Schneckchen

Für alles Traurige, laß die Tränen fließen und sag uns, was schlimmes passiert ist.

Schneckchen

Beitragvon Leonie » Di 19. Apr 2011, 20:39

Mein Pferd Feuer von Feuerfunke xx a.d. Goldfee von Goldlack, genannt Schneckchen, ist heute nacht mit 26 Jahren vermutlich an Herzschlag gestorben.
Ich glaube, solange er bei mir war, hatte er ein gutes Leben. Ich weiss, dass er mir immer ein gutes Pferd war - schwierig im Charakter, aufbrausend, treu wie Gold, mutig, sensibel, verschmust, und immer mit 150% Einsatz.
Ich hoffe, er galoppiert jetzt über die immergrünen Weiden.

Meine Hundis helfen mir sehr.
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RE: Schneckchen

Beitragvon klaus » Di 19. Apr 2011, 23:05

Ohweh, das tut mir sehr leid für dich, mein herzilches Beileid. In meinen Gedanken sehe ich jetzt ein grosses Pferd, dass von einem kleinen, frechen spitzohrigen Terrier namens Ferdinand angewufft wird.
"Hey, was machst du hier? Bist Du angemeldet, hast du einen Termin?"
Und nachdem alle Formalitäten geklärt sind, laufen sie dann gemeinsam auf die grosse Wiese, dorthin wo alle anderen Freunde sind.

lg Klaus



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Beitragvon Korry » Mi 20. Apr 2011, 06:44

Hallo Leonie,

mit 26 Jahren hat dein Pferdchen ein schönes Alter erreicht und vielleicht kann es dich etwas trösten, dass du es nicht töten lassen musstest und es einfach eingeschlafen ist. Es hilft immer sehr, wenn eines der Tiere gehen muss, dass noch etwas Vierbeiniges um einen ist. Fühle dich gedrückt.

Tröstende Grüße von
Rita
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Beitragvon snakchen » Mi 20. Apr 2011, 07:16

Tut mir sehr leid, Leonie. :(
Ich hoffe dass du bald wieder mit einem Lächeln an die schönen Tage zurückdenken kannst die ihr gemeinsam erlebt habt.

Traurige Grüße,
Karin
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Beitragvon Ute&Jessie » Mi 20. Apr 2011, 12:05

Hallo Leonie,

das ist schlimm, da kann ich mir vorstellen, was dein Schneckchen für eine Lücke hinterlässt, aber irgendwie finde ich nicht die richtigen Worte.

Ich wünsche dir, dass deine Hundis dich ein wenig auf andere Gedanken bringen können!

Und ein schwacher Trost ja vielleicht auch, dass es ein wahrscheinlich relativ friedlicher Tod war, im heimischen Stall mit vertrauten Gerüchen und Geräuschen.

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Beitragvon Leonie » Mi 20. Apr 2011, 19:03

Vielen Dank für Eure liebe Anteilnahme. Ich weiss, ich lese auch immer diese freds und weiss nciht, was ich sagen soll ... aber ehrlich, sogar ein "wie traurig, das tut mir leid, weiss nicht, was ich sagen soll" hilft.

Heute wurde der Kadaver abgeholt. Schrecklich. Der LKW war pünktlich am Treffpunkt, ich rufe extra im Stall an und sage der Stallbesitzerin, sie soll alle Reitgäste wegschicken. Dass wir die "grüne Karte", die Identifizierungkarte, brauchen, habe ich ihr bestimmt dreimal gesagt: gestern, heute, ..
Also, wir kommen an. Mittelgrosser LKW, mit Kranaufbau, eine riesengrosser Metallkasten mit zwei Klappen oben, und ein GESTANK. Furchtbar. Wenn man das Tier anmeldet, kommt der Laster am nächsten Tag - aber erst, wenn man den Bankbeleg der Überweisung einschickt, schlappe € 285,-. Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade jetzt dieser Betrag für sehr viele Leute nicht einfach so locker gemacht werden kann, und sich die Abholung verzögert. Vielleicht wird der LKW auch nicht täglich geleert und bestimmt nicht ausreichend ausgespritzt. Obwohl, Leichengestank hält sich ja unheimlich gut. Können alle bestätigen, die Wohnungen "aufbereiten", in denen Leichen eine Zeitlang gelegen sind.

Jedenfalls, LKW, GESTANK, und natürlich Leute im Stall. Ich bin raus und habe nur gesagt "M. BITTE schick die Leute weg, aber presto. Das ist jetzt nicht schön zum Ansehen." Sicher auch ein toller Auftritt, jemand mit total verweinten roten Augen, stinkender Laster - jedenfalls, die Leute flüchteten schnell und unauffällig, nachdem sie noch verstohlene Blicke Richtung Unterstand (abgesperrt, grosser unförmiger Haufen unter einer Decke) geworfen haben.

Kurz und gut, der Laster kam nicht in den Auslauf, Kurve zu eng, und der Unterstand zu niedrig. Also ein Seil um die Hinterbeine gebunden, und die arme M. musste mit ihrem 4WD das PFerd rausziehen. Grässlich. Schneckchen hatte immerhin die Augen geschlossen, und sogar noch Heu im Maul. So wie er lag, hat es ihn erwischt, als er mit den Kopf nach unten sein leckeres Heu mampfte. Ein schöner Tod. Jedenfalls schleifte M. ihn bis zum Rand des Auslaufes, dann kam der Kran, einige sehr fragil aussehende Schnüre um die Beine geknüpft, und ab nach oben. Keine Chipkontrolle (was mich etwas entsetzt hat - wozu der ganze Aufwand mit zentraler Abholung und Entsorgung, wenn nicht mal der Chip geprüft wird?). Der Laster war so voll, die Klappe ging nicht zu. Also stieg der Fahrer rauf, stocherte mit einer Stange da drin rum, dann endlich Klappe zu. M. hat natürlich weder die Identifizierungskarte noch das Betriebsbuch parat, aber der Fahrer wollte wohl nur noch weg (ihm völlig unverständlich, so viel Leid wegen einem Pferd, "tanta pena por un caballo"), stellte eine Bescheinigung für mich aus, Chipnummer muss ich noch nachtragen, und ist abgefahren. Ich habe nur noch geheult. Trotz Alpra etc. Das Ganze ist so entwürdigend. Selbst wenn er nichts mehr mitbekommt.

Dann habe ich meine letzten Sachen weggeräumt (Huffett und so was), und tja, dann bin ich zu R. gefahren, wo das Buch und die Karte lagen, habe die Unterlagen alle schön zusammengepackt und dann haben wir alle ein Glas Wein getrunken (sofortiger anästhesierender Effekt - Alpra und Alk, unschlagbar) und über Schnecki und den nächsten Kandidaten gesprochen, einen 28 jährigen Wallach, der langsam in sich zusammenfällt. Bei Schnecki hatten wir Glück, es war jetzt relativ kühl, trotzdem war er total aufgebläht, aber man stelle sich vor, bei 40º im Schatten ein totes Pferd 2 Tage bis zur Abholung im Auslauf zu haben - oh Gott. Vielleicht ist es besser, das Ganze zu planen und ihn einzuschläfern, bevor er Kolik bekommt, im Auslauf zusammenbricht und nicht mehr hochkommt - die gleichen Frage, die ich mir auch bei Schnecki gestellt habe. Die furchtbare Frage: WANN.

Gott, ich bin schon wieder am Heulen.

Mittwoch nächste Woche fahre ich mit M. aufs Amt, zwecks Abmeldung von Schnecki und Aktualisierung des Buches. M. kann ja immer noch nicht so viel Spanisch, da helfen wir uns gegenseitig. Sie leistet mit Gesellschaft und ich übersetze.

Und morgen werde ich garteln und auch versuchen, einen kleinen Feuerdornbusch zu kriegen. Den pflanzen wir dann im Stall, als Erinnerung. An ein Pferd, das stachlig sein konnte, aber immer schön, immmer da, und dessen Fell so feurig rot waren wie die Beeren dieses Busches.

LG

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Beitragvon Regine » Mi 20. Apr 2011, 20:26

Mensch, Leonie, lass Dich mal drücken. Es ist schon schlimm genug, ein Tier zu verlieren, aber so eine Prozedur muss wirklich nicht sein.

Irgendwann wird die Erinnerung an Dein Schneckchen zum Trost, bis dahin tut es einfach nur weh.

Liebe Grüße
Regine
 
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Beitragvon Ute&Jessie » Do 21. Apr 2011, 06:58

Oh Mann, das klingt ja genauso gruselig wie bei meiner ersten Reitbeteiligung, die ich 6 oder 7 Jahre geritten habe.
Die hatte sich festgelegt und musste eingeschläfert werden (30 Jahre alt). Jedenfalls war das auch mal am Wochenende und im hintersten Paddock. Die lag auch noch 2 Tage und musste auch das erste Stück mit dem privaten Traktor rausgezogen werden, weil der Abholer nicht so weit rein kam.

Ich wünsche dir, dass bald die schönen Erinnerungen an dein Schneckchen überwiegen!

Übrigens - ich habe grade gestern erfahren, dass die Hündin (deren Sohnemann ich schon sehnlichst erwarte) belegt ist. Und da rote und red-merle Hundchen erwartet werden, überlege ich schon länger wegen einem passenden Namen. Da bin ich dank Schneckchen auf Fuego gekommen. Fändest du das pietätlos oder hättest du da nix dagegen, wenn ich mich an seinen Namen anlehne?

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Beitragvon Korry » Do 21. Apr 2011, 06:58

Liebe Leonie,

da musstest du ja etwas Schlimmes ertragen ;(
Versuche, die schrecklichen Bilder zu vergessen. Das, was da transportiert wurde, war nicht mehr dein Schneckchen, es war nur seine tote Hülle. Was dein Schneckchen ausgemacht hat, ist längst woanders, dort wo es schön ist.
Bald wird es dir wieder besser gehen, auch wenn du dir das im Augenblick nicht vorstellen kannst. Wir haben ja fast alle schon liebe Vierbeiner verloren und es geht immer weiter, auch wenn man meint, es nicht ertragen zu können.
Ich denke an dich und an dein Schneckchen :)

Liebe Grüße von
Rita
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Beitragvon Leonie » Do 21. Apr 2011, 08:22

Hallo Ihr Lieben,
es geht schon. Gestern war mir ziemlich mies, aber ich sage mir immer, die Trauer ist so gross, wie man sie aushalten kann ( nottfalls helfe ich halt ein bisserl nach). Und immerhin ging es schnell und er war daheim etc etc.

Ich habe jetzt fast alle meine Reitsachen verschenkt. Ich habe noch zwei paar dünne Stoffhandschuhe, die sind für alles gut zu gebrauchen, eine Reithose, ein paar kleine Sporen, und seine Ledertrense mit Stoffzügeln. Ich denke nicht, dass wieder ein Pferd zu unserer Familie gehören wird. Das ist alles so furchtbar kompliziert hier unten.

Ausserdem, Zeit habe ich eh nicht genug, also wozu? Immerhin habe ich drei kleine Verbrecher, die mit mir Zerren, Spielen und Schmuseln wollen.

@ Ute: nee, ich finde Fuego einen schönen Namen und eine gute Idee. Keinesqwegs pietätlos. Du könntest für ein Hundemädchen auch "Chispa" nehmen, Funke.

LG

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