Neue Wölfe braucht das Land

Hier erzählst Du uns von deinen grossen Triumphen, von Wünschen, die in Erfüllung gehen und allem anderen, worüber es sich so richtig zu freuen lohnt!

Neue Wölfe braucht das Land

Beitragvon klaus » Mo 1. Aug 2011, 22:53

Hier ein Link zur aktuelllen "Wolfssituation" in unserem Revier.

https://www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/helfen/patenschaft/index.html

35 sind wohl heimisch ansässig und auch auf aktiver Nahrungssuche. Wie sieht das der Jäger aber auch der Hundebesitzer welcher in der Oberlausitz wohnt?
Denn so richtig herzlich begrüsst wurde er ja nicht, der Wolf.
So nach dem Motto "siedelt den Wolf an, find ich super! Aber nicht grad hier....."

Was meint ihr, hat der Wolf in Deutschland eine Zukunft?

lg Klaus
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Beitragvon summsebrumm83 » Di 2. Aug 2011, 06:13

Morgen Klaus....

Ich verfolge regelmäßig die Meldungen rundum das Thema Wölfe in Niedersachsen und wie sie wandern.

Der Wolf wird sich sicher anpassen können denn in anderen Bezirken hat er das ja schon getan. Die Situationen sind nicht immer optimal (nächtliches Eindringen in Städte und Müll klauen) aber sie zeigen, dass der Wolf auch damit fertig wird.
Man muss ihm natürlich die Chance dazu geben. Ich habe in unserer Region verschiedene Meinungen von Jägern gehört. Manche würden es respektieren, dass nun der Wolf die Bestandsregulierung übernimmt und andere sehen ihn gar nicht mehr als natürlichen Waldbewohner und würden ihn sofort abknallen! Diese Jäger wollen denke ich ihre Abschussquoten nicht verlieren und da passt der Wolf ja mal gar nicht dazu *ggrrrr*

Also alles eine Frage der vorzeitigen Aufklärung damit nix schiefgeht...sonst gibt nicht nur "Problembär" sondern auch "Problemwolf" weil Menschen was falsch verstehen. Die Jäger müssen natürlich auch zur Vernunft gebracht werden.

Gruß
Rebecca
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RE:

Beitragvon klaus » Di 2. Aug 2011, 21:52

[QUOTE]Also alles eine Frage der vorzeitigen Aufklärung damit nix schiefgeht...sonst gibt nicht nur "Problembär" sondern auch "Problemwolf" weil Menschen was falsch verstehen. Die Jäger müssen natürlich auch zur Vernunft gebracht werden.[/QUOTE]

Meinst du, mit ausreichender Aufklärung kann der Wolf hier wieder heimisch werden? Ich hab da so meine Zweifel. Ich denke, die Veränderungen in unserer Natur sind so gravierend, schon das würde für den Wolf bestimmt nicht so einfach werden. Warum soll er überhaupt hier wohnen, wenn's in anderen Gebieten doch viel angenehmer und leichter für ihn ist?
Ich denke aber auch, daß der Wolf als "Waldbewohner" trotz noch so intensiver Aufklärung bei uns keine Akzeptanz mehr findet. In ein paar entlegenen Regionen vielleicht, aber wir haben uns doch längst auch den Wald zurecht gestutzt als Freizeitoase, Bikerparadies, Joggerstrecke und natürlich für die Forstwirtschaft. .
Ich denke, man kann den Wolf hier nicht so ohne weiteres wieder "ansiedeln" ohne auch was dafür zu tun, dass er sich hier wohl fühlt und wirklich bleiben möchte. Darin sehe ich das Hindernis.
Ähnlich wie bei den Eisbären. Klar möcht man sie retten, jeder will Eisbären retten. Nur wohin, wenn denen ihr Lebensraum unter den Pfoten weg schmilzt? Wohin will man sie retten?

lg Klaus
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Beitragvon summsebrumm83 » Mi 3. Aug 2011, 07:17

Das mit der Aufklärung war darauf bezogen wenn es schon soweit sein sollte das der Wolf angekommen ist.
Selbst in Gebieten wo er zuhause ist müssen Forscher seit Jahren die Bevölkerung belehren weil diese den Wolf lieber tot sehen wollen aufgrund von Angriffen auf ihr Vieh etc.

Die Umgebung ist ja nicht unbedingt das Problem. In der Türkei tauchten Wölfe schon in der Stadt auf und auch in einem so unwirklichen Ort wie Tschernobyl sind Wölfe und Bären zuhause.

Wir haben bei uns hier zwar auch "große" Waldgebiete aber ob der Herr Lupus es für angenehm hält weiß man ja nicht ;-)...
Meine letzte Info war, das ein einzelner Jungrüde auf dem Weg zu uns ist und sogar schon Autobahnen überquert hat, wobei er angefahren wurde....hat sich aber wieder erholt und wandert weiter.

