BARF

Hier Artikel und Beiträge posten, sie werden dann in die Artikelgruppe übernommen.

BARF

Beitragvon snakchen » Di 4. Sep 2007, 11:51

Hi,

so hab nun eeendlich angefangen, und gleich mal ne Frage: Werden die Funktionen hier aus dem Forum ([b], [I], usw...) in den Artikelbereich übernommen?
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RE: BARF

Beitragvon klaus » Di 4. Sep 2007, 11:54

[quote]so hab nun eeendlich angefangen, und gleich mal ne Frage: Werden die Funktionen hier aus dem Forum ([b], [I], usw...) in den Artikelbereich übernommen?[/quote]Jep, alle Formatierungen bleiben erhalten, genauso wie Links, Bilder und was es sonst noch so für Knöpfchen gibt.

lg Klaus
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Beitragvon snakchen » Mi 5. Sep 2007, 14:08

Dieser Artikel richtet sich an alle Interessierten, die immer schonmal wissen wollten, was BARFen eigentlich ist und wie man am besten anfängt.

[b][u]1) Am Anfang war...Was ist BARF eigentlich? [/b][/u]

Vielen ein Begriff, heiß diskutiert und doch wissen die meisten nicht genau um was es geht. BARF - Biologisch Artgerechte Rohfütterung, oder auch "Bones And Raw-Food" (Knochen und rohes Fleisch). Viele werden sich fragen, warum manche Hundebesitzer auf rohes Fleisch und Gemüse zurückgreifen, wo es doch sowieso eine riesige Auswahl an Nass- und Trockenfuttersorten für sämtliche Altersklassen und Rassen gibt.
Die Antwort: Beschäftigt man sich näher mit diversen Fertigfuttersorten, bemerkt man, dass sehr viele Marken qualitativ sehr minderwertig sind und/oder den Ansprüchen des Hundehalters nicht genügen.

Anfangs noch belächelt, findet die Gruppe der "Rohfütterer" nun immer mehr Anhänger und wird mittlerweile sogar von einer stetig wachsenden Anzahl an Tierärzten beraten und unterstützt.

Dieser Artikel soll ein kleiner Leitfaden für Interessierte, Einsteiger und BARF-Neulinge sein, den Einstieg erleichtern oder einfach ganz neue Ansätze in Punkto Hundefütterung aufzeigen.
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Beitragvon snakchen » So 4. Nov 2007, 21:43

[b][u]2) Grundbedarf des Hundes - Zahlen und Fakten [/b][/u]
Wie bei vielen Dingen im Leben besteht der Anfang erstmal aus grauer Theorie. Bevor man anfängt, seinem Hund selbst zusammengestellte Mahlzeiten zu füttern, sollte man ungefähr wissen, was und wieviel ein Hund zum überleben und gesund bleiben benötigt. Damit meine ich nicht nur die Hauptbestandteile, wie Fleisch, Gemüse und Getreide sondern vor allem Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Die Verdauung des Hundes ist sehr ähnlich der des Menschen - ein sehr komplexes System in dem eine Vielzahl von Organen verschiedene Aufgaben übernimmt. Die Nahrung wird in verschiedenen Abschnitten des Verdauungstraktes mechanisch zerkleinert und chemisch in ihre Bestandteile zerlegt. Nicht verwertbare Reste werden i.d.R. ausgeschieden.

Alle nachfolgend gemachten Angaben beziehen sich auf Hunde die sich weder im Wachstum, noch in einer Trächtigkeits- oder Laktationsphase befinden. Auch extrem belastete Hunde, wie Schlittenhunde oder Rennhunde haben teilweise einen erhöhten Bedarf.

