hunde-und pferdebücher

Die Rubrik für die Leseratten, nicht nur Hundebücher, sondern alles was euch so gefällt.

hunde-und pferdebücher

Beitragvon la coca » Mo 5. Feb 2007, 19:08

hallo!

mir ist aufgefallen, dass ein großer unterschied zwischen hunde-und pferdebüchern besteht, was die erziehung betrifft.

von dem mal abgesehen, dass man das eine reitet, das andere nicht, hat es sich im laufe der zeit geändert, wie man sie behandelt.

bei hunden ist jetzt die sanfte erziehung "in mode" (wenn man das so nennen kann, es sei denn es ist schon ein dauerzustand) aber bei pferden hat sich nicht so viel geändert.

clicker, sanfte worte, keine schläge oder leinenruck. das sind schlagwörter aus vielen hundebüchern.
mich hat letztens fast der schlag getroffen, als ich in einem etwas älterem erziehungsbuch gelesen habe (es war eine frau mit 5 hunden auf dem bild) "der hund darf nicht ziehen. wenn er das allerdings doch tut, ziehen sie ihn mit einem [B]festen[/B] ruck zurück!"
so etwas würde heutzutage nicht mehr drinnen stehen.

in pferdebüchern steht noch immer, man soll die gerte verwenden (diese verwenden auch viele reiter). in manchen steht aber, man soll es als führung verwenden und nicht als foltermethode.

aber wie ist es denn bei uns? sind wir mal ehrlich..wie oft geben wir unserem pferd einen leichten klaps? oder reiten mit sporen oder gerte. knallen mal mit der peitsche damit es sich beim longieren schneller vorwärts bewegt.

wie seht ihr das?

ich finde, irgendwie hat es sich gar nicht wirklich geändert, wie man mit pferden umgeht - im vergleich heute zu früher.

bei hunden viel mehr.
ja vielleicht weil der hund menschens bester freund ist, aber pferde haben es doch auch nicht verdient und werden oft missverstanden.




ps.: bin mir nicht sicher ob das thema hier rein passt 8-|
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Beitragvon weti » Mo 5. Feb 2007, 20:06

ooh doch, auch in der pferdeerziehung hat sich in den letzten jahren so einiges geändert (gott sei dank!!!). ich bin nach jahren des "englischreitens" zum westernreiten gekommen. mein pony läuft erst los, wenn ich einmal schnalse, schnalse ich zweimal fängt es an zu traben und mache "küsschen geräusche" galoppiert er. zudem bleibt er auf whoo stehen , dreht wenn ich meinen blick auf seine flanke richte und geht rückwärts, wenn ich back sage. ohne peitsche, ohne sporen. dafür bodenarbeit, bodenarbeit und nochmals bodenarbeit. ich benutze sporen ausschließlich nur noch, wenn es für das pferd eine verständliche hilfe ist (seitengänge etc.). zudem bin ich der meinung, dass feste sporen die nur in die seite gerammt werden keine hilfe sondern tierquälerrei sind. sporen müssen räder zum abrollen haben und gehören nur an beine, die damit umgehen können und absolut ruhig liegen. ich finde das übrigens ein sehr schönes thema :)
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Beitragvon la coca » Fr 9. Feb 2007, 09:49

hallo!

habs erst jetzt gelesen ;)

[QUOTE]sporen müssen räder zum abrollen haben[/QUOTE]

hm...aber meinst du damit die, aus den westernfilmen? mit den stacheln dran, die bei jedem schritt "klick" machen? ich kenn mich bei sporen rein gar nicht aus, aber gerade [B]die [/B] zum abrollen sind doch brutal?!

das mit dem bodentraining stimmt. das merke ich bei meiner stute auch. die bindung wird umso fester und das reiten bessert sich dann auch.

gestern bin ich ohne sattel geritten, nur mit zaumzeug (aber mit komplett durchhängenden zügeln) und hab alles nur mit körpergewicht und "hoho" und "brt" und "vorwärts" gemacht. :)

hm...ich bin ja ne englisch-reiterin. ich mach z.z. mehr dressur, fang jetzt aber wieder mit springen an (kleine winterpause)

von dem her hat sich find ich nicht so viel geändert. bzw. kaum was.

westernreiten ist meiner meinung nach überhaupt die sanftere methode zu reiten, das ist glaub ich schon länger so.

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Beitragvon Leonie » Di 13. Feb 2007, 18:50

Es gibt nur zwei Arten zu reiten: gut und schlecht. Egal ob "englisch", "deutsch", "western", "Gangpferde" usw usf.

