*fertig* Level 3 - 3.13 Trick

Artikel Traingslevel -erledigt-

*fertig* Level 3 - 3.13 Trick

Beitragvon Leonie » Mi 15. Apr 2009, 18:19

[CENTER][B][navy]TRICK

Der Hund zeigt einen beliebigen Trick, den er über das Freie Formen gelernt hat.[/navy][/B][/CENTER]

[B]DARUM GEHT'S:[/B]
[BLOCK]Ja, wir beginnen früh mit der schwierigsten Art und Weise, deinem Hund ein Verhalten beizubringen: dem Freien Formen oder Shapen. So wird es dir in Fleisch und Blut übergehen, wenn du dich allmählich weiter durch die Levels hocharbeitest. Du kannst später deinem Hund im Freien Formen beibringen, ein Apportel zu nehmen und zu halten. Wieso ich weiß, dass ihr das schafft? Ganz einfach: weil du deinem Hund bereits in Level 3 einen Trick im Freien Formen beigebracht hast. Ich werde das Rückwärtsgehen als Beispiel für das Freie Formen in diesem Level besprechen, aber du kannst natürlich alles formen, worauf du Lust hast.

[B]ALLER ANFANG IST LEICHT:[/B]
Also, das Rückwärtsgehen. Setz dich zuerst mal auf's Sofa. Clickertrainer haben sich selber einen Spitznamen gegeben – sie sind die Sofa-Trainer. Eine Frau fragte einmal, was sie denn ihrem Hund beibringen könnte; sie war am Fuß operiert worden und war daher gezwungen, ihren Fuss zu schonen und möglichst hochzulagern. Nun, die Antwort war: "Nicht gerade "Bei Fuß", aber sonst eigentlich alles". Also, setz dich gemütlich auf dein Sofa, bewaffnet mit Clicker und Leckerchen, dein erwartungsvoller Hund vor dir auf dem Boden. Tu erst mal gar nichts, sieh bloß die Hundepfoten an. Schau nicht in seine Augen, das ähnelt zu sehr dem "Schau". Wenn du schon etwas geübter bist, kannst du möglicherweise alle vier Pfoten ]auf einmal beobachten. Wenn nicht, achte auf die Vorderpfoten. Wenn dein Hund sich automatisch hinsetzt, wirf ein Leckerchen und clicke, wenn er zurück kommt, aber bevor er sich wieder hinsetzt. Diese Sequenz – Leckerchen werfen und clicken, bevor er sitzt – wiederholst du so lange, bis er nicht mehr an's Sitz denkt und hoffnungsvoll vor dir steht.

Der Hund wird jetzt eine ganze Menge Sachen ausprobieren, die ihm aber keinen Click einbringen. Ziemlich sicher wird er dir ein “Schau” anbieten, vielleicht eine Spielaufforderung mit einer Vorderkörpertiefstellung, er wird vielleicht den Kopf schütteln, bellen, grummeln, pfoteln – ignoriere das alles und starre auf seine Pfoten. Früher oder später wird er eine bewegen. Das kannst du clicken und belohnen! Aber er ist doch nicht rückwärts gegangen? Schon, aber er hat seine Pfote(n) bewegt. Zuerst setzen wir seine Pfoten in Bewegung, und dann bestimmen wir die Richtung. Dein Hund bewegt eine Pfote – Click und Belohnung. Warte, bis er wieder eine Pfote bewegt, egal welche. Wenn dein Hund ungefähr zwanzigmal eine Belohnung für’s Pfotenheben bekommen hat, sollten seine Pfoten schon ziemlich unternehmungslustig sein.An diesem Punkt könntest du die Idee mit dem Rückwärtsgehen verwerfen und stattdessen üben, dass er eine Pfote länger hochhält oder mit beiden Vorderpfoten auf den Boden stampft. Wir werden hier aber das Rückwärtsgehen weiter besprechen.

Wenn dein Hund verstanden hat, dass er für das Bewegen seiner Pfoten einen Click und ein Leckerchen kriegt, geht es von nun an um die Richtung. Du clickst jetzt nicht mehr, wenn die Pfote sich nach vorne bewegt. Dazu musst du sehr genau auf die Bewegungen deines Hundes achten. Beim Shapen dreht sich alles um das ganz genaue Beobachten und konsequentes Clicken. Bisher hat sich dein Hund ein Leckerli verdient, wenn er irgendeine Pfote irgendwie bewegt hat, auch wenn er sie nur hochgehalten und auf dem gleichen Fleck wieder abgesetzt hat.