[b]Vitamine[/b]
Vitamine sind lebensnotwendig für jeden Organismus. Es gibt Vitamine, die der Körper selbst herstellen kann, andere müssen ihm wiederrum über die Nahrung zugeführt werden (essentielle Vitamine). Die Vitamine werden in 2 Gruppen unterteilt: Fettlösliche (A, D, E und K) und Wasserlösliche. Das sollte man wissen, denn fettlösliche Vitamine werden 1.) zusammen mit Fetten im Futter erst für den Körper verwertbar und 2.) in der Leber, im Fett oder in den Nieren gespeichert. Durch die Speicherung im Gewebe, kann es bei Überversorgung zu einer Vitaminvergiftung mit gesundheitlichen Problemen kommen. Wasserlösliche Vitamine werden bei Überschuss in der Nahrung einfach wieder größtenteils über die Niere ausgeschieden.
[u]Vitamin A:[/u] Füttert man seinen Hund roh, wird Vitamin A vor allem über Leber, Lebertran und Karotten zugeführt. Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, sollte ein Hund ca 80 IE (Internationale Einheiten) pro kg Körpergewicht pro Tag erhalten. Gibt man Vitamin A in Form von Leber, wären das für einen 12kg Hund etwa 25 Gramm pro Woche. (2 - 3 g Leber pro kg Körpergewicht Hund pro Woche)
[u]B-Vitamine:[/u]Die Gruppe der B Vitamine umfasst mehrere wasserlösliche Vitamine, z.B. B1-Thiamin, B2-Riboflavin, B3-Nicotinsäure, B5-Pantothensäure, B6-Pyridoxin, B7-Biotin, B9-Folsäure und B12-Cobalamin.
B1, also Thiamin, ist besonders für den Abbau von Kohlehydraten von Bedeutung und damit in direktem Zusammenhang auch für die Nerven und das Gehirn wichtig. Es kommt in größeren Mengen in Hefe und Sonnenblumenkernen vor. Eine Unterversorgung an Vitamin B1 kommt ziemlich selten vor, wenn dann aufgrund einer zu einseitigen Ernährung (zuviel roher Fisch, nur gekochtes Fleisch ohne Zusätze). B2, Riboflavin, benötigt der Körper für den Wasserstofftransport. Riboflavin kommt vor allem in Milch und Milchprodukten, Hefe und Leber vor. Auch hier ist eine Unterversorgung bei abwechslungsreicher Ernährung kaum möglich. Vitamin B3, auch Nicotinsäure genannt, spielt eine entscheidende Rolle bei der Zellerneuerung und im Stoffwechsel. Eine ausreichende Versorgung ist durch das Verfüttern von Fleisch, Hefe, Milchprodukten und Eiern gewährleistet. Vitamin B6 iste ebenfalls unverzichtbar für viele Stoffwechselvorgänge. Es greift hier vor allem in den Aminosäurestoffwechsel ein. Grundsätzlich gilt, je mehr Eiweiß gefüttert wird, desto mehr B6 benötigt der Organismus. Da Vitamin B6 in fast allen Nahrungsmitteln vorkommt, ist eine Unterversorgung kaum möglich. Viel B6 enthalten Milchprodukte, Leber und Hefe, aber auch Nüsse, Geflügelfleisch und Salat sind gute Quellen. B7, Biotin, ist für viele wohl das bekannteste Vitamin der B-Gruppe. Wie alle B-Vitamine hat es große Bedeutung für den Stoffwechsel genauer gesagt für den Eiweißstoffwechsel und ist somit für den Aufbau von Krallen, Haaren und Haut notwendig. Biotin-Unterversorgung ist eigentlich nur durch Aufnahme großer Mengen von ungekochtem Eiklar möglich. Reich an Biotin sind Leber, Milch und Hefe.
[u]Vitamin C:[/u] Der Hund kann, im Gegensatz zum Menschen, Vitamin C (Ascorbinsäure) selbst herstellen. Zufütterung von Vitamin C ist daher nicht notwendig.
[u]Vitamin D:[/u] D-Vitamine gehören zu den fettlöslichen Vitaminen. Sie spielen bei Ca-Ph Aufnahme eine große Rolle. Viel Vitamin D enthalten Milch, Leber und Fische. Unterversorgung bei fleischreicher Nahrung ist kaum bekannt, Überversorgung tritt etwa bei der zehnfachen gefütterten Menge tgl. auf.
[u]Vitamin E:[/u] Kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmittel, wie z.B. Getreide oder Nüssen, vor.
[u]Vitamin K:[/u] Unverzichtbar für die Blutgerinnung ist Vitamin K. Erwachsene Hunde können Vit.K teilweise über die Darmflora herstellen und kommen so mit weitaus geringeren Mengen als andere Tiere (oder junge Hunde) aus. Da Vitamin K in der Leber gespeichert wird, ist besonders diese reich daran.