Nicht das Etikett/Name, die Zäumung, die Kleidung oder der Sattel sollte entscheiden, welchem Stil man sich anschliesst, sondern: eignet sich dieser Stil für mich (Charakter/Temperament/Körperbau), mein Pferd (Charakter/Temperament/Körperbau) und meine Ziele dazu, besser, schonender, effektiver zu reiten. Und vielleicht auch: kann ich mich darin weiterbilden?? Ich denke, man lernt nie aus, es kann immer Problemchen, Unklarheiten oder Schwierigkeiten geben, und es ist nicht so gut, "**" zu reiten, wenn weit und breit keine darin qualifizierten Ausbilder sind, um Dir evtl. weiterzuhelfen.

LG

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Re: hunde-und pferdebücher

Beitragvon Gippsy » Di 13. Feb 2007, 19:01

Ich möchte meiner Vorrednerin (Schreiberin?)fast uneingeschrenkt recht geben. Manchmal oder besser gesagt bei bestimmten Reit- oder Gangweisen läßt sich nicht immer jemand in der Nähe finden. Ich sprech da aus Erfahrung. Dann heist es einmal im Jahr Pferd nehmen, verladen und ne kleine Reise machen. Meine geht Gott sei Dank nur bis kurz hinter Berlin.Dann gibts da ein paar schöne Tage Reitunterricht und fürs Pferd die eine oder andere Korrekturstunde von einer super klasse Reitlerhrerin und Spitzensportlerin in unserer Gangpferdedisziplin. Alles in allem muss aber für das pferd genau soviel Konsequenz in der Ausbildung und im Umgang gelten, wie man/frau dies mit ihrem Hund tut.
Nehmt ihr eure Hunde zum Ausreiten mit? Wenn ja wie haltet ihr sie bei euch und euerm Pferd?
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Beitragvon cresycat » Di 13. Feb 2007, 20:15

beim westernreiten finde ich,werden die pferde anders behandelt als zb bei der klassischen dressur.beim western reiten wird mehr mit stimme und gewichtsverlagerung usw gearbeitet...

ich habe auch die sporen mit rollen benutzt... mMn sind die nicht so schlimm wie die kleinen festen beim dressur reiten... denn die rollen kitzeln mehr,da sie sich halt bewegen,also abrollen statt in den bauch zu picksen...

bei manchen hundebesitzern ist die "sanfte" art der erziehung noch nicht angekommen..leider 8-|

hab so einen armen hund heute wieder getroffen..der hat schläge bekommen weil er meinen hund angeguckt hat,was ja völlig normal ist .. der besitzer meinte "ICH geh mit ihm Gassi also hat er MICH anzugucken und keine anderen hunde" 8-| traurig...
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Beitragvon Gast » Mi 28. Mär 2007, 17:05

mh, also ich finde, wenn man sich selbst Pferdemagazine durchliest, dass man schon merkt, wie die Leute immer mehr zur Sanftheit übergehen wollen.
DAs Westernreiter immer die "tierlieberen" Reiter sind, kann ich so nicht bestätigen. Zwar reite ich auch auf diese Art und Weise - aber ich habe auch schon Leute gesehen, die ihre Pferde total verdreschen, wenn sie nicht das machen, was der Hans da oben gerade will.
Auch bin ich der Meinung, dass es zwischen Reiter und Pferd eine echte freundschaft geben kann - schließlich streiten wir uns mit Pferden nicht um REsourcen und haben eine Menge Spaß aneinander - vorausgesetzt, wir können richtig miteinander kommunizieren.
Leider finde ich, dass beim Reiten wie auch in der Hundeerziehung immer alles viel zu sehr auf den AUsbau der menschlichen DOMINANZ-Haltung den Tieren gegenüber aufgebaut wird.
Mit Tieren umzugehen ist viel mehr, als nur ständig seine Macht und Stärke unter Beweis zu stellen.
Man muss clever sein und dem Tier zeigen, dass es schön sein kann und sich lohnt, dass zu tun, was man von ihm möchte - und dass es dann auch viele Freiheiten bekommt.
Meine Reitlehrerin brachte mir so bei:
So bald das Pferd macht, was ich will, lasse ich los.
So kann ich dann auch Kilometerweit am langen Zügel galoppieren - mein PFerd sucht sich die beste seite des Weges aus ich mache mich bequem. Natürlich ist das jetzt stark vereinfacht - reiten ist immer noch eine Kunst.

