Clickertraining – effektiv und tierfreundlich – Seite 2

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Operante Konditionierung

Ist die Konditionierung auf den Clicker gelungen, kann mit der eigentlichen Ausbildung begonnen werden. Damit kommen wir zum Kernstück des Clickertrainings, zur “Operanten Konditionierung” (Skinner). In diesem Begriff stecken zwei wichtige Aussagen für diese Art von Ausbildung, nämlich operant = “indem man sich bemüht” und konditionieren = “in Verbindung bringen”, “verknüpfen”. Der Hund soll, indem er sich bemüht, immer wieder probiert, ein Verhalten, mit einem Erfolg (Wurst, Ball etc.) in Verbindung bringen bzw. mit einem Erfolg verknüpfen.
Nach der “reinen” Theorie also bringt sich der Hund das vom Hundeführer gewünschte Verhalten quasi selber bei. Der Hund ist der aktive Teil dieses Lernvorgangs. Der Hundeführer stellt lediglich eine der vielen möglichen “Umweltantworten” auf ein für den Hund zunächst zufälliges Verhalten bereit.
Beispiel: Der Hund lernt das Anstupsen eines Targetstabköpfchens(Targetstab = Zeigestab). Der Hund berührt zufällig den Stab, den der Hundeführer in der Hand hält durch Neugier etwa), dieser clickt unmittelbar (Timing) und gibt ihm sofort einen
Leckerbissen. Der Hund weiß nicht, wie er zu seinem Glück gekommen ist und wird versuchen diesen Vorgang zu wiederholen. Man nennt das “Versuch-Irrtum-Lernen” oder “trial-error-Phase”. Der Hundeführer wartet lediglich auf das richtige Verhalten des Hundes und verstärkt das Gewünschte.
(“Timing” bedeutet: Will man das richtige Verhalten des Hundes verstärken, muss man möglichst zeitgleich zum Verhalten clicken!)
Diese Form der Ausbildung erfordert zu Beginn sehr viel Geduld: man muss wirklich warten können. Sie zahlt sich aber aus, die Hunde entwickeln eine erstaunliche Kreativität und Findigkeit, die sie dann bei anderen Aufgaben gewinnbringend einsetzen können.

Shaping

Bei der Targetstab -Übung möchte man, dass der Hund letztlich das Zeigeköpfchen anstupst, egal wo der Targetstab sich befindet. Am Anfang wird er schon dann mit Click = Futter verstärkt, wenn er den Targetstab überhaupt berührt. Erst dann, wenn er es gezielt tut, verstärkt man ihn nur noch beim Anstupsen in Richtung Köpfchen, am Schluss nur noch am Köpfchen selbst. Nach diesem Prinzip kann man theoretisch alle Übungen aufbauen.
Hieraus ergibt sich auch die Schwierigkeit für den Hundeführer. Er muss überlegen, welches Verhalten dem Hund Erfolg bringen soll und welches nicht. Er muss sich einen scheibchenweisen Aufbau der Übungen überlegen, sie in zu bewältigende Lernziele zerlegen. .Er muss sich fragen, worauf sein Hund kommen kann bzw. ob etwas zuviel verlangt ist.
Das nennt man “Shaping” (= Formen): Eine Übung wird in möglichst viele Teilschritte (Lernziele) zerlegt und hin zum Zielverhalten mehr und mehr verbessert.
Ein geschicktes “Shaping” von Verhalten (Übungen) ist das A und O beim Clickertraining.
Bei der Targetstab -Übung ist das noch recht einfach. Bei schwierigeren Übungen (den meisten Hundesportübungen) will der Weg zur perfekten Ausführung schon recht gut überlegt sein.
An diesem Punkt scheitern nicht wenige der Clickertraining – Anfänger.

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Lernen am Erfolg

Der Rest ist das, was konventionelle Hundeausbildung auch verlangt: Unter anderem üben, üben und nochmals üben und jedes gelungene Verhalten positiv verstärken. Genau das will das Effektgesetz von Thorndike aus der Hundeperspektive besagen:
Verhalten mit angenehmen Folgen werden öfters wiederholt, dagegen werden Verhalten mit unangenehmen Konsequenzen geschwächt oder nicht mehr wiederholt.
Nach einer mehr oder weniger langen “trial-error-Phase” (Lernphase) wird dem Hund ganz plötzlich (ist bei uns Menschen auch nicht anders) klar, was man von ihm will (Aha -Effekt mit anschließender Kannphase). Man kann dieses Aha -Erlebnis dem Hund regelrecht ansehen. Erst jetzt kann man einen Schritt weiter gehen. Vorzugsweise in der Kannphase führt man für die entsprechende Übung dann auch ein Hörzeichen ein.

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