Bedarf aufgelistet:
Vit.A: 80IE/kg KM
Vit.B1: 20µg/kg KM
Vit.B2: 90µg/kg KM
Vit.B3: 200µg/kg KM
Vit.B5: 250µg/kg KM
Vit.B6: 25µg/kg KM
Vit.B7: 2µg/kg KM
Vit.B9: 4,5µg/kg KM
Vit.B12: unter 1µg/kg KM
Vit.D: 10IE/kg KM
Vit.E: 1mg/kg KM
Vit.K: 16µg/kg KM
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Beitragvon snakchen » Mi 26. Dez 2007, 21:53

[b]Mineralstoffe[/b]
Sie können vom Organismus nicht gebildet werden und müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Mineralstoffe unterteilt man aufgrund ihrer Konzentration im Körper in Mengenelemente (Ca, P, Mg, Na, Cl und K) und Spurenelemente (Fe, Cu, Zn, Mn, Co, J und Se). Alle Mineralstoffe beeinflussen sich gegenseitig, weshalb auf ein ausgewogenes Verhältnis in der Nahrung zu achten ist. Fast alle Mineralstoffe werden bei abwechslungsreicher Ernährung in ausreichender Menge aufgenommen. Mangelerscheinungen treten meistens auf, wenn die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt oder die Speicherung im Körper durch Krankheiten oder Medikamente behindert werden.
[u]Calcium und Phosphor:[/u] Beide Mengenelemente stehen in engem Zusammenhang zueinander und werden größtenteils im Skelettsystem gespeichert. Besonders bei Calcium muss man etwas aufpassen, da es bei häufiger Knochenfütterung schnell zu einer Überversorgung kommen kann. Das optimale Verhältnis von Calcium zu Phosphor beträgt 1,2-1,4 : 1 das heißt pro Gramm Phosphor sollte ca 1,2 - 1,4 Gramm Calcium gefüttert werden. Bei der Rohfütterung erreicht man das optimale Verhältnis, indem man Knochen füttert. Alternativ dazu kann man den Bedarf aber auch über die Zugabe von Calciumcitrat, geraspelter Eischale oder Knochenmehl zum Futter decken.

Alle folgenden Mineralstoffe werden bei ausgewogener, abwechslungsreicher Fütterung ausreichend zur Verfügung gestellt, ohne dass man im Normalfall spezielle Mischungen zufüttern muss.
[u]Magnesium:[/u] Dieses Mengenelement wird vom Körper relativ schlecht aufgenommen und mobilisiert. Etwa 70% der aufgenommenen Menge wird wieder ausgeschieden oder ist nicht verwertbar. Bei erhöhter Leistung (Jagdhunde, Rennbahn,...) wäre daher auch eine erhöhte Ration im Futter, eventuell eine Zufütterung von Magnesium, zu empfehlen.
[u]Kalium, Natrium und Chlor:[/u] Das Verhältnis der drei Ionen in der Nahrung und somit im Körper bestimmt den pH-Wert der Körperflüssigkeiten. Ein Ungleichgewicht kann zu Azidose oder Alkalose führen (zuviel oder zuwenig Säure im Blut). Auch Überanstrengung kann das Gleichgewicht durcheinander bringen.
[u]Eisen:[/u] Ist besonders wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen. Ein Mangel an Eisen führt zu Anämie (Blutarmut) und kann schwere Folgen haben. Besonders eisenreich sind rotes Fleisch und einige Getreidearten (z.B. Hirse).
[u]Kupfer:[/u] Kupfer ist ebenso wie Eisen für die Blutbildung erforderlich. Außerdem ist es für das Knochenwachstum und die Pigmentbildung von Haut und Haaren sehr wichtig. Kupfer, Eisen Und Zink beeinflussen sich gegenseitig, füttert man zuviel Zink, kann es somit zu Kupfermangel kommen. Reich an Kupfer ist vor allem Leber, da es in diesem Organ gespeichert wird. Bei einigen Rassen gibt es eine vererbbare Krankheit, die zu einer Störung der Kupferausscheidung und somit einer folgenschweren Anreicherung in der Leber führt. ("Kupferspeicherkrankheit").
[u]Zink:[/u] Zink greift besonders in den Hormonhaushalt und das Immunsystem ein. Getreide (Weizen und Haferflocken), Fischarten, Innereien und Eigelb enthalten viel Zink.
[u]Mangan[/u]: Auch Mangan ist für die Bildung von vielen Hormonen wichtig. Es kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor, z.B. in Nüssen und Haferflocken.
[u]Jod:[/u] Etwa 90% des Jods im Körper sind in der Schilddrüse zu finden. Dort wird es gespeichert und in Schilddrüsenhormone umgewandelt. Über- bzw Unterversorgung mit Jod führt zu einer Veränderung des Aussehens der Schilddrüse und zu einer Veränderung des Stoffwechsels und Verhaltens des Hundes (Apatie,...). Viel Jod enthalten vor allem Meeres-Fische.