Meine Hündin begleitet mich auch Leinen und Halsband-los beim Ausritt. Wie ich das gemacht habe?
Hmmm, keine Ahnung. Sie ist einfach ein toller Hund. DAs einzige, was sie lernen musste war, nicht direkt hinter dem Pferd zu gehen, sondern seitlich oder vorne. Je nach GAngart. Ging sie hinten sagte ich einfach NEIN - kam sie dann an die Seite warf ich ein Leckerli runter oder lobte mit der STimme.
Ging sie mal zu weit nach vorn drehte ich das PFerd bei und trabte schnell an. Sie lernte, dass sie mich besser im Auge behält, bleibt sie beim PFerd immer dicht bei mir .. schließlich will man doch sein Rudel nicht verlieren, oder?
Außerdem macht ihr Galopp so viel Spaß.. .Sie dreht schier durch, wenn ich nur Trabe. Dann rennt sie in weiten Kreisen um das Pferd rum und Kläfft... das hab ich ihr dann so abgewöhnt, dass jedesmal, wenn sie kläfft, ich einfach angehalten habe.
Aha- Effekt bei Talba: Kläffen macht alles noch langsamer, also kläffe ich nicht.
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Monty Roberts?

Beitragvon buzi » Mi 28. Mär 2007, 19:53

Hi.
Ja also wenn es um sanften/gewaltfreien Umgang mit Pferden geht, kommt man um Monty Roberts nicht umhin. Ich habe ihn persönlich kennengelernt und mehrmals seinen Umgang mit den Tieren gesehen... die Wirkung des Join-Ups ist echt Wahnsinn.
Habe es dann daheim mit meiner Stute ausprobiert (so ne richtige Zicke)... es war einfach ein bombastisches Gefühl, wenn man sich vom Pferd wegdreht, gar nicht mehr guckt und auf einmal spürt man die Pferdenase auf der Schulter... einfach schön. Das verbindet und mach unheimlich stolz!
Ich kann seine Methode nur empfehlen.
Komischerweise sind andere bei mir im Reitstall nicht so begeistert... ich weiß gar nicht warum... die sind der festen Meinung, dass man halt ab und zu nur mit Schlägen weiterkommt... naja.

Und noch was zu Sporen: ob feste oder Rädchen... es kommt immer auf denjenigen an der sie benutzt...!

Gruß, buzi
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Re: hunde-und pferdebücher

Beitragvon Grace » Mi 28. Mär 2007, 19:59

Ich bin auch ein großer Monty Roberts Fan und habe ihn schon in "Natrua" arbeiten sehen und bin fasziniert von seiner Arbeitsweise mit den Pferden. Meine beiden Pferde, die ich hatte, hab ich beide nach dieser Methode gearbeitet und sogar meine damals schon 20 jährige Stute hatte sofort verstanden, was ich mit dem "Join up" von ihr wollte.

Das mit den Sporen stimmt auch...heißt nicht umsonst, dass man sich die Sporen erst verdienen muss. Ich reite ja mittlerweile seit 25 Jahren und hatte davon 15 Jahre eigene Pferde und mir sind auch genug Leute unter gekommen, die ihre Pferde meinten, mit Schlägen bändigen zu müssen. So wie es halt bei jeder Erziehung leider oft der Fall ist, egal ob Pferd, Hund oder Kind :( Es gibt immer welche, die meinen, es geht nicht ohne Härte...
Echt zum Heulen manchmal...ohne Worte...
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Beitragvon Gast » Mi 28. Mär 2007, 20:24

Monty Roberts soll aber mit "Psychischem Druck" durch seine Methoden einwirken - sagte jedenfalls meine Reitlehrerin.. Aber hier ist es wohl auch wie mit allem... Jeder hat eine eigene Meinung dazu. Ich kanns nicht beurteilen. Die PFerde, um die ich mich kümmere, lernten mich sowohl als Reiterin als auch als Pflegerin und "Auf die Koppel-Bringerin" und Stallausmisterin und "in Herde-auf-dem-Platz-Herumrennenlasserin" kennen. Darum folgen sie mir alle mehr oder weniger freiwillig, weil sie meist was positives von mir zu erwarten haben.

Wie genau funktioniert denn dieses "Join up"

- rhrhrh, von den Büchern zur Praxis.
Er reitet ohne Sattel, ohne Trense oder Halfter.. nu rmit einem dünnen bendel um den Hals. - er sagte: Er möchte das PFerd zu nichts zwingen, nur die z.B. Versammlung annehmen, die ihm das Pferd freiwillig anbietet.. war echt interessant. Der ARtikel kam, glaube ich, in der Cavallo
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