Einführung

Was Du hier findest

Auf diesen Seiten will ich Dir eine kleine Einführung in das Training mit Hunden geben, die Dir helfen soll, Deinen Freund mit der nassen Nase besser zu verstehen, beim Training mit ihm vielleicht erfolgreicher zu sein oder einfach mehr Spaß und Verständnis im täglichen Umgang zu gewinnen. Natürlich ist das alles sehr subjektiv, was ich hier schreibe. Es ist eben meine Sicht der Dinge und ist nur ein kleiner Einblick in eine grosse, faszinierende Welt, die sich Dir eröffnen kann.

Warum trainieren?

Wenn Du in der glücklichen Lage bist, ein grosses, eingezäuntes Grundstück zu besitzen, brauchst Du nicht zu trainieren. Dein Hund kann tun und lassen, was er möchte. Vorausgesetzt, Du hast keine Nachbarn, die das Gebell stören würde. Für alle anderen (und das betrifft uns wohl alle) ist Training unumgänglich. Denn Dein Hund besitzt von Natur aus ein Verhaltensrepetoir, daß oft nicht in unsere Umwelt passt. Er möchte Jagen, darf es aber nicht. Er möchte umherstreunen und seine Umwelt erkunden, auch das soll er nicht tun. Er versteht weder die Gefahr, die von Strassen, Autobahnen und Maschinen ausgeht, noch kann er Situationen, die ungefährlich sind, immer als solche einordnen. Schließlich soll er Verhaltensweisen zeigen, die ihm völlig fremd sind und das auch noch reproduzierbar, auf Befehl oder Kommando.

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Training ist die kontrollierte Annäherung an die Rahmenbedingungen, die Deine Umwelt Dir und Deinem Hund setzt. Training schafft Fähigkeiten, Sicherheit und Erfahrung. Durch Training kannst Du dich dem Wesen deines Hundes nähern, ihr werdet euch besser verstehen und könnt gemeinsam die Aufgaben des Lebens meistern. Du siehst es vielleicht als lästiges Übel an, aber Training kann Spaß machen.

Was für Dich an erster Stelle steht und was unter den Tisch fällt, bleibt natürlich euch überlassen. Aber zunächst mal solltest Du darauf hin trainieren, daß Du überall ein gern gesehener Mensch mit Hund bist. Nicht jeder mag Hunde. Und Hunde, die sich nicht benehmen können, mir Angst machen und mich ärgern oder einschränken, mag selbst ich nicht.

Aber Training ist nicht nur Pflicht, sondern auch Kür. Training bedeutet Spaß zu haben, miteinander zu Kommunizieren und sich einander anzunähern. Training ist keineswegs ein trockener, langweiliger oder gar instrumenteller Vorgang. Wer das vermutet liegt total daneben. Wir trainieren das Leben und unser Training beinhaltet alle Elemente, die darin vorkommen. Signale und Verhaltensweisen, aber auch Gefühle, Umweltbedingungen und Mitgeschöpfe, die wir im täglichen Leben treffen, sind Bestandteil unseres Trainings.

Was Training leisten kann, sieht man hier. Bambuli lebte die ersten sechs Jahre in einer Scheune und wurde als Gebärmaschine mißbraucht. Sie hatte keinerlei Erfahrung mit dem Leben und alles versetzte sie in helle Panik. Durch Training hat sie nun gelernt, mit ihrer Umwelt umzugehen. Sie ist bei weitem noch kein “normaler” Hund. Das kann sie auch nie werden. Aber sie führt jetzt ein glückliches und schönes Leben bei Christine und Jabberwocky (rechts im Bild).

Hier steht Banner w200-rightWas trainieren wir?

-> Situationsgebundenes Training ohne Signal

Zum einen üben wir Situationen. Du sollst Deinen Hund kontrolliert auf Bedingungen vorbereiten, die er im täglichen Leben wiederfindet. Dein Training zielt darauf ab, daß Dein Hund in diesen Situationen ein erwünschtes Verhalten zeigt und ein unerwünschtes Verhalten unterlässt. Das situationsgebundene Training braucht keine Befehle oder Kommandos. Sie sind oft nicht hilfreich und verschleiern die Lage nur, machen es Deinem Hund zusätzlich schwer, die Situation selbst richtig einzuschätzen. Sie sind auch deshalb nicht hilfreich, weil Du ja erreichen möchtest, daß Dein Hund in dieser Situation das “Wunschverhalten” selbstständig zeigt. Dein Ziel ist es, daß die Signale, die aus der Umwelt Deinen Hund erreichen, zum “Befehl” für das Verhalten werden. Kommst Du mit Deinem Hund an eine Strasse, soll die Bordsteinkante der “Befehl” für HALT! sein. Wenn Du das ausreichend trainierst, wird sich Dein Hund selbstständig für das richtige Verhalten entscheiden, sobald er vor einer Bordsteinkante steht.

Dein Hund muß lernen Situationen zu bewerten, er braucht die Freiheit, selbst Entscheidungen treffen zu können, auch wenn von Dir keine Hilfen kommen. Dazu muß er kreativ mitarbeiten. Das tut er nur, wenn Du ihm den Freiraum lässt, seine Kreativität zu entfalten. Ein Hund, der nur auf Befehl und Gehorsam gedrillt ist, dessen “falsches” Verhalten sofort mit einer Zurechtweisung oder Strafe geahndet wird, wird in solchen Situationen relativ schnell hilflos, wenn er die Lage nicht erkennt und keine Hilfen vom Hundeführer erhält.

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