Bedarf aufgelistet: (pro Tag)
Calcium (ca): ca 80 mg/kg KM
Phosphpor (Ph): 60 mg/kg KM
Magnesium (Mg): 10 mg/kg KM
Kalium (K): 55 mg/kg KM
Natrium (Na): 50 mg/kg KM
Chlor (Cl): 120 mg/kg KM
Eisen (Fe): 1,4 mg/kg KM
Kupfer (Cu): 0,1 mg/kg KM
Zink (Zn): 0,9 mg/kg KM
Mangan (Mn): 0,06 mg/kg KM
Jod (J): 16 µg/kg KM
Selen (Se): 2,5 µg/kg KM
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Beitragvon snakchen » Mi 26. Dez 2007, 21:55

[b][u]3) Der Anfang [/b][/u]

Normalerweise heißt es ja "Aller Anfang ist schwer" doch ich finde, beim Barfen gilt das nicht. Die meisten Hunde akzeptieren rohes Fleisch von Anfang an und nehmen auch Gemüse sehr gut an. Trotzdem vertragen manche Hunde die Umstellung nicht so gut wie andere, deshalb sollte man sich einige Fragen stellen bevor man anfängt rohes Fleisch zu verfüttern. Wenn man z.B. weiß, dass der eigene Hund ein recht empfindliches Verdauungssystem hat, sollte man natürlich nicht von heute auf morgen rohes Fleisch füttern, wenn zuvor einige Jahre lang dieselbe Trockenfuttersorte im Napf war. Um dem sensiblen Hund die Umstellung von Fertigfutter auf Frischfutter zu erleichtern, kann man verschiedene Tricks anwenden. So fängt man z.B. mit einer gut verdaulichen Fleischsorte und nur einer Gemüsesorte an und gibt anfangs nur eine kleine -eventuell nur halbrohe- Menge davon. Zusätze lässt man weg. Füttert man zwei Mahlzeiten pro Tag kann man morgens eine kleine Portion Frischfleisch füttern und abends dann die Fertigfutterration. Normalerweise sollte man beide Dinge nicht mischen, sondern immer getrennt füttern, mit genügend Zeit dazwischen. Wenn der Hund das rohe Fleisch gut verträgt, kann man das Fertigfutter langsam und dem jeweiligen Hund angepasst ausschleichen. (bei sehr sensiblen Hunden kann das Ausschleichen auch einige Wochen dauern). Verträgt der Hund die Sorte Fleisch und Gemüse gut, kann man auch andere Sorten probieren und später auch miteinander vermischen.
Die klassischen Anfängerknochen sind Hühnerhälse und Kalbsbrustbein, die auch ohne weiteres für immer verfüttert werden können, wenn man sich bzw. dem Hund härtere Knochen nicht zutraut.
Die erste BARF-Mahlzeit könnte also z.B. aus Putenfleisch mit pürierten Karotten oder Rindsmuskelfleisch mit pürierter Gurke bestehen. Es ist kein Problem, wenn man anfänglich einige Tage hindurch immer dieselbe Fleisch- und Gemüsesorte füttert. Der Hund wird dadurch keine Mangelerscheinungen zeigen oder Probleme bekommen. Mit der Zeit kann man dann auch Innereien, Milch- und Getreideprodukte zum Wochenplan hinzufügen und schließlich auch Öl und andere Zusätze, wie Kräuter oder Salz.
Leicht bekömmliche Produkte sind: Geflügelfleisch, Rindfleisch, Karotte, Gurke, Apfel, Banane, Hüttenkäse und Hirse

[b]Tipps und Tricks:[/b] Möchte der Hund kein rohes Fleisch, kann man es zu Beginn etwas Anbraten oder Kochen und das Fleisch innen roh lassen. Später vekürzt man die Bratzeit immer mehr, bis der Hund das Rohe nimmt. Einige Hunde sind sehr geschickt, wenn es darum geht, das Fleisch aus dem Fleisch-Gemüsemix herauszupicken und das Gemüse stehen lassen. Das kann man in den meisten Fällen umgehen, indem man mit dem Gemüse auch das Fleisch püriert. Gemüse sollte man auf alle Fälle pürieren, da die intakten Zellwände der Pflanzen sonst nicht vom Hund verwertet werden können und so Vitamine und andere wichtige Bestandteile ungenutzt verloren gehen. Nimmt der Hund das Gemüse trotzdem nicht, hilft oftmals die Zugabe von Pansenmehl oder Joghurt. Bei mäkeligen Hunden empfiehlt es sich, die Hunde vor der ersten BARF Mahlzeit einen Tag hungern zu lassen.
Vor einer Knochenmahlzeit sollte man etwas Fleisch oder Gemüse füttern um den Magen etwas auszukleiden. Das kann/sollte man auch bei BARF-Profis beibehalten.
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Beitragvon snakchen » Mi 26. Dez 2007, 21:58

