Deutscher Schäfer = Kampfhund

Themen zu den versch. Rassen oder Mischungen

Deutscher Schäfer = Kampfhund

Beitragvon dondidi » Do 19. Nov 2009, 00:09

Ich habe eine Petition gestartet für(!) die Aufnahme der Rasse "Deutscher Schäfer" auf die Liste des niederösterreichischen Hundegesetzes. Das hört sich jetzt etwas seltsam an immerhin liebe ich Tiere im allgemeinen, Hunde und Schäfer im besonderen und habe selbst eine Pitbull-Hündin.

Hundeliebhaber schauen sich die Hintergründe der Aktion auf meinem [URL=https://www.softkite.net]Blog [/URL] an. Hundehasser können die Petition gleich [URL=https://www.ipetitions.com/petition/DeutscherSchaeferKampfhund/]hier[/URL] unterzeichnen.
dondidi
 
Beiträge: 52
Registriert: So 2. Aug 2009, 10:22

RE: Deutscher Schäfer = Kampfhund

Beitragvon klaus » Do 19. Nov 2009, 00:35

Erklär das doch bitte hier etwas genauer, vielen Dank.

lg Klaus
klaus
 
Beiträge: 4562
Registriert: Sa 9. Aug 2003, 20:48

Beitragvon dondidi » Do 19. Nov 2009, 01:13

In Österreich läuft gerade eine Diskussion zu einem Kampfhundegesetz ähnlich wie es auch eines in Deutschland gibt. Die Rassen wurden einfach aus der Deutschen Liste übernommen.
Es hat heute eine Diskussion zum Thema im österreichischen Privatfernsehen gegeben. Die Politiker (ÖVP NÖ) schlagen auf Pitbull&Co drauf, weil es populistisch einfach ist, die Medien haben diese Hunde ohnehin schon entsprechend vorbearbeitet.

Ich möchte nicht zulassen dass Hunde im allgemeinen, meine im Speziellen, irgendwelche Restriktionen zu spüren bekommen - aus nur einem einzigen Hintergrund: Stimmen u. Quoten-Fang.

Es gibt übrigens eine weitere Petition, die sich ganz klar und ganz allgemein gegen dieses Gestetz ausspricht.

https://www.bullterrier.cc/liste.php

Vielleicht bin ich zu alternativ, aber ich hab natürlich auch diese Petition unterstützt.

Vielen Dank.
dondidi
 
Beiträge: 52
Registriert: So 2. Aug 2009, 10:22

Beitragvon Anke + Franziskus » Do 19. Nov 2009, 07:34

Und was versprichst Du Dir davon, wenn die unsinnigen Listen noch erweitert werden um den DSH?

Ich mag bullartige Rassen, ich hatte selber einen Hund, den die Öffentlichkeit als solchen wahrnahm, ich setze mich gegen solche Listen ein, aber mir käme nicht in den Sinn, andere Rassen draufsetzen zu wollen.

Denn die Liebhaber dieser Rassen, die sich an sich nicht um solche Listen und die Probleme für andere Rassen bzw. deren Halter interessieren, kämpfen dann eh nur darum, dass IHRE Rasse wieder gestrichen wird - siehe NRW, die Liste wurde deutlich eingekürzt, aber Pibull und Co bleiben Kat. 1.

ciao
Anke
Anke + Franziskus
 
Beiträge: 436
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 11:54

Beitragvon snakchen » Do 19. Nov 2009, 07:43

Hä, also das verstehe ich jetzt nicht. Meinst du das mit dem deutschen Schäfer ernst oder ist das mehr ein Wachrütteln der besitzer anderer Hunderassen, dass ihrer auch auf der Liste stehen könnte?
Ich habe die Petition gegen den Gesetzesentwurf unterschrieben, aber für das Aufnehmen von gewissen Rassen unterschreibe ich sicher nicht.

Außerdem kapier ich nicht wie du einersteits gegen den Gesetzesentwurf bist andererseits aber gewisse Rassen drauf haben willst. Das ist unlogisch.

Mit Stimmen und Quotenfang hat das ganze nichts zu tun.

Hier ein paar Auszüge:

[quote]Mit den Bestimmungen des NÖ Hundehaltegesetz soll sich bis auf wenige Neuerungen (z.B. die Verpflichtung der Beseitigung und Entsorgung von Hundeexkrementen im Ortsbereich) für das allgemein Halten und Führen von Hunden nichts Wesentliches ändern, jedoch für das Halten und Führen von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential und bereits auffällig gewordener Hunde neue und effektive Sonderregelungen geschaffen werden. Insofern werden sich für den Großteil der verantwortungsvollen Hundehalter in Niederösterreich keine wesentlichen Neuerungen ergeben.[/quote]

