1. Was ist Clickertraining?

Clickertraining ist eine Form der Ausbildung von Tieren. Bei uns hier geht’s im Wesentlichen um Hunde, aber mit Clickertraining sind auch andere Tiere trainierbar, Pferde, Katzen, Meerschweinchen, Löwen, Delfine, sie alle wurden schon erfolgreich mit dem Clicker trainiert. Clickertraining nutzt die sogenannte “operante Konditionierung”, eine Lernform bei der das Tier erfolgreiches Verhalten durch Versuch und Irrtum herausfinden kann.

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Einiges zur Geschichte des Clickertrainings


B.F.Skinner experimentierte mit operantem Lernen

Die Ursprünge reichen bis weit in das zwanzigste Jahrhundert zurück, bereits in den 20er Jahren wurde von B.F.Skinner mit einem Geräusch experimentiert, das dem Tier eine Belohnung ankündigt und erforschte damit das Lernen durch Versuch und Irrtum. Im weiteren Verlauf wurden erstmals Hunde damit trainiert, aber auch andere Tiere für die verschiedensten Show-Vorführungen, Werbespots aber auch für weniger erfreuliche, militärische Zwecke. So wurden Tauben trainiert, einen Zündmechanismus in Raketensprengköpfen auszulösen, Delfine sollten Minen in feindliches Seegebiet tragen und einige unschöne Dinge mehr, bei denen das Tier lediglich als Werkzeug des Menschen betrachtet wurde, das es zu bedienen galt.


Karen Pryor trainerte Delfine aber auch Hunde

In den 60er Jahren begann man, Delfine für Shows in Delfinarien zu trainieren. Vor allem Karen Pryor hat als Delfin-Trainerin viel zu dieser Entwicklung beigetragen und mit ihren Veröffentlichungen diese Trainingsform sehr bekannt gemacht. Langsam aber sicher änderte sich auch die Einstellung der Trainer zu ihren Tieren. Man erkannte: Diese Trainingsform bewirkt, dass das Tier stressfreier und besser lernt, als mit herkömmlichem Korrekturtraining, bei dem das Tier für falsches Verhalten bestraft wird.
Die Kombination aus Lernen durch Versuch und Irrtum und Verwendung eines konditionierten Bestärkers ermöglicht ein weitaus präziseres Trainieren, bei dem viele Dinge erst möglich werden, die vorher unvorstellbar gewesen wären.


Delfinshow in den USA

Die Beziehung zwischen Tier und Mensch verbessert sich enorm, was sich wiederum positiv auf die möglichen Leistungen auswirkt. War das Clickertraining bis dahin vor allem ein Weg, ein Tier zum Zwecke des Menschen auszubilden, wurden von nun an vermehrt auch die Bedürfnisse des Tieres mit einbezogen und man trainierte Tiere nicht zuletzt deshalb, um besser mit ihnen zusammen leben zu können. Nicht mehr der exotische Delfin sondern das ganz gewöhnliche Haustier rückte in den Mittelpunkt, ganz vorne natürlich der Hund als häufigster Begleiter des Menschen.


Auch Zollhunde werden mit dem Clicker trainiert

War das Clickertraining zunächst eine recht amerikanische Angelegenheit, wurden nun auch europäische Trainer darauf aufmerksam und machten erste Erfahrungen zum Beispiel im Hundesport, aber auch in Bereichen der Dienst-, Schutz- und Rettungshundeausbildung, der Ausbildung von Blindenführhunden oder Behindertenbegleithunden. Hier offentbarte sich das ganze potential des Clickertrainings. Viele Höchstleistungen wurden dadurch möglich, dass beim Training Tier und Mensch zusammen arbeiten, anstatt wie beim herkömmlichen Korrekturtraining häufig gegeneinander zu arbeiten.

In den 90er Jahren wurde man auch in Deutschland auf das Clickertraining aufmerksam, die ersten Artikel und Veröffentlichungen von Martin Pietralla in Hundezeitschriften sowie im Internet wurden interessiert aufgenommen und viele, einschließlich mir, wagen sich, mit einer neuen Trainingsform zu experimentieren und erste Erfahrungen zu sammeln.

Mittlerweile ist das Clickertraining auch hierzulande weit verbreitet, es ist eine sehr erfolgreiche Trainingsform, bei der das Tier weitgehend selbstständig lernen kann, frei und ungezwungen agieren kann.
Beim Clickertraining handelt es sich also nicht um eine “neue Methode”, Clickertrainer haben lediglich bereits bekanntes Wissen aufgegriffen und daraus eine Trainingsform entwickelt, die sich als überaus erfolgreich erwiesen hat.

Hier steht Banner w200-rightWorum geht’s beim Clickertraining?

  • Im ersten Schritt machen wir unseren Hund mit einem sogenannten “konditionierten Bestärker” vertraut. Er wird lernen, dass ein bestimmtes Geräusch eine Belohnung ankündigt. Dieser konditionierte Bestärker ermöglicht uns, Verhalten unseres Hundes sehr viel präziser und punktgenauer belohnen zu können.
  • Wir bestärken Verhalten. Verhalten, das uns gefällt, das wir trainieren möchten von dem wir uns wünschen, daß es unser Hund öfter zeigt, in vielen Fällen werden wir es mit einem Hör- oder Sichtzeichen verknüpfen, dem “Kommando”.
  • Unerwünschtes Verhalten wird von uns zunächst weitgehend ignoriert, wo immer das möglich ist. Wir werden es nicht “bestrafen”, lediglich nicht bestärken, in manchen Fällen auch einfach verhindern.
  • Wir nehmen uns zunächst sehr zurück beim Training, lassen das Tier durch Versuch und Irrtum erfolgreiches Verhalten selbstständig herausfinden, ohne allzu viele Hinweise oder Hilfen von uns zu erhalten.
  • Wir formen das Verhalten in kleinen Schritten bis zur gewünschten Perfektion, führen Ablenkungen und wechselnde Umgebung allmählich ein.
  • Bis hierhin ist unser Hund der agierende Part, wir reagieren lediglich, indem wir das Verhalten bestärken oder nicht (gelegentlich auch hemmen oder verhindern). Zeigt unser Hund das erwünschte Verhalten häufig und so, wie es uns gefällt, können wir ein Hör- oder Sichtzeichen, also das “Kommando” dafür einführen. Nun ändert sich auch die Rollenverteilung, nun sind wir die Agierenden, wir geben die Signale und fordern unseren Hund auf, in gewünschter Weise zu reagieren. Ab nun unterscheidet sich unser Training kaum noch vom “herkömmlichen Training” wir trainieren das Verhalten festigen es und werden schließlich variabel, später nur noch ab und zu belohnen.
  • Von nun an werden wir, wie jeder andere Trainer auch, grossen Wert auf die Ausführung des, von uns gewünschten Verhaltens legen.

Was für jedes Training gilt, gilt auch beim Clickertraining:

Nur Übung macht den Meister.

Unser Training hat Grenzen, Grenzen die in der Natur des Tieres oder des Trainers liegen, in den Umgebungsvariablen oder schlicht und einfach in dem Umstand, dass man mit dem Clicker ein Verhalten nur bestärken, nicht aber hemmen kann.

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