[b][u]4) Fleisch, Gemüsesorten und Anderes[/b][/u]

Es gibt eine Vielzahl an Fleisch-, Gemüse- und Obstsorten, die man dem Hund füttern kann. Auch sehr viele Kräuter können ohne Bedenken auf dem Speiseplan stehen. Bei der Zusammenstellung des Menüs sind dem Hundehalter kaum Grenzen gesetzt und man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen. Dennoch gibt es einige wenige Dinge, die aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe nur in Maßen oder sogar garnicht auf dem Speiseplan stehen sollten.
[b]Fleisch, Innereien und Knochen:[/b] Unbedenklich verfüttern kann man junges Geflügel (im Ganzen oder Teile davon), Rind (Kopf-, Muskel-, Schlund- oder Stichfleisch), Lamm, Pferd, Kaninchen und Reh/Hirsch. Auch Fisch sollte ab und zu auf dem Speiseplan stehen, hierfür eignen sich alle Fischsorten, die man entweder im Ganzen oder als Filets anbieten kann. Schwein ist in rohem Zustand gänzlich von der Zutatenliste zu streichen.
Einmal in der Woche sollte man Innereien füttern: Leber, Herz, Pansen oder Blättermagen, Milz, Lunge und Niere. Darm lässt man am besten weg. Lunge hat keinen großen Energiegehalt und ist daher als Magenfüller bei Diäten gut geeignet, Leber und Nieren sollte man nicht zu oft verfüttern. Besonders bei Leber sollte man aufgrund des hohen Vit. A Gehaltes vorsichtig sein. Außerdem wirkt sie stark abführend (dem kann man mit dem anschließenden Füttern von Hühnerhälsen oder anderen Knochen bzw der Zugabe von Knochenmehl oder Eischale aber gut entgegenwirken).
An Knochen kann man anfangs Hühnerhälse, Kalbsbrustbein oder Rippen füttern, Hunde die länger gebarft werden kommen normalerweise auch mit etwas härteren Knochen wie Rinder-/Kalbsbein oder Ochsenschwanz gut zurecht. Von gekochten Knochen sollte man die Finger lassen, da sie durch das Kochen spröde werden und leicht splittern.
[b]Gemüse und Obst:[/b] Füttern kann man: Salat (nach Saison), Spinat, Sellerie, Gurke, Karotte, Kürbis, Fenchel, Zucchini sowie Äpfel, Bananen, Birnen, Pfirsiche, Erdbeeren, Melonen, Himbeeren, Ananas, uvm....
Kartoffeln sollten gut gekocht werden, bevor man sie verfüttert. Tomaten, Avocados, Paprika, Auberginen, Kohlsorten, Zwiebelarten und Hülsenfrüchte sollte man aufgrund häufiger Unverträglichkeiten oder gifter Stoffe (z.b. Solanin in Nachtschattengewächsen) auf alle Fälle ganz weglassen.
[b]Kräuter:[/b] Ins Futter kann man auch viele Kräuter (gekauft, selbstgezogen oder in der Natur gefunden) mischen. Die meisten Kräuter haben heilende Wirkung, die man dem Hund bei bestimmten Beschwerden als Kur geben kann. Einem gesunden Hund sollte man Kräuter deshalb nicht zu oft geben. Verwenden kann man z.B. Knoblauch, Estragon, Majoran, Basilikum, Bärlauch, Brennnessel, Petersilie, Zitronenmelisse, Kamille, Löwenzahn und Thymian.
[b]Getreide:[/b] Hunde könnten eigentlich komplett auf Getreide verzichten. Ihr Organismus ist nicht darauf ausgelegt, Getreidekörner im Ganzen zu verwerten deshalb muss man sie durch Quetschen (Flocken) oder Mahlen verwertbar machen. Getreidearten ohne oder mit wenig Gluten sind Getreidearten mit viel Gluten zu bevorzugen. Wenig oder kein Gluten enthalten: Mais, Amaranth, Reis, Hirse und Buchweizen.
[b]Milchprodukte:[/b] Nicht alle Hunde vertragen Milchprodukte, da ihnen ein Enzym fehlt, das Laktose spaltet. Sie reagieren dann mit Durchfall auf die Fütterung von Milchprodukten. Hunde die Milchprodukte gut vertragen können in Maßen Joghurt, Buttermilch, Quark und Hüttenkäse ohne Bedenken fressen.
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