und
[quote]Die Bestimmung der potentiellen Gefährlichkeit eines Hundes allein auf Grund seiner Rasse ist zwar nach dem aktuellen Stand der einschlägigen Wissenschaft nicht unproblematisch. Nicht allein die genetische Veranlagung von Hunden einer bestimmten Rasse ist ausschlaggebend für die Gefährlichkeit eines Hundes ist, sondern vor allem falsche Behandlung, Ausbildung, Sozialisation oder sogar bestimmte Abrichteverfahren, die gerade darauf ausgerichtet sind, den Hund aggressiver zu machen, können zu einer erhöhten Gefährlichkeit eines Hundes führen – Tatsachen also, die durch den oder die jeweiligen Hundehalter verursacht sind. Dessen ungeachtet ist auch in der einschlägigen Wissenschaft nicht unbestritten, dass gewissen Hunden ein erhöhtes Gefährdungspotential immanent ist, das bei unsachgemäßer – bei manchen Hundehaltern gewünschter Ausbildung bzw. Abrichtung – zu Tage treten kann. Gerade bei bestimmten Rassen sind die daraus resultierenden Folgen oftmals unabschätzbar. In diesem Bewusstsein sollen aus den folgenden Gründen Hunde mit einem derart erhöhten Gefährdungspotential auf zwei Arten konkretisiert werden. Einerseits sollen bestimmte Rassen von Hunden schon im Gesetz selbst als Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential definiert werden. Die Nennung der in § 2 genannten konkreten Rassen scheint insbesondere dadurch gerechtfertigt zu sein, da zu beobachten ist, dass gerade diese Rassen für unverantwortliche Züchter und Hundehalter insofern attraktiv sind, als gerade diese Hunde durch bestimmte Zuchtmethoden oder Ausbildungs- und Abrichteverfahren besonders häufig aggressiv und scharf gemacht werden und dadurch ein erhöhtes Gefährdungspotential aufweisen. Bei vielen der tragischen Verletzungen vor allem
von Kindern waren Hunde gerade dieser Rassen beteiligt, die von den jeweiligen Hundehaltern im Einzelfall nicht beherrscht werden konnten oder nicht sach- und artgerecht gehalten wurden. Zudem sollen durch die Bestimmungen des NÖ Hundehaltegesetzes die Haltung derartiger Hunde nicht generell verboten werden, sondern an höhere Anforderungen geknüpft werden.[/quote]

weiters
[quote]Abs. 1 normiert, dass das Halten von mehr als zwei Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential oder auffälligen Hunden in einer Wohnung verboten ist. Mit dem Begriff Wohnung wurde absichtlich ein weiter Gesetzesbegriff gewählt, der alle Örtlichkeiten, in und an denen Hunde gehalten werden, umfassen soll. Die Beschränkung der Haltung auf zwei Hunde gemäß § 2 und § 3 resultiert aus den Tatsachen, dass ein Hundehalter nur einer gewissen Anzahl von Hunden das notwendige Maß an Aufmerksamkeit, Erziehung und Beschäftigung derart zuteil werden lassen kann, dass ein kontrolliertes Halten gewährleistet ist. Zudem zeigen Erfahrungen, dass Hunde in größerer Anzahl zu einem Rudelverhalten neigen, welches zu gesteigerter Aggressivität gegenüber Menschen führen kann.[/quote]

und noch was:
[quote]Gemäß Abs. 4 sollen Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential sowie auffällige Hunde an öffentlichen Orten im Ortsbereich stets mit Maulkorb und Leine geführt werden. In Hundeauslaufzonen und außerhalb des Ortsbereiches sollen Hunde gemäß § 2 und § 3 stets mit Maulkorb geführt werden, um potentielle Gefahrenmomente zu vermeiden.[/quote]

Der gesamte Text findet sich [url=https://www.landtag-noe.at/service/politik/landtag/LVXVII/04/412/412A.pdf]HIER (pdf)[/url]


lg, Karin

snakchen
 
Beiträge: 3688
Registriert: Fr 8. Jul 2005, 08:05

Beitragvon dondidi » Do 19. Nov 2009, 21:08

Hallo Karin!

Vielen Dank für deine Mühe - werd mir übers Wochenende alles genau durchlesen. Allerdings weiss ich nicht was es mit deinen Auszügen auf sich hat

[I]...jedoch für das Halten und Führen von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential...[/I] hinter dieser Phrase verbirgt sich ja die Rasseliste.

Außerdem hat es schon mit Stimmen-(Politik) und Quoten- (Medien) Fang zu tun. Das ist es was populistische Politiker und auch Medien machen... [B]Ängste vor Minderheiten schüren[/B] um daraus Kapital zu schlagen.

Zu den Minderheiten zähle ich die Rassen wie den Pitbull. Deswegen wollte ich diesem, Bullterrier & Co. wenigstens einen Nicht-Minderheiten Hund (der um nichts weniger "gefährlich" ist) zur Seite stellen.

[I]Zudem [B]sollen [/B] ... die Haltung derartiger Hunde nicht generell verboten werden, sondern an höhere Anforderungen geknüpft werden.[/I]

[B]Sollen[/B] heißt jetzt mal. Aber wenns ein paar Prozent plus bei den Stimmen gäbe... wer weiß.

Aber... den Politiker schau ich mir an, der in Österreich einen Schäfer verbieten will.

Natürlich bin ich absolut gegen eine Rasseliste. Es ginge bei mir einfach mehr in die Richtung ein allgemeines Gesetzes (z.B. Hundeführerschein) und nicht gegen 8 Hunderassen, die sich halt gut als Kampf- und Killer-Hunde verkaufen lassen.

Die Idee hinter der Schäfer-Petition ist für die Allgemeinheit wohl zu kompliziert. Deswegen bin ich für jede Idee und für jeden Ratschlag dankbar was man unternehmen könnte.

Danke.

dondidi
 
Beiträge: 52
Registriert: So 2. Aug 2009, 10:22


Zurück zu Hunderassen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron