Das Shaping – Verhalten formen

Woher weiß der Hund, was er tun soll, wenn Du ihn weder berühren sollst, noch ihm helfen darfst? Natürlich weiß er es nicht, woher sollte er es auch wissen? Wenn er es wüßte, könnte er die Übung ja bereits. Du erklärst es ihm mit Hilfe des Shapings. Beim Shaping “zerlegst” Du das Verhalten in so kleine Schritte, daß sie Dein Hund ohne große Probleme bewältigt. Deine Aufgabe ist es, die Schritte so zu wählen, daß sich das erwünschte Verhalten daraus entwickeln kann. Das ist die eigentliche Kunst beim Clickertraining. Am Anfang steht ein Verhaltensansatz, aus dem Du nun das Verhalten in der gewünschten Perfektion formen kannst. Aus dem leisen Fiepen wird das kräftige Bellen, aus dem zufälligen Stehen auf Deiner linken Seite wird das Gehen eng an Deiner linken Seite. Du bestärkst nun immer jede kleinste Verbesserung des Verhaltens, jede Veränderung in die gewünschte Richtung. Halte die Anforderungen so klein, daß der Hund auf jeden Fall die Chance hat, sie auch zu erfüllen.

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Zum Beispiel das “Down”:

Wenn Du mit dem Hund das “Down” üben möchtest, könnte bereits das Schnüffeln am Boden ein erster Verhaltensansatz sein, den Du mit Click und Belohnung bestärken kannst.

Clicke und belohne einfach jedesmal, wenn der Hund am Boden schnüffelt. Das wäre der erste Schritt dieses Shapings. Diesen Schritt übst Du so lange, bis Du den Eindruck hast, der Hund hat verstanden was Du möchtest. Das erkennst Du daran, daß er das Verhalten wiederholt um an Click und Leckerchen zu kommen. Das geht meistens sehr schnell, oft reichen 2-3 Minuten üben schon aus.

Nun kommt der zweite Schritt, Du erhöhst die Anforderungen etwas. Jetzt gibt es für den ersten Schritt keinen Click mehr, sondern nur noch, wenn der Hund auch mit der Brust auf dem Boden ist. Dein Hund wird sich zunächst wundern, warum nun schnüffeln plötzlich nichts mehr bringt und fängt an auszuprobieren. Genau das möchtest Du und sicher wird es nicht lange dauern, bis auch Schritt 2 wiederholt gezeigt wird.

Und so könnte der dritte Schritt aussehen, Brust und Kopf auf dem Boden, für den zweiten Schritt gibt`s nun kein C+B mehr.

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Der vierte Schritt ist dann das vollständige Hinlegen.

Schließlich wird nur noch geclickt und belohnt, wenn auch der Kopf auf dem Boden liegt. Wenn Du Deinem Hund das “Down” auf diese Weise beigebracht hast, wirst Du nicht brüllen oder drohen müssen, wie das andere Leute oft tun. Dein Hund wird sich mit großer Begeisterung auf den Boden schmeißen, denn das lohnt sich ja! Und er hat verstanden, worum es geht, denn er hat es schrittweise gelernt.

Übrigens, bis hierhin wird Dein Hund vermutlich gleich nach dem Click wieder aufstehen. Das ist auch in Ordnung, denn der Click beendet das Verhalten. Nach dem Click kann sich der Hund seine Belohnung aussuchen, die Übung ist zu Ende. Wenn Du nun das Liegenbleiben üben möchtest, machst Du das wieder mit einem Shaping-Programm. Diesmal wäre der erste Schritt, 5 Sekunden “Down” bleiben, der zweite Schritt 10 Sekunden, 20 Sekunden, 30 Sekunden, eine Minute, 2, 3, 4, 5, u.s.w. Du “öffnest” ein Zeitfenster.

Wenn das alles gut klappt, und auch an verschiedenen Orten und bei größerer Ablenkung geübt wurde, kannst Du das Signal (Befehl, Kommando) einführen.

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