Jetzt änderst du deine Strategie. Das erste Ziel hast du erreicht: dein Hund bewegt irgendwie irgendeine Pfote. Jetzt wird jede Bewegung belohnt [U]außer[/U] vorwärts. Du clickst und belohnst eine Bewegung zur Seite, nach hinten, oder auch gerade nach oben und wieder zurück. Bis seine Pfoten verstehen, dass alles – außer einer Vorwärtsbewegung – ihm einen Click und Leckerchen verdienen, kann es vielleicht fünf Clicks dauern, oder auch 200. Das ist nicht so wichtig.

Wenn dein Hund dir mindestens 8 von 10 Pfotenbewegungen nach dem Motto "egal was, aber nicht nach vorne" anbietet, kannst du das Kriterium "Richtung" weiter eingrenzen: Einen Click gibt es nur noch für eine Bewegung nach hinten, nicht mehr für seitliche oder "Rauf und Runter"-Bewegungen. Nun wird es kompliziert, denn eine Pfote kann sich nicht rückwärts bewegen, ohne dass sich früher oder später die anderen Pfoten auch nach hinten bewegen. Jetzt kommen deine Erfahrung und dein Geschick ins Spiel. Wenn du deinen Hund [U]nur[/U] für Bewegungen seiner Vorderpfoten clickst, bewegt er vielleicht wirklich nur noch die Vorderpfoten, und irgendwann sind sie so weit zu seinen Hinterpfoten gewandert, dass er sich automatisch hinsetzt. Also musst du auch auf seine Hinterpfoten schauen, und ihre Bewegungen verstärken. Wenn du zu Beginn nur auf seine Vorderpfoten geachtet hast, hast du zumindest ein bisschen Routine im Pfotenbeobachten gewonnen, und es wird dir jetzt leichter fallen. Was für ein Glück, dass du auf dem Sofa sitzt, so ist es nämlich viel leichter, alle vier Pfoten zu sehen!

Von jetzt an geht es nur noch darum, die Anzahl der zu bewegenden Pfoten aufzubauen. Zuerst hast du jede beliebige Bewegung einer Pfote geclickt, dann nur noch die Bewegungen, die [U]nicht nach vorn[/U] gerichtet waren. Dann hast du nur noch Bewegungen nach hinten verstärkt. Jetzt kriegt dein Hund einen Click und sein Leckerli, wenn er [U]zwei Pfoten[/U] bewegt – und danach, wenn er [U]zwei Pfoten rückwärts[/U] bewegt. Als nächstes wartest du darauf, dass er auch noch eine [U]Hinter[/U]pfote bewegt. Dann gibt es C&B für [U]Vorder- und Hinterpfote[/U] zurück, für drei Pfoten zurück, für vier Pfoten – der erste Schritt! – für zwei Schritte, für drei und schon hast du ein neues Verhalten geshapt.

Die meisten Hunde lernen das Rückwärtsgehen viel schneller. Aber ich habe das Verhalten in ganz kleine Schrittchen aufgeteilt, um dir das Shapen besser zu verdeutlichen. Lass dich von diesen vielen kleinen Schritten nicht entmutigen – viele Hunde lernen in einer einzigen Trainingseinheit, rückwärts durch das ganzen Zimmer zu laufen.

Ich verwende hierfür gerne eine langsame "300-Pick"-Methode. Ich clicke beispielsweise fünf Mal für einen Schritt, fünf Mal für zwei Schritte, fünf Mal für drei Schritte; und wenn meinem Hund ein Fehler unterläuft, dann das Ganze wieder von vorne: fünf Mal für einen Schritt clicken, fünf Mal für zwei Schritte clicken, fünfmal für drei Schritte clicken, und so weiter.

[B]WAS IST, WENN...
… MEIN HUND DEN TISCH ALS ZIELOBJEKT BETRACHTET UND ANSTUPST, ER ABER SEINE PFOTEN NICHT BEWEGT?[/B]
Du beobachtest nicht richtig. Wenn der Tisch nicht gerade direkt neben deinem Hund steht, [U]muss[/U] er seine Pfoten bewegen, um hinzukommen. Wahrscheinlich achtest du zu sehr auf große, eindeutige Bewegungen. Aber du musst auf die kleinen Bewegungen achten. Du hast davon eine ganze Menge verpasst, wenn er es vor dem Click bis zum Tisch schafft!

[B]... ER ZWEI SCHRITTE ZURÜCKGEHT UND DANN STEHENBLEIBT?[/B]
Immer, wenn wir ein Verhalten in der Bewegung trainieren, haben wir die Tendenz, abzuwarten und zu schauen, wie lange der Hund das Verhalten zeigt. Wir hoffen bespielsweise, dass er drei Schritte läuft, also gucken wir zu, wie unser Hund zwei Schritte macht. Bleibt er dann stehen, sagen wir uns "Na gut, er wird wohl nicht weiter zurück gehen, ich sollte besser clicken!" Sieh dir den Ablauf mal genau an. Du verstärkst deinen Hund dafür, dass er zwei Schritte zurückgeht [U]und stehenbleibt[/U]. Bei jedem Bewegungsverhalten (Rückwärtslaufen, Kommen, Anschluss, Bei Fuß) musst du darauf achten, dass du die Bewegung selbst clickst, und nicht ihr Ende.

[B]Und nun das ganz große Geheimnis![/B] Hier erfährst du, wie du ein Bewegungsverhalten bekommst – wenn du mehr als drei Schritte rückwärts haben willst, clicke [U]nicht[/U] beim dritten Schritt. Clicke die Bewegung, die auf den dritten Schritt [U]folgt[/U]. Wenn du beim dritten Schritt clickst, beendest du das Verhalten beim dritten Schritt; du clickst das Ende des Schrittes, oder bereits das Stehen nach dem Schritt. Wenn du zu Beginn des nächsten Schrittes clickst, bestärkst du Schritt Eins, Schritt Zwei, Schritt Drei, [U]Pfote heben – Click[/U]! – du verstärkst die Bewegung.

[B]WIE SAG ICH'S MEINEM HUNDE:[/B]
Wenn dein Hund freudig rückwärts läuft, bis du clickst und belohnst, kannst du ihm erklären, wie das Verhalten heißt. Das kann ein einfaches Wort wie "Zurück" sein, oder ein witziger Satz wie "Geh von dem Knochen weg" – hier könntest du das Wort "weg" als Hörzeichen nehmen – oder "Was machst du, wenn du eine Schlange siehst?" – hier wäre es das Wort "Schlange". Wenn er auf dieses Hörzeichen reagiert, kannst du den vollständigen Satz sagen.

[B]SO GEHT'S WEITER:[/B]
Rückwärtslaufen unterstützt ein solides "Steh", ist der Anfang zum "Steh aus der Bewegung" in der Obedience, eine fortgeschrittene Übung bei Rallye Obedience, super beim Dogdancing und wenn es schnell genug ist, kann man es auch zu einer eleganten Vorderkörpertiefstellung ausbauen. Übt also das Rückwärtslaufen an unterschiedlichen Orten, mit unterschiedlicher Schrittzahl und in unterschiedlicher Ausrichtung zu dir. [/BLOCK]
Leonie
 
Beiträge: 3293
Registriert: Fr 22. Aug 2003, 17:20

Beitragvon Cece » Fr 25. Sep 2009, 16:49

Weiter geht's. :)
Cece
 
Beiträge: 1170
Registriert: Sa 19. Apr 2008, 20:00

Beitragvon Leonie » So 27. Sep 2009, 07:50

Mmh, ich habe das "Kennwort" durch Hörzeichen ersetzt, weil wir das bisher so hatten, und das mit dem Hochlagern reingenommen.
Ich meine, es ist ein Unterschied, ob jemand einfach die Füsse hochlegt, wenn er sich ausruht, oder ob er hochlagern muss.

Ansonsten wieder mal super Lektoriert!
Leonie
 
Beiträge: 3293
Registriert: Fr 22. Aug 2003, 17:20


Zurück zu *done*

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron