Die erste Übung mit dem Targetstab – Seite 2

Das neue Kriterium lautet: “Berühre den Stab etwas weiter in Richtung der Spitze”

Das Ziel vor Augen – Erster Kontakt mit der Spitze

Wenn Du ein Kritierium verbessern willst, lasse die anderen ausser acht! Es wäre also falsch, von Ferdi jetzt zu erwarten, daß er den Stab weiter in Richtung Spitze berührt UND nicht mehr in den Stab reinbeisst. Denn das wären zwei Kriterien. Und das könnte er nicht verstehen, wie soll er wissen, daß er das eine mal nicht geclickt wird, weil er zu weit von der Spitze entfernt war, das nächste mal, weil er in den Stab gebissen hat, anstatt ihn anzustubsen.

Hier macht Ferdi das schon ganz schön, er hält zwar eisern an seinem Glauben (ich muß da dran knabbern!) fest, fängt aber an zu variieren, nachdem ich das Knabbern nur noch belohne, wenn es nahe bei der Stabspitze stattfindet.

Ganz nebenbei berührt er auch mal die Spitze. Passiert das immer öfter, wird es Zeit, die Kriterien wieder zu verändern.

Nun wird nur noch geclickt, wenn Ferdi den Stab tatsächlich an der Stabspitze berührt. Ob er dabei noch reinbeisst oder nicht, ist zunächst wiederum egal.

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Fast geschafft! – Zwar nicht ganz die Spitze, aber ganz nah am Ziel.

Nun müssen wir ein anderes Kriterium einführen. Ferdi wird jetzt nicht mehr für’s reinbeissen geclickt, sondern nur noch für sauberes Anstubsen des Stabes. Auch hier lassen wir zunächst mal das “alte” Kriterium (Berühre den Stab an der Spitze) ausser acht! Ferdi kann also den Stab irgendwo anstubsen, theoretisch auch irgendwo in der Mitte und bekommt dafür trotzdem Click und Belohnung. Nur für’s Knabbern bekommt er jetzt nichts mehr.

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Unser Verhalten nimmt mehr und mehr Gestalt an, fast ist es so, wie wir uns das vorsgestellt hatten. Ferdi tendiert jetzt zwar etwas weg von der Spitze, aber das ist noch ok. Denn das Knabbern hat er jetzt völlig eingestellt, nachdem es wiederholt erfolglos war.

Und irgendwann fällt der Groschen…..

Nach einigen Wiederholungen kommt der Moment, wo’s “Click” macht im Hundehirn. Einer der schönsten Momente beim Clickertraining, denn es wird ganz deutlich, Dein Hund denkt nach!
Er konzentriert sich auf seine Aufgabe, hat im Ausschlußverfahren, die nicht erfolgreichen Lösungsvarianten ausprobiert und wieder verworfen. Jetzt hat er das Ziel klar vor Augen. Er weiß, was Du von ihm möchtest.

Ahhh, DAS ist es!

Dementsprechen zielsicher sieht dann auch das Verhalten nach diesem “Geistesblitz” aus. Nun weiß Ferdi, worum es geht. Er zeigt das Verhalten sehr präzise und wiederholt es sofort und gerne. Genau so soll’s sein. Mit diesem schönen Erfolg beenden wir die Übung, nicht ohne Ferdi ausgiebig zu Loben und zu belohnen für seine tolle Arbeit.

Diese kleine Trainingseinheit gibt’s als MPEG-Video im Downloadbereich.

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