Clickertraining – effektiv und tierfreundlich – Seite 3

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Variable Verstärkung

Zeigt der Hund im weiteren Verlauf eine Übung nach vorausgehendem Hörzeichen sicher, baut man sebstverständlich auch beim Clickertraining die Verstärkung (Wurst = Primärverstärkung) und das Signal für die Wurst (Click = Sekundärverstärkung) nach und nach ab. Nach dem Beispiel von Spielautomaten kommt der Erfolg (= Verstärkung) für den Hund jetzt nur noch ab und zu und für ihn nicht vorhersehbar. Man spricht von “variabler” oder “Zufalls -Verstärkung”. Man erreicht mit der variablen Verstärkung einerseits, dass eine Übung nicht langweilig wird, der Hund also stets aufmerksam bleibt, andererseits, dass er die Übungen auch dann noch korrekt zeigt, wenn keine Verstärkungen kommen, z.B. in Prüfungen.

Generalisierung

Da der Hund umgebungsabhängig lernt, ist es natürlich notwendig, ein eingeübtes, vom Hund in bekannter Umgebung sicher gezeigtes Verhalten unter fremden Bedingungen (anderer Ort, andere Zeit, unterschiedliche Ablenkungen) zu überprüfen und notfalls neu einzuüben.

Chaining

Zum Schluss noch zum sogenannten “Chaining” = Verkettung.
Um den gesamten Ablauf einer komplizierten Übungskette zu trainieren, werden die vom Hund verlangten Einzelübungen vorwiegend in umgekehrter Reihenfolge eingeübt und dann nach und nach von hinten nach vorne zusammengesetzt.
Z.B. Apportieren: Zuerst wird das saubere Halten eines Bringholzes eingeübt, dann das Aufnehmen und der Hereinweg und erst zum Schluss wird das Holz ausgeworfen.

Das wäre in Kürze das Wichtigste zum Clickertraining. Es gäbe noch einiges dazu zu sagen, ist in diesem Rahmen aber nicht möglich.

Hier steht Banner w200-rightFazit

Den Clicker als Signal kann man auch dann einsetzen, wenn man Clickertraining wie oben beschrieben entweder nicht umsetzen kann bzw. nicht will. Er erleichtert einfach eine exakte Verstärkung von Übungen, die sonst nicht so leicht zu verstärken sind. Allein schon dafür lohnt es sich, den Clicker zu benutzen.
Wenn man aber einmal gesehen hat, mit welcher Begeisterung Hunde beim Clickertraining arbeiten und lernen wollen, und wie sie einen damit selber anstecken, wird man es nicht mehr missen wollen.
Clickertraining im Hundeverein zeigt uns allerdings, dass nur wenige mit ausschließlichem Shaping zurechtkommen. Um die Nerven von Hund und Hundeführer zu schonen, arbeiten wir zusätzlich mit zum Teil ausgeprägten Hilfen. Das können Hör – und Sichtzeichen sein, Geräusche aller Art, Spielzeug, Körpersprache oder Futterhand.
Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, wenngleich man sagen muss: Hilfen so viel wie nötig und so wenig wie möglich!
Damit werden einige Clickerbegeisterte nicht einverstanden sein. Sie lehnen den Einsatz von Hilfen, insbesondere die Futterhand (= locken?, motivieren?) gänzlich ab.
Dass der Hund sich immer wieder etwas ganz selbständig erarbeiten sollte, um kreativ zu bleiben, der Meinung sind auch wir. Er wird sich diese Findigkeit und Probierlust aber auch erhalten, wenn wir ihm in einem anderen Fall ausgeprägte Hilfen anbieten, sie sogar noch besser für sich umsetzen können.
Wir sind der Ansicht, dass das Clickertraining kein in sich geschlossenes System ist, das weder ausbaubar noch mit anderen Methoden kombinierbar ist. Clickertraining ist nicht ganz so neu, wie manchmal getan wird und man muss nicht alles vergessen, was bisher Gültigkeit hatte, sondern man sollte es als eine wertvolle Ergänzung zu bisherigen Formen des Trainings sehen. Die theoretischen Voraussetzungen sollte man allerdings verstanden haben, will man es gewinnbringend für sich nutzen.
Auch ist das Clickertraining nirgends in theoretischer Reinform zu finden. Wie sollte das auch gehen, leiten Skinner, Thorndike u.a. ihre Gesetze doch bewusst aus zeitlich und örtlich begrenzten Laborversuchen ab, die in ihrem Untersuchungsgegenstand einen minimalen Anteil dessen beinhalten, was zum natürlichen Umfeld und Verhaltensrepertoire eines Tieres gehört. Mit Absicht wurden Interaktion und Kommunikation in den Versuchen ausgeschaltet.
Lernen in natürlicher Umgebung ist aber nicht zuletzt Interaktion. Der gute Kontakt, die gelungene Kommunikation zwischen Hundeführer und Hund ist einer der wichtigsten Erfolgsgaranten in der Ausbildung überhaupt. Daran ändert auch die operante Konditionierung bzw. das Clickertraining nichts.
Außerdem ist der Hund ein Tier mit ausgeprägtem Sozial- und Kommunikationsverhalten, sodass der Hundeführer schon allein durch seine Anwesenheit, Mimik und Gestik, seine wenn auch minimalen Aktionen dem Tier “Hilfestellungen” dahin geben wird, wohin er seine Aktivitäten lenken soll, selbst wenn der Hundeführer das gar nicht bemerkt und auch nicht will.
Unserer Meinung nach sollte man Clickertraining in alle Richtungen hin erweitern, stellt man fest, dass diese Erweiterungen nützlich sind, das Lernen erleichtern und den Spaß erhöhen,
sofern es Formen sind, die den Hund weder quälen noch schädigen.
Letzteres sollte inzwischen auch für Hundesportler mit ehrgeizigen Zielen eine Selbstverständlichkeit sein.

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