der Rassewahl wird für mich auch nicht besser, wenn dann zum Familienbordercollie noch 5 Schafe zu dessen Bespassung angeschafft werden - weil der Hund soll ja korrekt ausgelastet werden 8-|

ciao
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Beitragvon summsebrumm83 » Mo 25. Jul 2011, 18:36

Man muss dazu aber sagen, dass es auch bei diesen Rassen Vertreter gibt die aus der Reihe tanzen.

Finn ist auch ein Herdenschutzhund der mit uns auf 69qm wohnt. Wir haben natürlich einen großen Garten aber er ist täglich 5 Stunden alleine und ansonsten sieht es bei uns so aus:

Radfahren, Inliner laufen, Ball spielen, Baggersee zum toben und schwimmen, etwas Clickern (er verweigert da oft die zusammen arbeit :-) ...)

Trotzdem ist er seit er ausgewachsen ist ein ruhiger Hund in der Wohnung ohne Zerstörungswut und er mag Katzen und andere Hunde (sein Sheriff-Getue nervt nur manchmal aber egal...)

In seiner Rassebeschreibung steht auch das er geistig ausgelastet werden soll, da er sehr intelligent ist aber Finn ist so eine Beschreibung total wurscht.

Wenn man ihn mal geistig fordern möchte dreht er sich nach 5 Minuten angewidert weg, legt sich hin und hat keinen Bock mehr...da kann ich auch mit nem Anzug aus Steaks vor ihm rumtanzen :-)

Bei den TWH´s denke ich ist es schwer solche Ausnahmen zu finden....bei allen anderen Rassen habe ich schon jede Extreme kennengelernt.
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RE:

Beitragvon snakchen » Mo 25. Jul 2011, 18:56

[quote][i]Original geschrieben von Anke + Franziskus[/i]
Und wenn ich an die Herdenschutzhunde im Reihen- oder gar Mehrfamilienhaus denke, dann finde ich einen Wolfshybriden nicht dramatischer - es muss für sehr viele Menschen eben das Besondere sein, egal was das dann für das Tier, die Familie oder die Umwelt bedeutet.
[/quote]

Genau so sehe ich das auch.

Die TWHs die ich kenne leben ganz normal in dem menschlichen Alltag mit, sind keineswegs aggressiv wenn fremde Menschen in ihre Nähe kommen.

Klar haben sie ihre Eigenheiten, aber die sollte man eben kennen, wenn man sich so eine Rasse anschafft. Genauso wie man die Eigenheiten eines Deutsch-Kurzhaars, Beagles, DSHs oder Border Collies kennen sollte.
Diese Eigenheiten rechtfertigen die Aussage "Sowas hat in der Welt nichts verloren" meiner Meinung nach überhaupt nicht.

lg, Karin
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RE: RE:

Beitragvon summsebrumm83 » Mo 25. Jul 2011, 19:52

[quote][i]Original geschrieben von snakchen[/i]

Diese Eigenheiten rechtfertigen die Aussage "Sowas hat in der Welt nichts verloren" meiner Meinung nach überhaupt nicht.

lg, Karin[/quote]



Ich habe geschrieben sowas hat in unserer Welt nix verloren!

Das sie nunmal existieren und eine Daseins-Berechtigung haben bestreite ich nicht. Damit wollte ich nur ausdrücken, dass man diese Kreuzungsversuche ruhig hätte bleiben lassen sollen, denn der Wolf oder seine urtümlichen Gene haben nix in vier Wänden verloren.
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RE: RE: RE:

Beitragvon klaus » Mo 25. Jul 2011, 21:32

Naja, der Hund stammt nun mal vom Wolf ab und dass man nach soundsoviel Jahren und Generationen "Rassehundezucht" mit all dem produzierten Tierelend auf die Idee kommt, mal wieder "Back to Basics" zu züchten, find ich jetzt nicht so verkehrt. Ich denke aber auch, gerade der TWH hat da nicht so wirklich was erreicht in Sachen "leistungsfähigerer deutscher Schäferhund". Wenn ich Züchter wäre, würd ich das auch niemals unter dem FCI fortführen. Es gibt in den verschiedensten Bereichen auch immer wieder Einkreuzungen von Wölfen. Ich denke, die Leute würden das nicht machen, wenn das nicht längerfristig gut für die Zucht wäre. Für die erste Generation aus solchen Verpaarungen sicher nicht. Längerfristig profitiert dann so eine Linie schon was Gesundheit und Leistungsfähigkeit betrifft.. Allerdings ist das auch nur mein halb angelesenes Laienwissen.
Schaut man sich an, wie desolat die diversen "Rassehundeverbände" sich an die Wand gezüchtet haben, könnt man solche Versuche eigetnlich begrüssen. Steht ja auch nirgendwo geschrieben, dass der Hund ein bettkuscheliger Sofagenosse sein sollte, der alle lieb hat und dem alles andere egal ist.

lg Klaus
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RE: RE: RE: RE:

Beitragvon Leonie » Di 26. Jul 2011, 03:46

[quote][i]Original geschrieben von klaus[/i]

... Ich denke, die Leute würden das nicht machen, wenn das nicht längerfristig gut für die Zucht wäre. Für die erste Generation aus solchen ...[/quote]

Gerade wenn ich mir die heutigen Rassehunde ansehe, denen teilweise gezielt Deformitäten und gesundheitlche Probleme angezüchtet werden, meine ich, dass "Leute" wirklich alles tun, nur damit der Hund etwas "Besonderes" ist.

Die Tatsache,dass viele Hunde (auch Rassehunde) gravierende Verhaltensprobleme (sei es genetisch oder umweltbedingt) aufweisen, ist kein Argument, mit Hybridprogrammen noch mehr zu produzieren.

Aber ich würde nun doch die Meinung von HST interessieren. Da haben wir doch jemanden, der Leistungshunde zieht! Was sagst Du zu diesem Hybridprogramm?

@ Anke: Du hast die ausgedehnte Farm vergessen, die brauchen die Schafe zu ihrer artgerechten Haltung. :D

LG

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