Ich denke wir müssen abwarten wie sich das entwickelt.
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Beitragvon Anke + Franziskus » Mi 3. Aug 2011, 07:52

Hi,

in dünn besiedelten Gebieten kann der Wolf heimisch werden. Probleme wird er dennoch verursachen und die betreffen nicht nur Jäger, sondern auch Viehhalter oder z.T. sogar Hundehalter, wenn ich mir da so die ein oder andere Meldung aus Schweden anschaue, wo Hund beim Gassi von Wölfen gerissen wurden.

Bessere Bedingungen und somit Verbreitungschancen hat sicherlich der Luchs.

Ich persönlich fühle mich durch große Beutegreifer bisher nicht beeinträchtigt, würde mich zunächst mal über deren Anblick freuen - ob dauerhaft, kann ich mangels ausreichender Erfahrung nicht beurteilen.

ciao
Anke
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Beitragvon summsebrumm83 » Mi 3. Aug 2011, 08:06

Hi Anke,

die Jäger machen sich die Probleme selber weil viele den Wolf als Konkurrenten sehen und nicht aufs Schießen verzichten wollen.
Bei uns sind die Jäger übewiegend freundlich gestimmt und wissen das ein Wald gesund und im Gleichgewicht ist wenn Wölfe sich heimisch fühlen. Der andere Teil äußert offen die Abneigung und hat kein Problem damit ihn sofort abzuschießen.
In ärmeren Regionen ohne Stromzaun reißen Wölfe Nachts Vieh das ist richtig aber man hat ihnen gezeigt, das es schon ausreicht leere Flaschen, bunte Plastiktüten etc. an den Zaun zu hängen um Wölfe abzuhalten. Was sie nicht kennen und was so komisch flattert meiden sie.
Da wir ja hauptsächlich Strom haben wird das denke ich kein Problem sein.
Der Wolf der einen Hund gerissen hat muss schon verzweifelt gewesen sein, denn Wölfe sind eher unsichtbar und gehen Menschen im natürlichen Umfeld aus dem Weg. Der böse Wolf der Menschen angreift gehört in die Märchenschublade!

lg
Rebecca
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Beitragvon Anke + Franziskus » Mi 3. Aug 2011, 10:28

Hi,

also die Stromzäune gegen Wölfe in Schweden haben so viel Dampf, dass Elche sterben, wenn sie sich darin verheddern. Unsere heimischen Zäune halten aus eigener schmerzlicher Erfahrung weder Füchse noch Hunde auf und demnach wohl sehr wahrscheinlich auch keinen Wolf. Zudem müssen sie anders geartet sein, 2-3 Litzen gehen dann nicht, sondern eher "KZ-Zäune" bis auf 2m Höhe mit 12000 Joule und 4000 Volt alle 2 Sekunden (das sind die Zäune in Schweden).

Diverse Flaschen, Flatterband etc. am Zaun halten die Tiere da auf, wo sowas selten und ungewöhnlich ist. Wären Wölfe immer und überall so scheu, dürften sie nicht auf Müllkippen und in Großstädten vorkommen.

Und ich sprach auch nicht von Wölfen, die Menschen angreifen, da gibt es tatsächlich kaum Belege für! Sondern "nur" von Wölfen, die z.B. Jagd auf Haushunde machen. Und dafür gibt es in Schweden mehr als genug Beweise. Da werden Hunde 30m hinterm eigenen Haus gerissen oder auch angeleint... frei laufend ist besonders gefährlich, weshalb Jagdhunde (die NICHT den Wolf jagen) dort oft mit einer Art Panzerweste unterwegs sind.

Ich hab nix gegen den Wolf oder andere große Beutegreifer, aber ich hab was gegen die Verharmlosung. Unsere Vorfahren haben die nicht nur aus Jux bei uns ausgerottet, sondern weil das Leben ohne Wolf (Luchs, Bär) einfacher ist als mit Wolf.

Da wo sie nie ausgerottet waren, ist man an diese Tiere und die entsprechenden Umstände gewöhnt. Doch da, wo sie nach Jahrzehnten zurück kommen, da ist man sie nunmal nicht mehr gewohnt. Und nicht jeder will sich darauf einstellen müssen, wieder einen guten Teil (früher sprach man von 10% gehören der Natur) seiner Weidetiere zu verlieren. Wenn große Beutegreifer das Wild dezimieren und zu heimlicherem Verhalten erziehen, dann werden auch die Pachtpreise deutlich sinken, auch das schmeckt nicht jedem Genossen. Dass viele Jäger lieber selber was erlegen, als es von anderen Wildtieren gefressen zu wissen, ist ein alter Hut - ich persönlich würde lieber weniger schießen und dafür große Beutegreifer beobachten können. Wenn die dann aber bei der Jagd mit dem Hund gezielt meine Hunde zerlegen, dann fände ich das wiederum ziemlich sch...

Die Frage "Wölfe mitten in Deutschland" kann man meiner Meinung nach nicht einfach mit "ja super, kein Problem" beantworten.

ciao
Anke

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Beitragvon summsebrumm83 » Mi 3. Aug 2011, 14:05

Wenn man mal im Internet etwas liest sind sich viele Schweden der Gefahr bewusst und teilen die Meinung das man sich entsprechend anpassen muss wenn man schon in so einem Gebiet wohnt.
Viele Hundebesitzer lassen ihren Hund nicht ohne Leine im Wolfsreservat laufen und passen auf.

Die meisten Vorfälle sind passiert weil die Hunde wirklich ohne Aufsicht rumgelaufen sind und der Wolf ihn als Eindringling gesehen hat. Von vorsätzlichen Angriffen war eigentlich nie die Rede...ausser das hochgepushte in den Medien.
Ich wohne auch nah an einem Waldgebiet und auch unsere Landwirte sind der Meinung dass die Rückkehr des Wolfes etwas tolles ist.

Der Wolf wurde wohl nicht aus Einfachheit ausgerottet sondern auch nur aus menschlichem Konkurrenzdenken und verdrehten Ansichten.
Mit Verbreitung der Land-und Viehwirtschaft, des Aberglaubens und der Unwissenheit wurde der Wolf zu einer Bestie gemacht und musste weg. Frühere Kulturen lebten friedlich im Einklang mit ihm zusammen. Natürlich soll man nichts schön reden aber man muss recherchieren um zu erkennen, dass man vernünftig mit den Wölfen zusammenleben kann. Die Regionen in denen er schon heimisch ist beweisen dies und auch die Schweden akzeptieren dies und sind stolz auf ihre Natur.

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Beitragvon Jack's Fraule » Mi 3. Aug 2011, 20:27

ich glaube schon dass ein Wolf oder wolfsrudel einen Hund angreifen wenn sie ihn als eindringling in ihrem revier sehen. doch genauso habe ich gehört, dass ein Wolf das revier eines Hundes akzeptiert und wenn es nich um leben oder hungertod geht auch in ruhe lässt. wesshalb hütehunde beim vieh von vorteil ist!

ich habe bis vor Kurzem in einem Luchsrevier gewohnt, habe ihn aber nie gesehen. nur einmal frische spuren im Schnee. denn Luchse würden sich nie zeigen, da sie sehr scheu sind. und dennoch gibt es in Winterthur einen Stadtluchs der immer wieder mal in eine Fotofalle tabt.

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RE:

Beitragvon klaus » Mi 3. Aug 2011, 21:03

[QUOTE]ich glaube schon dass ein Wolf oder wolfsrudel einen Hund angreifen wenn sie ihn als eindringling in ihrem revier sehen. doch genauso habe ich gehört, dass ein Wolf das revier eines Hundes akzeptiert und wenn es nich um leben oder hungertod geht auch in ruhe lässt. wesshalb hütehunde beim vieh von vorteil ist![/QUOTE]Soweit ich das verstanden habe, machen Wölfe durchaus Jagd auf Hunde um diese zu verspeisen.

Was ja auch irgendwie naheliegend ist, schließlich sind sie Beutegreifer und Fleischfresser. Warum sollten sie die Gelegenheit nicht nutzen, wenn ein leicht zu erlegender Hund daher gelaufen kommt.

Hier ein Link, denke mal, daß das jetzt nicht unbedingt eine Seite ist, die "reisserisch" berichtet:

https://www.nachhaltigkeit.org/201104187181/natur-landwirtschaft/hintergrund/die-angst-vor-dem-wolf-kehrt-zurueck

Da schreibt ein Wolfsexperte (k.a. ob's wirklich einer ist):

„Menschen sind den Wölfen eigentlich egal, wenn Hunde mit im Spiel sind. Sie konzentrieren sich völlig auf die Hunde und das sollte die Familie nicht mit einem Angriff auf Menschen verwechseln.”

Das ist tröstlich für den Menschen, aber nicht für den Hund.....

Ich bin ja mit meinen Burschen auch jeden Tag viel draussen und auch im Wald unterwegs. Ehrlich gesagt würd ich da auch nicht unbedingt Wölfe wissen wollen, bzw. müsste dann mein Spaziergehverhalten entsprechend ändern um meine Hunde nicht unnötig in Gefahr zu bringen.
Und nur noch mit angeleinten Hunden oder im Stadtpark spazieren gehen, dazu hätt ich dann auch keine Lust.
Wäre dann die Kehrseite der Medaille. Und ich bin - im Gegensatz zum Jäger - unbewaffnet unterwegs, dazu noch behindert, also ich könnt einem Wolfsangriff Null komma nix entgegen setzen und müsst auch tatenlos zusehen, wie meine Hunde gerissen werden.

Also ganz ehrlich, ich brauch hier nicht unbedingt nen Wolf....

lg Klaus
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